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KKL: Ein Hauch von Festival – oder doch nicht?

Daniele Gatti dirigierte mit dem Mahler Chamber Orchestra ein auf die Romantik ausgerichtetes Programm und setzte dabei auf geballte Kraft und grossen Ton.

Die Migros Classics ermöglichen in Luzern immer wieder zu ermässigten Preisen das Auftreten von Orchestern und Dirigenten im KKL, die man sonst nur an den Festivals erleben kann. Diesmal waren das Mahler Chamber Orchestra und Daniele Gatti an der Reihe. Beim neusten Konzert lag die Beziehung zum Lucerne Festival besonders nahe, bildet doch das Orchester, das aus dem von Claudio Abbado gegründeten Gustav-Mahler-Jugendorchester hervorging, die Stammformation des heute von Riccardo Chailly geleiteten Lucerne Festival Orchestra. Und Daniele Gatti ist schon oft am Sommer-Festival aufgetreten, zuletzt mit dem Concertgebouworkest Amsterdam, dessen Chefdirigent er seit kurzem ist.

Romantik vorausgeahnt

Auch mit dem Mahler Chamber Orchestra ist er seit längerem ­verbunden, derzeit als Artistic Advisor. Er betritt, ohne Frack, das Podium demonstrativ quer durch das Orchester hindurch, quasi durch den Hintereingang, als wolle er sagen: Ich bin nur einer vom Orchester. Und auch nach der Wiedergabe weigert er sich, den Applaus ohne das Orchester zu empfangen.

Dabei stand der Mailänder dennoch ganz im Zentrum, verzichtete man doch auf Solisten und setzte auf drei mehr oder minder reich besetzte Orchesterwerke. Dass dabei zwischen die beiden Werke von Robert Schumann – die selten gehörte Ouvertüre zur Oper «Genoveva» und die dritte Sinfonie «Rheinische» – die vierte Sinfonie von Beethoven gesetzt wurde, machte Sinn. Denn hier kündigt sich die Romantik bereits an – in der langsamen Einleitung, vor allem aber im Adagio, wo Streicher und Holzbläser die Melodie wundervoll weich und beseelt aussangen. Im Übrigen setzte Gatti ganz auf das Spiel der Kontraste, auf das wechselnde Gegenüber von Pianissimo und Fortissimo, wobei die Tutti-Schläge eher knallig klangen.

Eher grob und zu bläserbetont fielen die Steigerungen des Orchesters auch in der dritten Sinfonie von Schumann aus. Gardiner und Harnoncourt haben gezeigt, wie man das wuchernde Gestrüpp der Instrumentation in den Ecksätzen auflichten kann. Gatti nahm da weniger Rücksicht, setzte zu früh auf Lautstärke und differenzierte die Dynamik zu wenig. Der Ländlercharakter des Scherzos wirkte zu schwerfällig, die ­zeremonielle Weihe des vierten Satzes entbehrte der Feierlichkeit, und als wollte er den Satz möglichst rasch hinter sich bringen, schloss er den stürmischen Finalsatz attacca an. Wie er diesen dann mit dem sich voll verausgabenden Orchester konsequent durchzog und das Tempo gegen Ende steigerte, hatte freilich etwas Elektrisierendes. (fs)

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