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KLASSIK: Fulminantes Comeback

Oft scheint seine Musik für unser Ohr verführerisch einfach. Klare Linien, Melodien, die unserem natürlichen Hörverständnis schmeicheln, die intuitive Verständlichkeit der Akkorde: Alles macht die Musik von Johann Sebastian Bach direkt zugänglich.

Und doch, die Musik ist und bleibt ein Gradmesser für fast jeden Musiker. Gerade ihre Klarheit, ihre teils mechanische Eindringlichkeit ist die Klippe, die nicht alle gleich meistern.

Auch im Kammermusikkonzert vom Sonntagabend im Marianischen Saal zeigten sich klare Unterschiede. Auf der einen Seite spielt der Gitarrist Miloš Karadaglic ein Preludium für Gitarre von Bach. Er hat einen steilen Aufstieg hinter sich. Das Wunderkind von einst hat sich zielstrebig an die Spitze der Klassikcharts gespielt. Seine Konzerte fanden teils vor Tausenden von Zuschauern statt. Dann der Einbruch. Ein Muskelproblem zwang Miloš zu einer langen Pause.

Metrisches und doch hochsensibles Spiel

Der Auftritt am Sonntag ist eines seiner ersten Konzerte. Aber was für eines! Er spielt den Bach metrisch und doch hochsensibel. Ohne irgendwelche Extreme auszuloten, gibt er dem Stück eine innere Spannung, haucht im Geist und Leib ein. Mit dieser zurückhaltenden Bildlichkeit spielt er das ganze Programm. Die virtuose «Koyunbaba Suite» des Italieners Carlo Domeniconi interpretiert Miloš mit der gleichen inneren Intensität, unspektakulär sorgfältig, aber gerade dadurch voller Leben und Leidenschaft.

Natürlich sind ihm die aus­brechenden virtuosen Seiten nicht fremd, jedoch immer im Dienste des Stückes und der Erzählung, wie im Samba «Batucada» von Isaías Sávio. Dazu mochte Violinistin Kristine Balanas nicht recht passen. Sie wurde engagiert, als noch nicht klar war, ob Miloš würde spielen können. Technisch virtuos, überzeugen ihre Ausschnitte aus der Sonate für Violine Solo Nr. 3 nicht recht. Sie spielt mit Kraft, hart, ja aufdringlich gar, doch es fehlte an Wärme und Seele. (kü)

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