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KKL LUZERN: Zwei Giganten der romantischen Oper

In seinem «Zaubersee»- Galakonzert präsentierte das Luzerner Sinfonieorchester Werke von Tschaikowsky und Verdi. Drei hochkarätige Gesangssolisten setzten dabei die Glanzlichter.
Die Briefszene der Tatjana; mit der lettischen Sopranistin Marina Rebeka und dem italienischen Dirigenten Marco Armiliato, der das Luzerner Sinfonieorchester leitete. (Bild: Ingo Höhn)

Die Briefszene der Tatjana; mit der lettischen Sopranistin Marina Rebeka und dem italienischen Dirigenten Marco Armiliato, der das Luzerner Sinfonieorchester leitete. (Bild: Ingo Höhn)

Stefan Degen

Für das Extrakonzert im Rahmen des Festivals Zaubersee liess sich das Luzerner Sinfonieorchester (LSO) etwas Besonderes einfallen: Zum ersten Mal spielte es im Konzertsaal des KKL ein (fast) reines Opernprogramm. Als Gast hatte das LSO mit dem italienischen Dirigenten Marco Armiliato einen ausgewiesenen Opernspezialisten verpflichtet. Das Konzert im KKL stand unter dem Titel «Verdis Opern im Spiegel von ‹Eugen Onegin›». Verdi und Tschaikowsky sind Giganten der grossen romantischen Oper in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Und sie weisen durchaus Verbindungen auf, wie das gebotene Zeitbild russisch-italienischen Opernschaffens zeigte.

Sänger sicher geführt

Mit der Sinfonischen Ballade Op. 78 «Voyevoda» von Pjotr Tschaikowsky von 1891 setzte das LSO gleich einen fulminanten Auftakt. Der ganze folgende erste Programmteil gehörte der Oper «Eugen Onegin» (uraufgeführt 1879), gesungen in russischer Originalsprache. Mit der Briefszene der Tatjana konnte sich die lettische Sopranistin Marina Rebeka gleich eindrücklich vorstellen: Sie gestaltete die Arie differenziert und mit schöner Leuchtkraft in der Stimme.

Ebenso packend gelang ihr die Schlussszene der Oper, gemeinsam mit dem spanischen Bariton Carlos Alvarez als Onegin. Dieser wiederum bestritt die Duell-Szene mit dem dritten Solisten im Bunde, dem italienischen Tenor Stefano Secco. Einfühlsam sang Letzterer die Arie des Lensky «Kuda, kuda».

Der Dirigent Marco Armiliato führte die Sänger stets sicher und animierte das bestens disponierte Luzerner Sinfonieorchester zu prächtigem Spiel – nicht zuletzt bei Walzer und Polonaise, die mit poliertem Glanz und russischem Seelen-Pathos erklangen.

Nach der Pause folgte der Verdi-Teil zunächst mit «La forza del destino», jener Oper, die der Komponist 1862 in St. Petersburg zur Uraufführung gebracht hatte. Die Ouvertüre mit dem Schicksalsmotiv erklang mit viel Brio und in prächtigen Farben. Marina Rebeka sang die Arie der Leonora «Pace, pace, mio Dio!» zwischen lyrischer Süsse und dramatischem Aplomb, gekrönt mit einem lang gehaltenen Spitzenton. Carlos Alvarez interpretierte die Arie des Carlo «Urna fatale» mit seinem dunkel gefärbten Bariton ein wenig eindimensional (die Cabaletta «Ah, egli e salvo!» war leider gestrichen).

Drei weitere Stücke des Galakonzerts stammten aus Verdis selten gespieltem «Simon Boccanegra» (1857/1881). Gekappt um das einleitende Rezitativ sang Stefano Secco die Arie des Gabriele «Cielo pietoso rendila» mit einnehmender Phrasierung, aber trockenem Timbre. Bestens harmonierte sein Tenor dafür mit Marina Rebeka (als Amelia) in dem Duett «Vieni a mirar la cerula».

Starke Gefühle

Das Terzett «Perdon, Amelia» aus dem zweiten Akt des düsteren Werks vereinigte alle drei Solisten des Abends. Die Figuren spüren darin ihren starken Gefühlen nach und sinnieren über ihre Befindlichkeit in einer Prägnanz, wie sie nur Verdi auf diese unnachahmliche Art in Gesang und Töne umsetzen konnte.

Den Schlusspunkt setzte das Duett Carlo/Rodrigo, «E lui! desso! l’infante» aus «Don Carlo» (1867). Das «Freundschafts-Duett», das die Liebe zur Freiheit besingt, ist ein beliebtes Wunschkonzert-Stück. Stefano Secco und Carlos Alvarez spornten sich gegenseitig an. Seccos Stimme klang hier weich und rund, und auch Alvarez’ Bariton ertönte freier als zuvor. Die beiden liessen das Duett zum krönenden Abschluss des Konzerts werden. Der Applaus des Publikums für die Gesangssolisten und das LSO war überaus herzlich. Leider gab es keine Zugabe: Auf die geladenen Gäste wartete nebenan im Luzerner Saal ein russisches-Galadiner. Na sdorowje!

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