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KLANG MEGGEN: «In der Musik ist die Spitze nah zusammen wie im Sport»

Seit zehn Jahren veranstaltet Roland Meier Kammermusik auf Schloss Meggenhorn. Und sagt, wie sich «Klang» auch ohne grosse Namen etabliert hat.
Am Kammermusikfestival «Klang» werden u.a. aufspielen: das Leipziger Streichquartett mit Fabio di Casola, das Amar-Quartett und das Trio Ramon Jaffé. (Bild: Archiv Neue LZ)

Am Kammermusikfestival «Klang» werden u.a. aufspielen: das Leipziger Streichquartett mit Fabio di Casola, das Amar-Quartett und das Trio Ramon Jaffé. (Bild: Archiv Neue LZ)

Roland Meier, in der Region werden viele Kammermusikfestivals gegründet, aber oft auch wieder eingestellt. Die «Klang»-Musiktage auf Schloss Meggenhorn haben sich in zehn Jahren etabliert. Wieso?

Roland Meier: Ein Grund waren wohl die guten Startbedingungen. Wir haben den Termin zwischen Weihnachten und Silvester damals auch deshalb gewählt, weil es in dieser Zeit im Konzertkalender eine Art Festtagspause gab. Anfangs waren unsere Konzerte denn auch praktisch ausverkauft.

Das ist heute anders?

Meier: Ja, nach meiner Beobachtung hat die Zahl der Veranstaltungen in dieser Zeit zugenommen. Denn über die Festtage machen die Leute Ferien an der Sonne oder gehen Skifahren. Konzerte in dieser Zeit bieten dagegen jenen, die hier bleiben, auch die Möglichkeit für spezielle Erlebnisse. Die Auslastung um 80 Prozent, die sich eingependelt hat, verdanken wir auch einem Stammpublikum – mit Besuchern aus der Westschweiz und dem Tessin. Oft denken die Leute, es sei ausverkauft, aber wir haben auch heuer noch Karten.

Als künstlerischer Leiter tritt bei «Klang» der bekannte Klarinettist Fabio Di Casola auf. Ansonsten verzichten Sie auf grosse Namen. Lässt das Budget grössere Sprünge nicht zu?

Meier: Dass bei einem Saal mit 100 Plätzen die Ticketeinnahmen beschränkt sind, war von Anfang an klar. Und auch bei kleineren Budgets ist es möglich, prominente Musiker für eine Mitarbeit zu gewinnen. Der Verzicht auf Stars gehört bei «Klang» zum künstlerischen Konzept.

Inwiefern?

Meier: Wie überall hat es auch in der Musik ganz vorne an der Spitze nur für wenige Platz. Sicher ist die künstlerische Qualität der wichtigste Faktor, um an diese Spitze zu gelangen. Aber es ist doch nur ein Faktor unter anderen. Oft entscheidet auch ein geschicktes Marketing, wer breit bekannt wird. Und das schafft eine gewisse Eigendynamik: Veranstalter laden bereits bekannte Künstler ein, weil diese einen gewissen Publikumszuspruch garantieren. Damit werden diese Künstler zusätzlich populär, was wiederum Folge-Engagements erleichtert.

Sie würden also sagen, Stars sind vor allem Marketing-Produkte?

Meier: Nein, so weit würde ich nicht gehen, schliesslich sind diese Stars in aller Regel grosse Künstler. Aber ich vergleiche die Situation gerne mit dem Sport. Da sind jene, die es auf die Podeste schaffen, den anderen oft nur um ein paar Hundertstel voraus. Die Unterschiede können also so klein sein, dass man sie von Auge gar nicht wahrnehmen kann. In der Musik gibt es ein ähnliches Phänomen: Auch da gibt es viele tolle Musiker, die nicht im grossen Scheinwerferlicht stehen, obwohl sie sich auf gleichem Niveau bewegen wie die ganz grossen Namen.

Und diese Künstler laden Sie nach Meggen ein?

Meier: Ja, auch noch aus einem anderen Grund. Es gibt in der Musik viele Fördermöglichkeiten für junge Musiker. Aber ab einem gewissen Alter sind diese Töpfe und die Wettbewerbe für sie geschlossen. In diesem Sinn verstehen wir «Klang» als eine Art weiterführender Förderung für Musiker nach dem erfolgreichen Karrierestart.

Können Sie aus dem aktuellen Jubiläumsprogramm ein paar Beispiele nennen?

Meier: Ja, ein Beispiel, das zeigt, wie fliessend die Grenzen sind, ist das Leipziger Streichquartett, das sich in Deutschland zwar einen gewissen Namen gemacht hat, bei uns aber noch nicht so bekannt ist. Umgekehrt berücksichtigen wir Musiker aus der Schweiz wie das Amar Quartett oder das Schweizer Klaviertrio.

«Klang» konzentriert sich auf klassisch-romantische Kammermusik. Ergibt sich das aus dem Fokus auf die Klarinette?

Meier: Nein, das entspricht Di Casolas Programmphilosophie. Sie lautet: Musik soll zwar immer gefallen, aber die Programme dürfen nie langweilig sein. Den Reiz des Neuen bringen wir mit ein, indem wir neben bekannten Repertoire-Klassikern immer wieder Raritäten präsentieren. So erklingt dieses Jahr im Eröffnungskonzert neben Mozarts Klarinetten-Quintett auch jenes seines Zeitgenossen Franz Krommer. Und im Schlusskonzert gibt es Musik, die von der Volksmusik der Herkunftsländer der Komponisten inspiriert ist.

In Meggen erklingt Kammermusik in einem Salon, für den sie oft geschrieben wurde. Kann man damit ein jüngeres Publikum ansprechen, das einen lockeren Rahmen bevorzugen würde?

Meier: Der stilvolle Rahmen auf Schloss Meggenhorn ist etwas, das unsere Besucher sehr schätzen. Aber natürlich ist dieses Stammpublikum, wie bei Kammermusik üblich, älter. Trotzdem versuchen wir, auch jüngere Besucher anzusprechen. Beim «Klang»-Festival im Sommer etwa schafft der Apéro auf der Terrasse einen lockeren Rahmen – da begrüsse ich auch ohne Krawatte das Publikum. (lacht) Zudem bieten wir auf Anmeldung einen Kinderhort – es ist mir ein Rätsel, wieso dieses Angebot kaum genutzt wird. Vor allem aber nutzen wir die Nähe zum Publikum, indem die Musiker immer eine kurze Einführung geben.

Oft können Musiker kaum die Zugabe verständlich in den Saal murmeln. Bei «Klang» funktioniert das?

Meier: Ich mache auch die Erfahrung, dass Musiker lieber Musik machen. Aber didaktische Referate wären hier ja auch fehl am Platz. Oft genügt eine persönliche Bemerkung, um auf eine andere Art einen Draht zum Publikum herzustellen. Ich erinnere mich an die 32-jährige Pianistin Luisa Splett, die lachte, wenn sie so lange zu leben hätte wie Schubert, den sie danach spielte, wäre sie jetzt bereits tot. Besser hätte sie nicht vermitteln können, wie viel jugendlicher Geist in mancher Kammermusik steckt.

Interview Urs Mattenberger

Klarinette als Star

PROGRAMMDer Kulturmanager Roland Meier gründete vor zehn Jahren auf Schloss Meggenhorn das Kammermusikfestival Klang Meggen im Winter, zu dem inzwischen weitere Klang-Festivals im Sommer (ebenfalls in Meggen) und in Zürich hinzugekommen sind.

Das Jubiläumsprogramm umfasst sechs Konzerte zwischen dem 26. und 30. Dezember. Zu allen Konzerten wird ein Dinner sowie ein Shuttle-Bus ab Luzern angeboten:

Samstag, 26. September, 17.45: Leipziger Streichquartett und Fabio di Casola; Klarinettenquintette von Krommer und Mozart, Streichquartett von Joseph Haydn.

Sonntag, 27. Dezember, 11.00: Amar-Quartett mit di Casola und Bernhard Röthlisberger, Klarinetten; Werke von Mozart, Krommer und Martinu.

Sonntag, 27. Dezember, 17.45: Pacific Quartettaus Wien; Werke von Scarlatti, Haydn und Brahms.

Montag, 28. Dezember, 17.45: Schweizer Klaviertrio; Werke von Schumann und Brahms.

Dienstag, 29. Dezember, 17.45: Duo Nina Karmon (Violine) und Terhi Dostal (Klavier); Werke von Schubert, Brahms und Sarasate (Zigeunerweisen).

Mittwoch, 30. Dezember, 17.45: Trio Ramon Jaffé (Cello), Fabrio di Casola (Klarinette) und Alena Cherny (Klavier); Folklore-inspirierte Musik von Chopin bis Bartók.

Hinweis
Infos und VV: www.klang.ch
Tel. 041 250 79 02

Roland Meier, Intendant «Klang» Meggen: «Auf Anmeldung bieten wir auch einen Kinderhort an.»

Roland Meier, Intendant «Klang» Meggen: «Auf Anmeldung bieten wir auch einen Kinderhort an.»

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