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KKL: 83-jährige Nana Mouskouri verzaubert Luzerner Publikum

Sie verzaubert ihr Publikum auch noch mit 83 Jahren, und ein bisschen natürlich auch gerade deshalb. Fakt ist: Das Luzerner Publikum lag der zweiterfolgreichsten Sängerin nach Madonna völlig zu Füssen.
Susanne Holz
Die weisse Rose darf nicht fehlen: Nana Mouskouri bei ihrem Auftritt im KKL Luzern. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 12. März 2018))

Die weisse Rose darf nicht fehlen: Nana Mouskouri bei ihrem Auftritt im KKL Luzern. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 12. März 2018))

Susanne Holz

susanne.holz@luzernerzeitung.ch

Montagabend im KKL. Nana Mouskouri tritt auf, zusammen mit vier Musikern. Es ist ihre «For­ever Young Tour 2018», im Februar kam die gleichnamige CD heraus, auf der Mouskouri Bob Dylan covert, Leonard Cohen, Amy Winehouse, Elvis und viele mehr. Nana Mouskouri ist 83 Jahre alt mittlerweile, und eigentlich führte eine Abschiedstournee sie schon von 2004 bis 2008 um die ganze Welt. Doch die zierliche Künstlerin, die 1934 auf Kreta zur Welt kam und mit gut 300 Millionen verkauften Alben nach Madonna die global zweiterfolgreichste Sängerin ist, kann nach eigener Aussage nicht ohne die Bühne sein.

Die Zuhörer und -schauer in Luzern danken ihr das von Herzen. Als die so fein wie anmutig wirkende Wahlschweizerin – Mouskouri lebt mit ihrem zweiten Mann in Genf – die Bühne betritt, wird sie mit Standing Ovations empfangen. Der Konzert- saal ist ausverkauft, die Stimmung ist aufgekratzt. In der ersten Reihe sitzen drei junge Männer um die 30, das Publikum ist gemischt, auch eine ältere Dame mit Rollator hat man gesehen – freudig und erwartungsvoll.

Eine Stimmung, geprägt von Liebe und Respekt

Man hat noch nie eine solche Stimmung im Konzertsaal des KKL erlebt. Sie ist geprägt von Liebe und Respekt: vom Publikum zur Sängerin, von der Sängerin zum Publikum, von den vier Musikern an Piano, Bass, Gitarre, Percussion und Blasinstrumenten zur Sängerin. Diese singt zwei Stunden am Stück, ohne auch nur einen Schluck Wasser zwischendurch. Dafür flirtet und unterhält sie, plaudert und zeigt Humor: «Ich weiss nicht, wo ich bin, aber wir müssen singen», scherzt sie, wohl in Anspielung auf ihr Alter.

Natürlich finden sich im Publikum jene, die zuallererst wegen der Schlager gekommen sind, mit denen Mouskouri in den Sechzigern und Siebzigern im deutschsprachigen Raum berühmt wurde: «Weisse Rosen aus Athen» oder «Guten Morgen Sonnenschein». Die vielsprachige Sängerin wird diese Hits ganz zuletzt zum Besten geben, wenn das Publikum im Parkett und auf den Rängen bereits steht und mitsingt, «Bravo» ruft und immer wieder spontan applaudiert. Die grössten Fans haben sich zu diesem Zeitpunkt direkt am Bühnenrand platziert, wo immer wieder Blumen für die Künstlerin abgelegt werden.

Doch bevor Nana Mouskouri ihre deutschen Schlager präsentiert, tut sie etwas sehr Kluges: Sie singt französische Chansons und Folk-Evergreens, Amy Winehouse und Udo Lindenberg. Sie macht deutlich, was manche gar nicht wissen: dass sie mehr kann als Schlager, Jazz beispielsweise.

«Amazing Grace» rockt und lässt einen breit lächeln

Klar, hat ihre helle Stimme heute nicht mehr ganz die Kraft von früher. Doch immer noch singt Mouskouri ausserordentlich akzentuiert, ihre Stimme fängt jeden Ton bewusst und mit Wärme ein. Ihre Zuhörer nimmt sie mit ihrer leisen und bescheidenen Art – «Vielen Dank, meine Damen und Herren, ich habe keine Worte, ich danke Ihnen herzlich für diesen Abend» – mit auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Mehrmals schluckt man schwer: wenn Mouskouri «In the ghetto» interpretiert, im Refrain unterstützt von den Musikern, oder Udo Lindenbergs «Ich trag dich durch die schweren Zeiten» oder Bob Dylans «For­ever young»: «May God bless and keep you always/May your wi­shes all come true/May you always do for others/and let others do for you.» Die Mundharmonika heult, und man selbst beinahe auch.

Die Musiker sind in blaues Licht getaucht, und Mouskouris Paillettenbluse glitzert. Tief gerührt ist man ebenso bei der Interpretation von Winehouses «Love is a losing game» – ein Saxofon fasziniert, und die Sängerin hält und hält den Ton. Immer wieder ist es ein zärtlicher Abend: Zum Popsong und Jazzstandard «Smoke gets in your eyes» setzt sich die Sängerin auf einen Barhocker, die Stimme mal heiser, mal klar. Standing Ovations gibt es erneut, wenn Mouskouri «Le ciel est noir/A hard rain’s a-gonna fall» singt – vollkommen sicher und mit sehr langem Atem.

Musik ist Gefühl, und ein breites Lächeln zaubert einem sodann eine überaus rockige Version von «Amazing Grace» ins Gesicht: Die Gitarre begehrt auf, die Percussion gibt den Takt vor. Bei Leonard Cohens «Hallelujah» singt man mit, singt der Gitarrist mit, und auch der Pianist. Bei «Hey Jude» strahlt die Sängerin, strahlt der Saal. Danke, Nana Mouskouri, für dieses Konzert.

Hinweis
«Forever Young», Nana Mouskouris neuestes Album, kam am 2. Februar auf den Markt. Label: Mercury Records, Genre: Pop.

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