Kinowetter
Popcorn-Frust und ausverkaufte Filmvorstellungen: Regen führt zu Andrang bei den Kinos

Auffahrt verregnet, das Pfingstwochenende verspricht kaum Besserung: Das sind gute Zeiten für die Kinos. Doch diese müssen Leute nach Hause schicken, obwohl in den Sälen noch viel Platz wäre.

Daniel Fuchs
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Voll ausgelastet, noch gar nicht voll: Kino in Biel.

Voll ausgelastet, noch gar nicht voll: Kino in Biel.

Foto: Adrian Reusser / Key

Nein, so haben wir uns den Mai nicht vorgestellt. Doch immerhin, seit gut einem Monat sind die Kinos wieder offen. Und noch besser: Es gibt auch viele gute Filme, die in den letzten Wochen anliefen.

Der Regen, die niedrigen Temperaturen und ein ansprechendes Filmprogramm führten am vergangenen verlängerten Auffahrtswochenende zu einem regelrechten Andrang bei den Kinokassen. «Es lief gut», bestätigt René Gerber, Sprecher von Pro Cinema, dem Verband für Kino und Filmverleih auf Anfrage. Gerber weiter:

«Über Auffahrt verzeichneten wir einen Anstieg der Kinoeintritte von 250 Prozent gegenüber dem Wochenende davor.»

Mehr als eine Verdreifachung also. Besonders Familien wollten offenbar ins Kino. An der Spitze der letzten Tage liegt «Raya und der letzte Drache» von Disney. Auf Platz zwei «Drunk», in dem Mads Mikkelsen einen Lehrer spielt, der sich mittels massvollen Alkoholkonsum ein besseres Leben verspricht.

Hoffen auf verregnete Pfingsten...

Für die Kinobetreiberinnen sind das gute Aussichten für die kommenden Pfingsttage. Wieder sind Regen und niedrige Temperaturen vorausgesagt.

Der Andrang über Auffahrt führte laut Gerber von Pro Cinema da und dort dazu, dass Kinobesucher abgewiesen werden mussten. Der Grund: Pro Saal dürfen die Kinos derzeit maximal 50 Sitzplätze besetzen. Für Säle mit weniger als 150 Sesseln gilt zudem eine Auslastungsobergrenze von einem Drittel.

So war in den Sälen zwar noch viel Platz ‒ und trotzdem mussten einige enttäuschte Kinder auf «Raya» oder Erwachsene auf «Drunk» verzichten und wieder nach Hause gehen. Nicht alle haben Verständnis für die Schutzmassnahmen, wie René Gerber sagt. Für besonderen Frust sorge, so die Rückmeldungen mancher Kinobetreiber, das Verbot von Kioskverkäufen. Für manche Besucher gehört zu einem Kinobesuch Popcorn zwingend dazu. «Einige Kinobetreiber berichteten mir über Leute, die auf den Eintritt verzichteten, als sie realisierten, dass der Kiosk geschlossen ist», sagt Gerber. Den Frust hätte im einen oder anderen Fall eine Kinoangestellte abgekriegt, so Gerber.

...und auf weitere Lockerungen Ende Mai

Pro Cinema zieht eine vorsichtig optimistische Zwischenbilanz nach einem Monat geöffneter Kinos. Die Besucherzahlen entwickelten sich erfreulich, auch wenn längst nicht alle Vorstellungen auf dem erlaubten Niveau ausgebucht seien.

Ende Mai könnte der Bundesrat weitere Lockerungen beschliessen und die Besucherobergrenze auf 100 erhöhen. Die Kinobetreiber wären froh darüber. Und sie hoffen, dass sie dann auch wieder Popcorn, Softgetränke und Glace verkaufen dürfen.

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