KLASSIK: Ausdrucksvolle Klangmalereien bezauberten

Mit «Besuch aus dem Süden» wurden die diesjährigen Musiktage auf Schloss Meggenhorn eröffnet. Das Tessiner Trio des Alpes bewies seine individuelle wie kollektive Klasse.

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Das Trio des Alpes eröffnete das Festival. Von links: Claude Hauri, Hana Kotkovà und Corrado Greco. (Bild: Walter Coccarelli/PD)

Das Trio des Alpes eröffnete das Festival. Von links: Claude Hauri, Hana Kotkovà und Corrado Greco. (Bild: Walter Coccarelli/PD)

Durch Klangfarben besonderer Art zeichnet sich das Kammermusikfestival Klang Meggen zwischen Weihnachten und Neujahr auf Schloss Meggenhorn seit 11 Jahren aus. Das diesjährige Eröffnungskonzert mit dem Trio des Alpes am Montagabend im stimmungsvoll geschmückten Schlosssaal zeigte erneut die Vielseitigkeit und Einzigartigkeit der feinen Musiktage.

So nahe ist man Musikern sonst selten, so direkt hört man kleinste Nuancen kaum anderswo, und das ist besonders reizvoll. Das Klaviertrio aus dem Tessin überzeugte durch exzellentes Zusammenspiel und mühelose Virtuosität ebenso wie durch ausdrucksvolle Klangmalerei.

Opernkomponist klar erkennbar

Nach der Begrüssung von Intendant Roland Meier erklang das Klaviertrio Es-Dur von Gaetano Donizetti. Es wurde aus zwei Fragmenten zusammengefügt, wie der Cellist Claude Hauri erläuterte. Und bestach durch einfache Melodik. Da liess sich der Opernkomponist erkennen, und gesanglich spielte Hana Kotkovà die Violinstimme aus. Cellist und Pianist Corrado Greco antworteten ebenso. Im langsamen Satz überwogen elegische Linien, bevor ein heiteres Thema in Variationen virtuos ausgespielt wurde.

Stilistisch ganz anders ist das Klaviertrio Nr. 1 d-Moll op. 49 von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Obwohl fast zur gleichen Zeit entstanden wie das Trio von Donizetti, fühlte man sich in ein anderes Jahrhundert versetzt. Das vom Cello kraftvoll intonierte Thema entwickelte leidenschaftliche Ausbrüche, in denen das Klavier in virtuosen Arpeggien mit den Streichern wetteiferte – vom Trio des Alpes hervorragend austariert. In den an die «Lieder ohne Worte» erinnernden Kantilenen des Andante liessen die drei Musiker romantische Stimmung schweben, und im Scherzo wurden die Elfentänze des «Sommernachtstraums» hörbar. Rasant schienen die Fabelwesen umherzuhuschen und zu verschwinden, worauf das Finale, sehr konzertant im Klavierpart, stürmisch ausgereizt wurde.

Nach kurzer Verschnaufpause wurde man direkt in Antonin Dvoráks Melodienreichtum entführt. Mit dem «Dumky»-Trio Nr. 4 e-Moll op. 90 entfaltete das Trio derart differenzierte Klangfarben, dass man atemlos lauschte. Wie Claude Hauri sein Cello samt-warm singen liess, wie Hana Kotkovà ihre Töne bis in höchste Lagen fein intonierte und Corrado Greco das Klavier nach kraftvollen Akkorden wieder zurücknahm, vereinte sich zur faszinierenden Interpretation.

Die vielen Themen, die Harmonie- und Rhythmuswechsel wurden durch alle Sätze hindurch subtil verbunden. Da hörte man im Adagio das Klavier wie Glockenschläge, und magische Streicherklänge verzauberten. Einzeln überzeugten die drei genauso wie als Ensemble. Mit einer Zugabe aus Haydns «Zigeunertrio» wurde das begeisterte Publikum verabschiedet. Doch man konnte sich, wie stets an den Musiktagen Meggen, bei Apéro und Diner mit den Musikern und Zuhörern unterhalten. Das ist ein besonders schöner Ausklang.

Gerda Neunhoeffer

kultur@luzernerzeitung.ch

Hinweis

«Klang Meggen», noch bis Freitag. Infos: /www.klang-meggen.ch