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KINO: Wenn ein Hund wiedergeboren wird

Herzschmerz-Kino für Hundeliebhaber: Wer hechelnde Haustiere liebt, wird in «Bailey – Ein Freund fürs Leben» mitfiebern. Die Kitschtoleranz muss allerdings beträchtlich sein.
Doreen Fiedler (dpa)
K. J. Apa als jugendlicher Hundefreund und Bailey. (Bild: Constantin Film)

K. J. Apa als jugendlicher Hundefreund und Bailey. (Bild: Constantin Film)

Eine Katze hat neun Leben, aber wie viele Leben hat ein Hund? Im Film «Bailey – Ein Freund fürs Leben» des schwedischen Erfolgsregisseurs Lasse Hallström («Chocolat») kommt der Vierbeiner Bailey, aus dessen Perspektive die Geschichte erzählt wird, immer wieder zur Welt. Dabei fragt sich die Hundeseele: «Was ist der Sinn des Lebens? Wozu sind wir hier?»

Die Antwort in dem durchwegs zuckersüssen Familienfilm lautet: um die Besitzer zum Lachen und zum Lieben zu bringen. Dabei lässt der Film, der auf dem Roman «Ich gehöre zu dir» von W. Bruce Cameron basiert, kaum ein Klischee des Heldenhundes aus. In seinen Reinkarnationen in diversen Rassen rettet der Protagonist eine Familie aus einem brennenden Haus, ein Mädchen aus dem Fluss, den Besitzer vor dem bösen Buben und verkuppelt ausserdem zwei Pärchen.

Besonders angetan hat es dem Hund sein Herrchen Ethan Montgomery, gespielt von Bryce Gheisar, K. J. Apa oder Dennis Quaid («The Day After Tomorrow») – je nachdem, in welchem Jahr der Film sich gerade be­findet. Zu diesem möchte der Vierbeiner unbedingt zurück. Schliesslich konnte er bei niemandem sonst so viel auf sonnengefluteten Wiesen Bälle fangen und im Bett kuscheln.

Bis zum Happy End müssen die Zuschauer zunächst aber einige rührselige Lebensweisheiten und übermässiges Auf-die-Tränendrüse-Drücken ertragen.

Es soll wohl ein Abbild des typischen Amerikaners sein

Der Film bietet dabei ein Abbild von dem, was wohl die Lebenswirklichkeiten typischer US-Amerikaner beschreiben soll. Natürlich gehört dazu ein erfolgreicher Footballspieler, der sich verletzt und deswegen das Uni-Stipendium nicht bekommt. Ausserdem ein tatkräftiger Polizist, ein verarmtes junges Pärchen in einer Bruchbude mit Sperrmüllgarten und eine schwarze Frau mit vielen Kindern.

Trotz all der Melodramatik, immer angenehm bleibt in der deutschen Synchronfassung die Stimme von Florian David Fitz («Der geilste Tag»), der den Hund spricht. Der 42-Jährige wuchs selbst mit einem Jack-Russell-Terrier auf und kommt zu Filmgalas oder Interviews gern mit seinem Begleiter.

Tierquälerei am Set?

Aus seinem Mund klingt selbst diese Szene eher süss als kitschig: «Jeden Abend beim Einschlafen wurde mir mein ganzes Glück bewusst. Ich hatte einen Jungen. Und ich war keine Katze.»

Ein Film also vor allem für Hundeliebhaber. Diese dürfen auch trotz der Proteste der Tierschutzorganisation Peta ins Kino gehen. Denn kurz vor der US-Premiere war ein Video aufgetaucht, das einen verängstigt wirkenden Schäferhund zeigt, der in ein Becken mit tosendem Wasser gedrängt wird. Die Hundetrainer erklärten: Das Video sei manipuliert worden und wecke «falsche Schlussfolgerungen». Auch Dennis Quaid sagte, er habe keine Tierquälerei am Set gesehen.

Bewertung: 2 von 5 Sternen

Doreen Fiedler (DPA)

kultur@luzernerzeitung.ch

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