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KLASSIK: Brillante Musik unter Freunden

Diemut Poppen, Initiatorin der Rigi Musiktage, brachte mit befreundeten Musikern Kammermusik auf höchstem Niveau auf den Berg. Es war ein Genuss.
Gerda Neunhoeffer
Gerhild Romberger, begleitet von Adrienne Soos-Haag, auf Rigi-Kulm. (Bild: Manuela Jans-Koch)

Gerhild Romberger, begleitet von Adrienne Soos-Haag, auf Rigi-Kulm. (Bild: Manuela Jans-Koch)

Gerda Neunhoeffer

Wie wird ein Steinway-Flügel hoch auf Rigi-Kulm gebracht? Das erfuhr man im Eröffnungskonzert der 3. Rigi Musiktage am Freitagabend nicht. Doch dass der edle Klang dieses Flügels der Kammermusik im neu renovierten Speisesaal des Hotels besonderen Glanz verlieh, konnte man gleich zu Beginn hören. Da spielte das Klavier-Duo Adrienne Soos-Haag und Ivo Haag zwei Sätze aus «Six morceaux» op. 11 von Sergei Rachmaninow. Wie bewegte Wellen strömten die Töne sanft in «Barcarolle», verdichteten sich und verebbten wieder. Die «Romance» lebte von elegischer Melodik, die den verhangenen Wolken auf der Rigi an diesem Abend entsprach.

Märchenhafter Klang

Doch sowohl in der Musik als auch in der Natur gab es Aufhellungen; in Andante und Allegro assai vivace von Felix Mendelssohn Bartholdy op. 92 für Klavier zu vier Händen vor der Pause klangen vielerlei Stimmungen auf. Nach licht ruhigen Melodien fegten fast zu eilige Läufe wie Sturmwind unter wirbelnden Fingern über die Tasten.

Zwischen Rachmaninow und Mendelssohn gesellte sich Johannes Brahms, der auch auf der Rigi gewesen war und dem es dort ebenso sehr gefallen hatte. Die Altistin Gerhild Romberger gestaltete drei Lieder mit warm timbrierter und weich geführter Stimme; das «tiefe Blau» in der «Mainacht» klang märchenhaft, und den silbernen Mond meinte man zwischen Sträuchern zu sehen. In den zwei Gesängen für Altstimme, Viola und Klavier op. 91 verband sich der samtene Klang von Diemut Poppens Viola bestechend mit der Singstimme und der einfühlsamen Begleitung von Adrienne Soos-Haag. Das intensive Legato, das Gerhild Romberger durch alle Lagen nahtlos ineinanderfügte, spiegelte sich in den Instrumenten wieder.

Brahms hatte das «geistliche Wiegenlied» mit der Melodie «Joseph, lieber Joseph mein», die in der Viola immer wieder auftaucht, für seinen Freund Joseph Joachim und dessen Frau quasi als «Therapielied» komponiert. Die zauberhafte Interpretation begeisterte die zahlreichen Zuhörer.

Spürbare Verbundenheit

Nach der Pause mit sanft leuchtendem Abendhimmel, den man von der Terrasse aus betrachten konnte, erklang das «Forellenquintett» von Franz Schubert. Wie in den Schubertiaden zu Zeiten des Komponisten fanden sich auch hier Freunde zusammen, um zu musizieren. Diese Verbundenheit war zu spüren.

Die fünf Musiker spielten mit Lust, Leidenschaft und hoher Sensibilität, und man konnte meinen, dass sie täglich miteinander Musik machen. Farbenreich setzten Ilya Gringolts, Violine, und Silvia Simionescu, Viola, ihre Melodien gegen Cello und Kontrabass. Ivo Haag legte seinen Part hoch differenziert aus, damit das Gleichgewicht zwischen Streichern und Klavier immer ausgewogen war und jedes Thema ausschwingen konnte. Der Cellist Alexander Chaushian spielte das Thema im Variationssatz mit satt glänzendem Klang aus und Hayk Khatchatryans Kontrabass setzte magischen Untergrund. Perlende Klaviervirtuosität und spritzige Streichertöne wechselten zu melancholischer Klangdichte, und das Finale steigerte sich zum fulminanten Ende und Standing Ovations.

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