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KKL: Intensives Klangspektakel zu gewaltiger 007-Bilderflut

Das 21st Century Symphony Orchestra spielte im ausverkauften Konzertsaal. Seine Livemusik verstärkte jede Szene des James-Bond-Films «Casino Royale» durch zusätzliche Spannung. Und ein Stargast machte ein überraschendes Statement.
Mozart dirigiert als «Amadeus» im KKL das 21st Symphony Orchestra mit Chor (Leitung: Ludwig Wicki). (Archivbild: Priska Ketterer)

Mozart dirigiert als «Amadeus» im KKL das 21st Symphony Orchestra mit Chor (Leitung: Ludwig Wicki). (Archivbild: Priska Ketterer)

Grosses Kino kommt auch im KKL an: Am Samstag und am Sonntag gab es zwei ausverkaufte Aufführungen von «Casino Royale» mit dem 21st Century Symphony Orchestra. Bildgewaltig stürzten da die Szenen von der Leinwand auf die Besucher, und klanggewaltig spielte das Orchester dazu auf.

Dirigentin Jessica Cottis hatte die Musiker genauso intensiv wie den kleinen Bildschirm vor sich im Blick und brachte sie zu Höchstleistungen. Mit untrüglichem Gespür für den immensen Spagat zwischen knallharten Actionszenen und romantischer Gefühlswelt passte sie die Musik punktgenau der Bilderflut an.

Komponist David Arnold mag romantische Szenen

Monumental sind die James-Bond-Filme, und manche Verfolgungsjagd dauert minutenlang, steigert sich, lässt etwas Luft zum Atemholen, geht dann umso rasanter weiter und fordert Spannung pur in der Musik. Dass Komponist David Arnold vor dem Konzert im Interview über die Anforderungen der Filmmusik sprach, war ein ganz besonderes Privileg, von dem offenbar nur wenige wussten. Er sagte, wie schwierig es sei, etwa für eine neun Minuten dauernde Szene die Spannung genau zu dosieren. Am liebsten seien ihm die romantischen Szenen, da könne man unglaublich viel ausdrücken.

Mit starkem Sound intonierte das Orchester den Titelsong, wobei die Stimme von Chris Cornell aus den Lautsprechern kam. Wie genau Jessica Cottis die Musik unterlegte, gab den Eindruck von absoluter Einheit. Im Verlauf des Filmes waren nur die Geräusche manchmal etwas laut, das Orchester dennoch immer präsent. Die vielfarbigen Klänge verstärkten die Stimmung jeder Szene.

Mit viel Percussion, von Ramon Kündig an den Pauken und fünf weiteren Schlagzeugern perfekt und variabel gespielt, wurde «Bombers Away – African Rundown» zum Klangspektakel. Die Streicher waren Garant für Spannung, Blechbläser und Hörner setzten melodische Akzente mit dynamischen Ausbrüchen. Und obwohl die Bilder im Vordergrund schienen, war doch die Musik stets das drängende Element. Der Kontrast zu den sanften Szenen versetzte in Trauminseln, die mit Harfe (Heidi Doppmann) und Streicher-Sound zu raumgreifender Idylle gelangen. Zarte Klaviertöne, die Patricia Ulrich gefühlvoll spielte und die vom Orchester leise aufgenommen und gesteigert wurden, gaben manch magischen Moment.

Nach der Pause reichte die Musik in den Pokerszenen von hohen Tönen in den Violinen über leise Einwürfe der Holzbläser bis in die unheimlich wirkenden Bässe und Pauken, die Spannung steigerte sich fast ins Unerträgliche und wurde exzellent ausgelotet. Highlight aber war das Ende, denn da kam das bekannte James-Bond-Thema zum ersten Mal ganz zum Klingen, und David Arnold spielte das E-Gitarren-Solo persönlich. Es gab lange Standing Ovations für das Orchester und als Zugabe nochmals den Titelsong ohne Gesang.

Gerda Neunhoeffer

kultur@luzernerzeitung.ch

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