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KLASSIK: Arabella Steinbacher – umarmt von den Musikern

Arabella Stein­bacher nahm mit den Festival Strings eine hoch gelobte Mozart-CD auf. Was sie am Luzerner Orchester mag, sagt sie vor der Herausforderung mit Beethovens Violinkonzert.
Stargeigerin mit deutsch-japanischen Wurzeln: Arabella Steinbacher wagt sich mit den Strings nach dem Erfolg mit Mozart an Beethovens Violinkonzert. (Bild: Peter Rigaud)

Stargeigerin mit deutsch-japanischen Wurzeln: Arabella Steinbacher wagt sich mit den Strings nach dem Erfolg mit Mozart an Beethovens Violinkonzert. (Bild: Peter Rigaud)

Katharina Thalmann

Arabella Steinbacher (34) spaziert über den Viktualienmarkt in München. Ihre Begeisterung für die klassische Musik und die Festival Strings ist ihr sogar über das Telefon anzuhören. Das Ensemble mit seinem künstlerischen Leiter Daniel Dodds und sie hätten sich von Anfang an gut verstanden. Naheliegend also, dass die japanisch-deutsche Geigerin Principal Guest Artist der Festivals Strings bis zur laufenden Saison wurde.

Trotzdem war die Zusammenarbeit mit den Strings für Steinbachers erste und hoch gelobte Aufnahme von Violinkonzerten Mozarts auch gewagt: «Wir hatten diese Aufnahme ohne gemeinsame Erfahrung geplant», erinnert sich die international gefragte Geigerin: «Es gab damals ein Konzert in Cremona und danach direkt die Aufnahme. Vieles war von Anfang an klar, zum Beispiel die Artikulation und die ganzen Details. Wir brauchten nicht viel zu erklären und nicht viel zu proben.» Das sei keine Selbstverständlichkeit, gerade bei Mozart-Interpretationen mit all ihren stilistischen Feinheiten und Unterschieden bezüglich der Auffassung.

Spielen ohne Dirigent

Die Festival Strings sind Steinbacher schon lange ein Begriff; die Aufnahmen des Geigers Wolfgang Schneiderhan, der das Orchester 1956 gegründet hatte, kennt sie schon seit ihrer Kindheit. «Ich glaube, dass sich Tradition im Klang fortsetzt. Ich bin selbst ganz klassisch aufgewachsen, was die Art, Mozart zu spielen, betrifft.»

Die Festival Strings zeichnen sich durch einen warm leuchtenden, quasi wienerischen Klan aus. «Das ist auch meine Vorstellung eines idealen Mozart-Klangs», so Steinbacher. «Das hat viel zu tun mit seinen Opern und Arien. Die Violinkonzerte sind dem Gesang immer ganz nahe, deswegen brauchen sie viel Klangschönheit und Farben sowie Experimente mit dem Vibrato.»

Das klingt nach einer anspruchsvollen Aufgabe für die Solistin wie für das Ensemble. Gelöst wird sie zudem noch ohne Dirigent – im Konzert im KKL jetzt selbst in Grossbesetzung mit Beethovens Violinkonzert. «Das ist eine ganz andere Art zu musizieren», sagt Steinbacher zu dieser Herausforderung: «Bei Mozart sind wir eine kleinere Gruppe, bei Beethoven wird es eine spannende Premiere. Ich stehe jeweils in der Mitte des Orchesters und fühle mich umarmt von den Musikern, alle sind ganz bei mir, wir atmen gemeinsam. Es gibt keinen Mittler, niemand steht dazwischen.»

Daumen drücken

Nicht nur wegen der grösseren Besetzung ist die Aufführung von Beethovens Konzert ohne Dirigent eine Herausforderung. Hinzu kommt, dass in diesem Werk das tänzerische, körperliche Moment, das den Mozart-Konzerten innewohnt, nicht so stark ausgeprägt ist: «Bei Beethoven geht das schon noch, weil es ein sehr filigranes durchsichtiges Stück ist. Daumen drücken.» Wichtig sei, dass sich das Orchester von sich aus selbst anleite: «Daniel Dodds wird oft die Führung übernehmen müssen. Bei langen musikalischen Bögen kann ich nicht anfangen, Zeichen zu geben. Aber ich bin zuversichtlich.»

Weiser Mensch, verspieltes Kind

Zum Schluss die übliche Gretchenfrage: Welchem Komponisten fühlt sich Arabella Steinbacher näher, Mozart oder Beethoven? «Ich könnte mich wirklich nicht entscheiden. Vergleicht man die Violinkonzerte, dann hat das Beethoven-Konzert schon noch mal eine andere innere Grösse und ruht einfach so in sich. Wie ein alter weiser Mensch, der über allem drübersteht. Mozart-Konzerte klingen eher wie ein verspieltes Kind, das Verschiedenes entdecken möchte und ein bisschen frech ist. Die Spielart ist bei Beethoven deshalb etwas ganz anderes. Da empfinde ich innerlich viel mehr Raum und Grösse, um diese unendlich langen Bögen zu ziehen.»

Zukunftspläne mit den Strings

Dass die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen den Strings und Steinbacher noch nicht an ein Ende gelangt ist, davon ist sie überzeugt. Es seien ja erst drei der fünf Mozart-Konzerte eingespielt. «Wir sind inzwischen wie eine grosse Familie, und es macht irrsinnig viel aus, wie man sich auf der Bühne fühlt. Da freu ich mich schon total drauf.»

hinweiS

Konzert: Donnerstag, 12. Mai, 19.30 Uhr, Konzertsaal, KKL Luzern; VV: Tel. 041 226 77 77

Verlosung: Wir verlosen 3-mal 2 Tickets für dieses Konzert der Festivals Strings mit der Geigerin Arabella Steinbacher. Wählen Sie heute die Telefonnummer 0901 83 30 25 (Fr. 1.50 pro Anruf) oder nehmen Sie unter www.luzernerzeitung.ch/wettbewerbe an der Verlosung teil.

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