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KINO: Unsere Filmregion tritt stark auf

Drei Filme aus der Zentralschweiz waren im Rennen um Oscars, einer ist es weiterhin. Zudem ist der Dokfilm ­«En la Boca» für einen der Europäischen Filmpreise nominiert. Diese werden heute Abend in Berlin vergeben.
Regina Grüter
Szene aus «En la Boca»: Estela Molina fürchtet um ihren Mann und ihren Sohn. Diese versuchen, die Familie mit dem Verkauf gefälschter Tickets zu den Spielen des weltberühmten Fussballclubs Boca Juniors über Wasser zu halten. Und geraten mit der korrupten Polizei in Konflikt. (Bild: PD)

Szene aus «En la Boca»: Estela Molina fürchtet um ihren Mann und ihren Sohn. Diese versuchen, die Familie mit dem Verkauf gefälschter Tickets zu den Spielen des weltberühmten Fussballclubs Boca Juniors über Wasser zu halten. Und geraten mit der korrupten Polizei in Konflikt. (Bild: PD)

Regina Grüter

regina.grueter@luzernerzeitung.ch

Der Verein Film Zentralschweiz macht vorwärts. Dazu gibt es guten Grund, denn auch im Zentralschweizer Film geht es voran. Drei der sechs Schweizer Filme, die es auf die Oscars Longlist geschafft haben, kommen aus der Zentralschweiz: der animierte Dokumentarfilm «Bei Wind und Wetter», der kurze Dokumentarfilm «En la Boca» und der Spielfilm «Die göttliche Ordnung». So findet sich eine kleine regionale Journalistenschar an einem kalten Morgen ein im Rex, dem Kinosaal der Hochschule Luzern – Design & Kunst, zum ersten von Film Zentralschweiz organisierten Pressescreening.

Unterschiedlicher könnten die drei Filme nicht sein, welche die erste Hürde im Oscar-Rennen genommen haben. «Bei Wind und Wetter» von Remo Scherrer dürfte vielen ein Begriff sein, weil er 2016 seine Premiere in Cannes in der Selektion Cinéfondation hatte – auch das schon ein Riesenerfolg. In Schwarz-Weiss, nur mit Licht und Schatten, erzählt Scherrer die Geschichte vom Kind Wally Wagenrad, das mit einer alkoholkranken Mutter aufwächst. Die heute erwachsene Therapeutin, die Scherrer ursprünglich als Fachperson konsultierte, spricht die über die Bilder gelegten Stimmen selber. Man spürt, wie es sie immer wieder zurückwirft in die Zeit, als sie ein Leben im Schatten der Gesellschaft führte.

Mittlerweile hat «Bei Wind und Wetter» fast 50 Festivals durchlaufen und diverse Preise geholt. Beim Gedanken, im Anzug an der Croisette von Cannes über den roten Teppich zu gehen, sei Remo nicht wirklich wohl gewesen, sagt Jochen Ehmann, der Scherrers Masterfilm an der Hochschule Luzern – Design & Kunst betreut hat. Kurz zuvor habe er sich noch um Flüchtlinge an der griechischen Mittelmeerküste gekümmert. Und gibt so einen Einblick in die Persönlichkeit des Jungregisseurs, der sich momentan in Mexiko aufhält.

Emotionen dank Nähe zur porträtierten Familie

Ebenfalls in Mexiko, am Filmfestival von Guanajuato, hat Matteo Gariglios «En la Boca» den Preis für den besten kurzen Dokumentarfilm gewonnen. Und damit neben dem Preis in Krakau eines der Festivals, die für das Oscar-Rennen qualifizieren. Seinen Anfang nahm der Film in Argentinien, in Buenos Aires, wo Gariglio mehr als ein halbes Jahr lebte. Dort, im ärmlichen Quartier La Boca, kam er in Kontakt mit der Familie, die er in seinem Film porträtiert. Sie hätten ihn aufgenommen wie einen Sohn, sagt der Träger des Innerschweizer Filmpreises. Die Nähe schlägt sich nieder in Authentizität und Emotionen beim Zuschauer.

Der Luzerner erzählt von der viertägigen Oscar-Promo-Tour in L. A. «Alles ist extrem geregelt und intransparent», sagt er. Ganz anders beim Europäischen Filmpreis: «Da weiss man wenigstens, wer in der Academy sitzt», so Gariglio. «En la Boca» ist der einzige Dokumentarfilm unter den 15 Nominierten in der Kurzfilm-Kategorie. Und der einzige Schweizer Beitrag. Diese Woche nun ist bekannt geworden: «En la Boca» und «Bei Wind und Wetter» haben es leider nicht auf die Oscar- Shortlist geschafft.

«Die göttliche Ordnung» bleibt im Oscar-Rennen

Weiterhin im Rennen ist «Die göttliche Ordnung». Der von Zodiac Pictures der Luzerner Lukas Hobi und Reto Schaerli produzierte Film über den Kampf fürs Frauenstimmrecht in der Schweiz läuft seit März im Kino. Zusammen mit Filmen aus 91 weiteren Ländern ringt er um einen Platz auf der Shortlist in der Kategorie «Bester fremdsprachiger Film», die am 21. Dezember bekannt wird. Miteifern ist also weiterhin angesagt, jetzt erst mal heute Abend, wenn Matteo Gariglio in Berlin auf einen Preis für «En la Boca» hofft. Die internationale Anerkennung ist ein beachtlicher Erfolg für das kleine Filmland Schweiz und ein noch viel grösserer für die bisher wenig geförderte Filmregion Zentralschweiz.

Hinweis

DVD: «Die göttliche Ordnung», «Bei Wind und Wetter»; Video-on-Demand: «En la Boca» (vod.enlaboca.ch). Vergabe des Europäischen Filmpreises heute live auf www.europeanfilmawards.eu.

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