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KKL: Eine Magierin des Klangs

Die zwei Zugaben sind an diesem Dienstagabend Spiegelbild und fassende Klammer des ganzen Konzerts.
Roman Kühne

Die zwei Zugaben sind an diesem Dienstagabend Spiegelbild und fassende Klammer des ganzen Konzerts. Den zweiten Satz aus Mozarts Klaviersonate (KV 545) spielt die japanische Pianistin Mitsuko Uchida, Artiste étoile am Lucerne Festival, mit tiefer Wärme und Subtilität. Ihre fein tarierte Anschlagsgewichtung zeichnet milde Farben in die simple Melodie.

Duftwiesen aus Akkorden

Eine Interpretation, die ganz aus der Stille schöpft und doch im grossen Saal des KKL bis in die letzte Ecke trägt. Eine ruhige Schlusslinie unter ihre sinnlichen, vor allem Robert Schumann gewidmeten Aufführungen. Da ist etwa der schon fast lautmalerische Anfang der «Gesänge der Frühe», wo Uchida aus den Akkorden ganze Duftwiesen gestaltet. Das leichte Hervorheben oder Zurückfallenlassen der sich mischenden Töne erzeugt ständig wechselnde Schattierungen. Eine Art Erzählung, die sich nicht an der Oberfläche einer Melodie entwickelt, sondern aus dem Inneren von Akkorden nährt.

Respekt und Innerlichkeit

Auch die Interpretation der furiosen zweiten Klaviersonate bleibt, trotz aller Virtuosität, ganz der Poesie verpflichtet. Respekt und Innerlichkeit statt Triumph und Spektakel. Ein Genuss, wie Uchida den Vogel aus «Waldszenen», ebenfalls Robert Schumann, schweben lässt, wo lange Pausen der Musik Luft und Leben schenken.

Dieselbe Nuancenvielfalt in Klang und Stärke bereichert auch die «Sechs kleinen Klavierstücke» (Schönberg), die schon von der Komposition her dem eher Schattenhaften zuneigen. Die erste Zugabe zeigt allerdings auch, dass dieses oft tastende Schweben nicht bei allen Komponisten gleich gut funktioniert. Der Sarabande von Johann Sebastian Bach fehlt, wie dies schon bei den das Konzert eröffnenden Präludien und Fugen aus «Das wohltemperierte Klavier» der Fall war, die für den Komponisten so packende Vorwärtsbewegung.

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