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KLASSIK: Ein selten gehörtes Händel-Oratorium gross angelegt

«Israel in Ägypten» – die Cantori Contenti Zug und die Matthäuskantorei Luzern interpretierten Händels Mammutwerk zweimal glanzvoll.
Grosser Raum für einen grossen Klangkörper: die Aufführung in der Pfarrkirche Cham. (Bild: Maria Schmid)

Grosser Raum für einen grossen Klangkörper: die Aufführung in der Pfarrkirche Cham. (Bild: Maria Schmid)

Am Samstag in der Lukaskirche Luzern, am Sonntag in der fast voll besetzten Pfarrkirche St. Jakob Cham: Das Oratorium «Israel in Egypt» von Georg Friedrich Händel (1685–1759) erhielt zwei glanzvolle Wiedergaben in Originalsprache, bei welchen der Chor musikalisch im Mittelpunkt stand. Aus den beiden Chören Cantori Contenti Zug und Matthäuskantorei Luzern entstand ein Klangkörper mit gut 50 Mitwirkenden, welcher in gleicher Weise durch eine exakte Wiedergabe des Notentextes sowie durch die nie nachlassende Konzentration überzeugte.

Neben dem eindrücklichen Gesamterlebnis liess der Höreindruck verstehen, warum dieses Werk nicht häufiger musiziert wird. Der sogenannte zweite Teil – vom ersten Teil erklang wie bei den meisten Aufführungen nur gerade die Ouvertüre – wurde fast ausschliesslich vom Chor gestaltet. Erst im dritten Teil, welcher in Rückerinnerung gedanklich den zweiten Teil mehr oder weniger wiederholt, kamen auch die Solisten vermehrt zum Einsatz. Der sehr aufwendige Chorpart ist meist polyphon gesetzt, und er verlangte eine intensive Vorbereitung. Diese wurde scheinbar problemlos geleistet, und selbst in den zahlreichen exponierten Stellen gelang eine durchwegs tadellose Intonation, welche sich mit einer stilgerechten Deklamation verband. Die Aufstellung als Doppelchor platzierte die beiden Soprangruppen beidseits ganz aussen. Da aber längst nicht immer doppelchörig gesungen wurde, stellten sich hohe Ansprüche an die klangliche und rhythmische Homogenität über die räumliche Trennung hinweg – ein Zusatzproblem, welches hervorragend gemeistert wurde.

Abgerundetes Klangerlebnis

Stephen Smith gewährte den Chorstimmen volle Entfaltung. So domi­nierte ganz eindeutig das Forte. Das State Philharmonic Orchestra of Sibiu aus Siebenbürgen/Rumänien (rund 30 Mitwirkende) musizierte nach ähnlichen Kriterien. Selbst gegenüber den Solisten wurde bis zum Orgelpositiv meist der volle Registerklang eingesetzt. In den Arien wurden die Solisten manchmal von zu kräftigen Bassinstrumenten übertönt. Man spielte auf modernen Instrumenten mit entsprechender Spieltechnik. An historische Aufführungspraxis gemahnte nur der konsequente Verzicht auf das Streicher-Vibrato. Während sich in den vordersten Reihen der Gesamtklang manchmal fast überschlug, wirkte er in der hintern Hälfte der grossen Chamer Kirche in sich geschlossen und schön abgerundet.

Unter den sechs Vokalsolisten dominierten die Mittelstimmen. Der lyrische Tenor Eelke van Koot überzeugte durch eine lebendige Gestaltung der Rezita­tive. Weniger seiner Stimme entsprach die Rache-Arie des dritten Teils. Ausgezeichnet adaptierte Carmen Würsch den eigentlich für einen männlichen Altus-Sänger geschriebenen Part an ihren wohlklingenden Mezzosopran. Genügend Freiraum erhielt sie sowohl bei der zweiten Arie wie im Duett mit dem Tenor durch eine für einmal diskrete Begleitung auf dem Cembalo. Die Sopranistinnen Gabriela Bürgler und Pauline Persoud sowie die beiden Bässe Richard Helm und Christian Peter Meier mussten sich bei je einem Duett mit kürzeren Einsätzen begnügen. Fast wichtiger waren ihre Leistungen als Stimmführer durch den Chorpart.

Ungewohntes überzeugte ebenso

Eigenartig der Schlusschor, welcher an mehreren Stellen durch kurze Rezitative der Solisten unterbrochen wurde: Aber in der vorgetragenen Interpretation wirkte selbst diese ungewohnte Form musikalisch überzeugend. Ein langer und intensiver Schlussapplaus verdankte die ausgezeichnete Gesamtleistung aller Mitwirkenden.Jürg Röthlisberger

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