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KINO: Vom Heldenmut in der Umweltkatastrophe

In «Deepwater Horizon» sind noch richtige Männer am Werk. Mark Wahlberg und Kurt Russell sind die Stars im Drama um eine havarierende Ölplattform im Golf von Mexiko.
Johannes von der Gathen, dpa
Cheftechniker auf der «Deepwater Horizon»: Mike Williams (Mark Wahlberg, vorne) im Inferno. (Bild: Ascot Elite/PD)

Cheftechniker auf der «Deepwater Horizon»: Mike Williams (Mark Wahlberg, vorne) im Inferno. (Bild: Ascot Elite/PD)

Der US-amerikanische Regisseur Peter Berg («Lone Survivor») erzählt die Geschichte um die Explosion der Ölplattform «Deepwater Horizon» im April 2010, bei der elf Menschen starben, ohne jeglichen Anflug von Voyeurismus. Er bleibt nahe an den Tatsachen und Unglücksursachen und rückt die hart arbeitende Besatzung in den Fokus seines Films.

Zum Ende hin mutiert das Werk nach einem halbstündigen flammenden Inferno zu einer typisch amerikanischen Feier von Heldenmut und Einsatzwillen. Als makellose Sympathieträger agieren Mark Wahlberg als Chef-Techniker Mike Williams sowie Kurt Russell, der den erfahrenen, väterlichen Rudelführer Jimmy Harrell spielt.

Diesen beiden integren, mutigen Malocher-Typen, die alles tun, um das drohende Unglück noch zu verhindern, steht der zynische Öl-Manager Donald Vidrine gegenüber, schön maliziös verkörpert von John Malkovich. Ein bis zur Halskrause gieriger Manager, dem die Dollar-Scheine noch in den Augen leuchten, als die Plattform schon bedenklich schwankt.

Auf der «Deepwater Horizon» gibt es jede Menge technische Probleme. Auch die IT-Ausstattung der Förderinsel ist mangelhaft. Trotzdem drängt BP-Manager Vidrine darauf, die Förderung voll anlaufen zu lassen. Williams und Harrell warnen vergeblich. Der «Blowout», das unkontrollierte Austreten von Gas, Öl und Schlamm, ist nicht mehr aufzuhalten. Das Inferno nimmt in Stufen seinen Lauf, durchaus spektakulär brennt die Ölplattform über Stunden nieder, während sich die meisten Arbeiter in die Rettungsboote flüchten können.

Pathetisches ­ Finale

Sehr pathetisch feiert der Film im Finale den Mut, und die Einsatzbereitschaft der Besatzung gedenkt auch der elf Männer, die die Katastrophe nicht überlebt haben. Zu den fatalen Folgen für die Umwelt allerdings fiel den Drehbuchautoren nur ein ölverschmierter Kormoran ein, der urplötzlich wie ein Menetekel auf die Kommandobrücke flattert. Dabei war die Explosion der «Deepwater Horizon» ein Umwelt-Super-GAU. Das Leck konnte erst nach 87 Tagen geschlossen werden, bis dahin flossen täglich 50 000 Barrel Erdöl in den Golf von Mexiko.

Bewertung: 2 von 5 Punkten

Johannes von der Gathen, dpa
kultur@luzernerzeitung.ch

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