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KLEINTHEATER: Liebeserklärung an Buster Keaton

«Lachen verboten» heisst das Stück. Aber die Hommage an Buster Keaton bietet zu viel Komik, als dass dies dem Publikum gelingen würde.
Szene aus dem Stück «Lachen verboten» im Kleintheater. (Bild: PD)

Szene aus dem Stück «Lachen verboten» im Kleintheater. (Bild: PD)

Aaron Hitz und Max Merker müssen grosse Fans von Buster Keaton (1895–1966) sein – des grossen amerikanischen Schauspielers, Komikers und Regisseurs, der als «Der Mann, der niemals lachte» für seine Stummfilme und für sein Slapstick-Talent weltberühmt wurde. In ihrem Zweimann-Stück «Lachen verboten», das sie am Mittwoch im Kleintheater das erste Mal präsentierten, beweisen die beiden enormes Schauspieltalent, das zwingend sein muss, wenn man rund 70 Minuten quasi textlos agiert. Unbestritten sind die beiden Spieler auch körperlich in Topform: Ihre halsbrecherischen, athletischen und mitunter akrobatischen Einlagen sind schlicht verblüffend.

Tritte in den Hintern

Während der eine durch das Fenster fliegt, weicht der andere niederstürzenden Hausfassaden aus. Und als sich die beiden um eine Frau streiten, geht es alles andere als zimperlich zu und her. Tritte in den Hintern müssen ebenso weggesteckt werden wie vor die Stirn geknallte Türen. Man mag sich kaum vorstellen, dass die beiden Schauspieler ohne blaue Flecken und Schürfungen davonkommen.

Perfekte Missgeschicke

Was sehr beeindruckt, ist die Perfektion bei der Geschwindigkeit und den präzisen Einsätzen: Nur wenn jede Bewegung sitzt und trotzdem absolut zufällig und fast wie ein Missgeschick wirkt, ist dies Slapstick der allerfeinsten Sorte. Dies gelingt den beiden Künstlern. Inspiriert von Buster Keatons verblüffenden Gags, der kinetischen Raffinesse seiner Filme und der Tragik seines Lebens haben Aaron Hitz und Max Merker eine ebenso liebevolle wie atemberaubende Hommage an den grossen Künstler kreiert. Die beiden geben nicht nur im Spiel vollen Einsatz, sie sind auch für die Regie verantwortlich.

Wie in einem alten Kinosaal

Das Bühnenbild entführt das Publikum in die Zeit der schwarz-weissen Stummfilme. Die Kulisse und die Kostüme sind in Schwarz/Weiss gehalten, was die Illusion fast perfekt macht, man sitze grad hundert Jahre früher in einem alten Filmsaal.

Hommage an den Stummfilm

Das Stück ist auch eine Hommage an den Stummfilm. Statt der Sprache kommen verschiedene Musikinstrumente zum Einsatz, zum Teil ab Band, zum Teil live auf der Bühne. Wo nötig, werden Sätze auf einer Leinwand eingeblendet, wie es früher die Texttafeln auch taten.

Das Premierenpublikum im Luzerner Kleintheater quittierte das turbulente Treiben auf der Bühne mit unzähligen Lachsalven, schrie bei der einen oder anderen lautstarken Aktion auf der Bühne vergnügt auf und zeigte sich ebenso fasziniert wie amüsiert. Der Titel des Theaterstücks, «Lachen verboten», konnte demnach definitiv nicht eingehalten werden.

Yvonne Imbach

Hinweis

Weitere Aufführungen: heute Abend und morgen, 19. September, jeweils 20 Uhr. Vorverkauf: www.kleintheater.ch oder Telefon 041 210 33 50 (17 bis 19 Uhr).

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