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KKL: Swing, Swing, Swing – aber immer wieder neu

Wer Pepe Lienhard besucht, der weiss, was ihn erwartet. Doch der berühmte Bandleader belässt es nicht beim Abspielen alter Nummern. Und selbst diesen vermag er immer wieder etwas Überraschendes zu verleihen.
Pepe Lienhard (71) gibt seinem Publikum, was es erwartet, ohne auf Aktualität und Modernisierungen zu verzichten. (Bild: PD)

Pepe Lienhard (71) gibt seinem Publikum, was es erwartet, ohne auf Aktualität und Modernisierungen zu verzichten. (Bild: PD)

Pepe Lienhard ist schon eine gefühlte Ewigkeit im Geschäft, tourt mit seinen Big Bands durch die halbe Welt. Sicher, er hat sein Publikum, das teilweise mit ihm älter geworden ist. Doch würde eine solche Erklärung seines Erfolges bei weitem zu kurz greifen.

In den letzten 50 Jahren ist er nie stehen geblieben, hat immer wieder modernere Nummern in sein Programm eingeflochten. So wird seine Band regelmässig ans Jazz Festival in Montreux eingeladen, letztmals 2016 beim Auftritt mit Quincy Jones.

Es sind denn auch diese neueren Stücke, die im ausverkauften KKL am Sonntagmorgen im Rahmen des World Band Festivals begeistern. So mischt das «On Fire» des Klaviervirtuosen Michel Camilo mit seinen südamerikanischen Rhythmen den Saal auf. Positiv ist auch, dass Pepe Lienhard auf einen Teil der im Programm angegebenen Udo- Jürgens-Nummern verzichtet. Dafür wird dem ausgezeichneten Gesangsquartett The Voices zusätzlicher Platz eingeräumt, mit Liedern, die ebenfalls etwas mehr in der Moderne wurzeln. Ihr A-cappella-Gesang ist einer der Höhepunkte des Morgens.

Wechselspiel zwischen Drum, Big Band und Solisten

Doch auch bei ihrem bekannten Repertoire beschränkt sich die Band nicht darauf, dieses einfach abzuspulen. Ein Standard wie «Caravan» (Duke Ellington) wird im gewählten Arrangement zu einem spannenden Wechselspiel aus vertrackten Schlagzeugrhythmen (stark: Peter Lübke), den scharfen Big-Band-Einsätzen und dem ausschweifenden Trompetensolo von Sebastian Strempel. Das einleitende Piano-Solo oder der Einsatz von Piccolo-Flöte gibt dem Klassiker «Sweet Giorgia Brown» eine neue Note.

Die teilweise raffinierten Arrangements sind die eine Seite dieses erfreulichen Morgens. Die andere ist die routinierte, her­vorragend aufspielende Band. Höchste Präzision, organisches Spiel und viel, viel Swing sind das Markenzeichen. Die Sorge ihres Leaders ist völlig unbegründet: «Um 9 Uhr morgens Soundcheck! Dies ist genau die Zeit meiner Musiker! Kurz bevor sie normalerweise ins Bett gehen.»

Neben dem Gesangsquartett stehen weitere drei Gesangssolisten auf der Bühne. Die schwarze Dorothea Fletcher mit ihrer lockeren, weit tragenden Stimme sorgt für das Jazzgefühl, während der Kanadier Kent Stetler eher für «Frank-Sinatra-Sound» steht. Richtig Stimmung bringt der Entertainer Pino Gasparini. Rot gekleidet und mit einer überzeugenden Show peitscht er alte Hits wie «Buona Sera, Signorina» und «Just a Gigolo» durch den Saal.

Roman Kühne

kultur@luzernerzeitung.ch

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