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KKL: US-Sängerin Angel Blue bereicherte Neujahrskonzerte im KKL

Mit Musik zwischen Broadway, Jazz und Klassik begeisterte das Luzerner Sinfonieorchester unter seinem Chefdirigenten James Gaffigan zum Jahresanfang. Für Highlights sorgte auch die Solosängerin.
Fritz Schaub
US-Sängerin Angel Blue entzückt im KKL (hinten Nicholas Angelich am Flügel). (Bild: Nadia Schärli (2. Januar 2018))

US-Sängerin Angel Blue entzückt im KKL (hinten Nicholas Angelich am Flügel). (Bild: Nadia Schärli (2. Januar 2018))

Fritz Schaub

kultur@luzernerzeitung.ch

Ein US-Dirigent, eine US-Sängerin und ein US-Pianist. Amerikanischer konnte es wahrlich nicht zugehen als bei den Neujahrskonzerten des Luzerner Sinfonieorchesters am Montag und Dienstag. Gespielt wurde selbstredend auch Musik aus der Neuen Welt, und zwar von George Gershwin.

Da passte es hervorragend, dass sich auch die Musiker des Orchesters ganz verwandelt zeigten und wie Chefdirigent James Gaffigan im weissen Smoking auftraten. Und selbst dies hatte seinen Ursprung auf dem neuen Kontinent. Angeschafft wurde er nämlich im Hinblick auf das Gastspiel, welches das Luzerner Sinfonieorchester am Festival in Ravinia in der Nähe von Chicago im kommenden Sommer geben wird – ein weiteres Zeichen dafür, wie international inzwischen unser Klangkörper geworden ist.

Film, Musical und Broadway

Musik von George Gershwin (1898–1937) wird auch bei uns häufig in klassischen Konzerten gespielt, aber meist im Verein mit anderen Komponisten und mit Vorliebe mit dem Schwerpunkt auf den bekannten Werken wie «Rhapsodie in Blue». Erfreulich, dass für einmal ein Konzert ausschliesslich dem US- Komponisten gewidmet und dabei das Spektrum auf Film und Musical ausgeweitet wurde.

Sofort tauchte man voll ein in die unterhaltsamen Genres, mit Auszügen aus der Filmmusik «Shall We Dance» und mit «Wintergreen For President» aus dem Musical «Of Thee I Sing». Bereits hier gesellte sich die Sängerin Angel Blue zum Orchester und sang temperamentvoll, indem sie sich direkt ans Publikum wandte, den Song «Beginner’s Luck» aus dem 1937 uraufgeführten Filmmusical. Worauf es beim Orchester ankam, zeigten schon die vor allem beim Saxofonregister ungewöhnlich vielen Instrumente (vom Altsaxofon bis zum Tenorsaxofon). In der Promenade («Walking The Dog») bestimmten sie mit exzellenten Soli den schlendernden Rhythmus und die abgedämpften Klangfarben. Während es in dem 1931 im Music Box Theatre in New York uraufgeführten «Of Thee I Sing» richtig fetzig zuging.

Ihren grossen Auftritt hatte die erstmals in Luzern auftretende Angel Blue in den beiden Songs aus Gershwins grossartiger Oper «Porgy And Bess». Zuerst sang sie mit Claras Wiegenlied «Summertime» einen der bekanntesten Evergreens und mit «My Man’s Gone Now» den herzzerreissenden Song der Serena, die den Tod ihres Mannes beklagt. Beide Male geschah dies mit rauchigem Timbre und ohne Mikrofon. Hingegen bediente sich die Sängerin unnötigerweise auch bei den mit Klavier begleiteten fünf Songs, zu denen meist Gershwins Bruder Ira die Texte schrieb, des Mikrofons.

Brillanter Nicholas Angelich

Interessanterweise ist Angel Blue auch eine klassisch ausgebildete Opern- und Konzertsängerin, die Partien wie Mimi und Manon oder Mahler singt. Selbstverständlich gilt der klassische Hintergrund auch für James Gaffigan und den Pianisten Nicholas Angelich, der bereits 2010 beim Luzerner Sinfonieorchester debütierte. Gar nicht selbstverständlich ist, wie sich die beiden in den von Ragtime und Blues bestimmten Stil von George Gershwin einfühlten und Swing in die Musik brachten. Vor allem dem Dirigenten fuhr der Rhythmus buchstäblich in die Beine, und er übertrug ihn messerscharf zuspitzend auf das Orchester, das sich willig mitreissen liess zu machtvoll glänzenden Höhepunkten.

In «An American In Paris» überzeugte das Orchester zum Abschluss auch in den eingeschobenen melancholischen Abschnitten, in denen Englischhorn, Trompete, Saxofon, Po-saune, erste Violine und nicht zuletzt die grunzende Basstuba mit Soli glänzten. Beim «Concerto in F» ging zwar das Klavier, von den mächtigen Klangwogen bedrängt, bisweilen unter. Aber in den häufigen Stellen, bei denen das Klavier solo spielen kann, und vor allem im langsamen Mittelsatz begeisterte Angelich durch fein differenzierten Anschlag und seine quasi improvisierende Einstellung, im perkussiven Finalsatz auch durch fingerfertige Virtuosität und hämmernde Schlagkraft.

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