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KKL LUZERN: Klänge brachten einen in viele Gefühlslagen

Junge Solisten nützten mit dem Blasorchester Stadtmusik Luzern ihre Chance. Auch insgesamt überzeugte das Konzert, das nicht zuletzt ernste Themen aufgriff.
Unter Dirigent Hervé Grélat wurde im KKL das klangliche Potenzial eindrucksvoll genutzt. (Bild: Manuela Jans-Koch)

Unter Dirigent Hervé Grélat wurde im KKL das klangliche Potenzial eindrucksvoll genutzt. (Bild: Manuela Jans-Koch)

Wann hat man schon einmal Gelegenheit, zwei Perkussions-Instrumente gemeinsam solistisch zu hören? Am Sonntag konnte man das im Luzerner Saal, denn wie jedes Jahr gab das Blasorchester Stadtmusik Luzern jungen Solisten die Möglichkeit, mit ihnen zusammen im KKL aufzutreten. Fabian Ziegler am Marimbafon und Jonathan Salvi am Vibrafon zeigten eindrucksvoll, welche Klangmöglichkeiten man da ausreizen kann.

Schon als Kinder begonnen

Beide haben schon mit neun beziehungsweise mit acht Jahren angefangen, Schlagzeug zu spielen. Ziegler studiert seit 2014 im Bachelor klassisches Schlagzeug an der Zürcher Hochschule der Künste und hat sich in vielen Meisterkursen weitergebildet. Salvi studiert derzeit an der Jazzschule Luzern Vibrafon, und auch er erweitert sein Können stetig in Meisterkursen. Wie fantastisch sie zusammen harmonieren, in kleinsten Nuancen aufeinander bezogen sind, das beeindruckte ebenso wie ihre virtuosen und musikalischen Fähigkeiten.

Dass der französische Komponist Emmanuel Séjourné selbst die beiden Soloinstrumente spielt, konnte man in seinem «Double Concerto pour Marimba, Vibraphone et Orchestra a Vent» durchgehend erkennen. Und wie er die Klangmöglichkeiten des Blasorchesters dazu nutzt, die einzigartigen Farben der Soloinstrumente zu unterstützen, zu verstärken, einzubinden, das alles gestaltete das Blasorchester hervorragend. Die Einflüsse von Jazz und Rock wurden swingend ausgespielt, der durchgehende Rhythmus im letzten Satz zog sich durch alle Instrumente. Die Solisten wirbelten in atemberaubender Geschwindigkeit mit ihren jeweils vier Schlägeln (Mallets) über die Instrumente und liessen im langsamen Satz lyrische Melodien erklingen.

Das Grauen des Krieges

So entstand unter der kundigen Leitung von Hervé Grélat ein publikumswirksames Gesamtkunstwerk, das nicht erkennen liess, dass Grélat noch relativ neu als Dirigent beim Orchester ist. Das Einvernehmen zwischen den Musikern und ihrem Chef war spürbar, alle Instrumentengruppen folgten ihm höchst aufmerksam und erzeugten diesen speziellen Klang, der das Orchester beim Wettbewerb in Montreux im Juni zu guten Ergebnissen führen wird. Die beiden Werke, die sie dort spielen werden, bildeten den Rahmen für das Solistenkonzert.

In «Guernica», das der Schweizer Jean-François Michel nach dem gleichnamigen Gemälde von Picasso komponiert hat, überfiel die Zuhörer das Grauen der Zerstörung dieser Stadt mit Wucht. Nach einer kurzen friedvoll-melodischen Szene gingen einem die gewaltigen Trommel- und Paukenschläge und die tiefsten Töne der Tuben durch Mark und Bein. Nach unheimlicher Stille fanden sich nach und nach einzelne Töne zu dem versöhnlichen Schluss mit «Dona nobis pacem» nach J. S. Bach.

«Wine-Dark Sea» von John Mac­key, die klangmalerisch von den Irrfahrten des Odysseus erzählt, konnte man mit diesem Orchester schon im Januar eindrucksvoll im Konzertsaal hören. Auch im Luzerner Saal waren die vielen Zuhörer von der hohen Qualität und Flexibilität des Blasorchesters Stadtmusik Luzern begeistert und wurden mit «Simmelibärg» (Arrangement Thomas Rüeti) stimmungsvoll verabschiedet.

Gerda Neunhoeffer

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