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KKL: Retro-Festival: Die grossen Gefühle – klassisch gerockt

Am «The Retro Festival» traten Foreigner zweimal vor ausverkauftem Saal auf – zusammen mit dem 21st Century Orchestra und dessen Chor. Das holte viele von den Stühlen. Und der Sänger kletterte sogar auf diese.
Susanne Holz
Foreigner mit dem stimmgewaltigen Frontman Kelly Hansen und das 21st Century Orchestra rockten am Wochenende das KKL. (Bild: Corinne Glanzmann (20. Mai 2017))

Foreigner mit dem stimmgewaltigen Frontman Kelly Hansen und das 21st Century Orchestra rockten am Wochenende das KKL. (Bild: Corinne Glanzmann (20. Mai 2017))

Susanne Holz

susanne.holz@luzernerzeitung.ch

Es war klar: Wenn am Samstagabend Foreigner im KKL auftreten, ist Retro angesagt. Der Sound der 80er-Jahre wird einen einholen, zusammen mit der Erinnerung an diese Zeit, als es noch kein Youtube und noch nicht mal einen CD-Player gab. Dafür waren die Liedtitel so eingängig und zeitlos, dass sie einem heute noch ein Begriff sind, auch ohne eingefleischter Foreigner-Fan zu sein: «I Wanna Know What Love Is», wer wüsste das nicht gerne? «Juke Box Hero», ja klar, jeder von uns ist einer! «Cold As Ice», nicht so gut, diese Kälte, passiert einem aber leider immer wieder.

Kurz und gut: Foreigner machen Musik entlang der grossen Gefühle vieler Menschen, und dies massentauglich, mit Wohlfühlfaktor – und auch mit Leidenschaft. Sie sind solide, genauso wie ihr Publikum – auch wenn von der 1977 gegründeten, britisch-amerikanischen Band heute nur noch Gitarrist und Songschreiber Mick Jones (73) übrig ist. Macht nichts, es hat alles neu dabei für den alten Sound: Keyboarder, Schlagzeuger, trainierte Männer an Gitarre und Bass. Und natürlich den Ex-Hurricane-Sänger Kelly Hansen (56), der bei der Bandgründung vor 40 Jahren gerade mal 16 Jahre alt war.

Wo hat bloss die Band noch Platz?

Hansen hat eine sehr gute Stimme, und er ist ein Entertainer durch und durch. Die Haare lang, die Brillengläser schwarz, die Jeans ebenso, turnt er bereits bei Lied eins über die Stuhllehnen und macht das Publikum im Parkett glücklich. «We are thrilled to be here», verkündet er, «are you ready to go with us?»

Das Publikum wartet nur darauf, bereit zu sein für diese Band, selbstverständlich auch fürs 21st Century Orchestra und dessen Chor, der sich schön edel über dem Orchester formiert hat und zusammen mit diesem aufs Konzert einstimmt, als die Band noch gar nicht auf der Bühne ist. Wo hat die bloss noch Platz? So fragt man sich kurz, bevor die Musiker die Bühne stürmen und zu «Cold As Ice» ansetzen.

Eine kluge Wahl, dieser Hit von 1977 gefällt fast jedem, vermutlich auch dem Herrn, dem immer wieder die Augen zufallen oder jenem mit dem süffisanten Lächeln ab und zu. Ansonsten zeigt ein Blick in die Runde ein durch die Reihen (und Balkone) begeistertes Publikum, das vereinzelt tanzt und spätestens bei «Juke Box Hero» geschlossen steht und applaudiert. Die Streicher des 21st Century Orchestra sorgen für einen rhythmischen Klangteppich, Dirigent Ernst van Tiel greift auch mal zum Schellenring, während seine Musiker mit den Köpfen wippen.

Der Chor singt ergreifend zu «When It Comes To Love», und zu «Fool For You Anyway» glitzern die Trompeten und Posaunen golden im lila-roten Licht. Da ist es wieder einmal: das KKL-Gesamterlebnis, die grosse Freude an der Musik über Genres hinweg. So ein Konzert, gemeinsam organisiert von 21st Century Orchestra und dem Hotel Schweizerhof («The Retro Festival»), sei fast nur in Luzern möglich, meinte Co-Produzent Pirmin Zängerle am Sonntag. Zängerle freute sich riesig über den Erfolg vom Samstagabend. Eine Woche habe die Band mit Orchester und Chor trainiert.

Entsprechend bittet Kelly Hansen das Publikum am Ende, sich hinzusetzen, damit er seinen Dank an die Musiker aus Luzern aussprechen kann. Dann darf man wieder stehen – und seine Begleitung in den Arm nehmen. Hansen: «Are you with me, Lucerne? Sing with us, sing with the choir! Put your arms around the person besides you!» Was nun kommt, ist klar: «I Wanna Know What Love Is». Vermutlich singen nun alle aus voller Brust mit – auch die mit dem süffisanten Lächeln ab und zu. Berührend ist der Abschluss, riesig der Applaus.

Das vom Hotel Schweizerhof veranstaltete Festival zieht nach der erstmaligen Erweiterung von drei auf fünf Konzertabende positive Bilanz. 92 Prozent habe die Auslastung betragen. Für die kommende Ausgabe stehen schon Auftritte von Suzy Quatro und der Spider Murphy Gang fest.

Das Konzert von Foreigner mit dem 21st Century Orchestra am Samstag im KKL in Luzern. (Bild: Corinne Glanzmann)
Frontman Kelly Hansen rockte den ausverkauften Saal. (Bild: Corinne Glanzmann)
Umberto Tozzi eröffnete das Festival am Mittwoch. (Bild: Marc Gilgen/The Retro Festival)
Das vom Hotel Schweizerhof veranstaltete Festival zog viele Besucher an. (Bild: Marc Gilgen/The Retro Festival)
Das Festival zog mit einer Auslastung von 92 Prozent eine positive Bilanz. (Bild: Marc Gilgen/The Retro Festival)
Neu fand das Festival an fünf anstelle von drei Abenden statt. (Bild: Marc Gilgen/The Retro Festival)
Die Band Starship heizte dem Publikum im Schweizerhof ein. (Bild: Marc Gilgen/The Retro Festival)
Foreigner am Samstagabend. (Bild: Marc Gilgen/The Retro Festival)
Starship's Mickey Thomas bei seinem Auftritt. (Bild: Marc Gilgen/The Retro Festival)
The Hooters posieren mit dem Publikum für die Kameras. (Bild: Marc Gilgen/The Retro Festival)
10 Bilder

Das Retro-Festival in Luzern

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