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KLEINTHEATER LUZERN: Auch Lachse kennen Sehnsucht

Uraufführung im Kleintheater: Im Rahmen des Kulturprojekts «Sehnsucht» inszeniert die Theatergruppe Zell:Stoff Dominik Buschs Text «Der Weg der Lachse».
Am Ende seiner Reise angekommen: Eingangsszene des Stücks «Der Weg der Lachse» im Kleintheater Luzern. (Bild: PD/Ingo Höhn)

Am Ende seiner Reise angekommen: Eingangsszene des Stücks «Der Weg der Lachse» im Kleintheater Luzern. (Bild: PD/Ingo Höhn)

Kurt Beck

Abtauchen im Luzerner Kleintheater. Ohne die Luft anhalten oder sich Pressluftflaschen umschnallen zu müssen, kommt das Premierenpublikum in den Genuss eins Tauchgangs in die sauerstoffreichen Gewässer eines Gebirgsbachs und wird dabei Zeuge eines Gesprächs zwischen zwei Lachsen.

Das ältere, arg ramponierte Exemplar hat eine erschöpfende, gefährliche Reise hinter sich. Wie in seinem genetischen Code festgeschrieben, ist es aus dem Meer in jenes Gebirgsgewässer zurückgekehrt, in dem es als befruchtete Eizelle ins Leben gekommen ist. Der junge Lachs, vital, aber naiv, entdeckt in den todmüden Augen des Alten das Meer und seine unermessliche Weite, die umgehend seine Sehnsucht und Abenteuerlust entfachen. Er kann es kaum erwarten, die Flunder zu vermöbeln, während der Alte sich noch einmal kratzen lässt und sich sterbend in die Rückenlage dreht.

Eine Gemeinschaftsproduktion

Die erste Szene der Produktion «Der Weg der Lachse» zeigt das Ende einer Lachswanderung und ist zugleich ein Neustart des rätselhaften Lebenszyklus der Lachse, die im Süsswasser aufwachsen und als Ausgewachsene jahrelang im Meer herumräubern. Das Stück ist ein Gemeinschaftsprojekt der freien Luzerner Theatergruppe Zell:Stoff, das im Rahmen des von der Albert Koechlin Stiftung initiierten und finanzierten Kulturprojekts «Sehnsucht» entstanden ist. Dominik Busch (Text), Patric Gehrig (Schauspiel) und Sophie Stierli (Regie) haben das Stück gemeinsam erarbeitet und mit Marie Gesien, Adrian Furrer (Schauspiel), Saskya Germann (Bühne/Kostüme) und Kevin Graber (Videos) als Koproduktion des Kleintheaters realisiert.

Das Stück besteht aus einer Folge von inkohärenten Episoden, deren Klammer einerseits die Migration der Lachse und andererseits die Geschichte eines eingeklemmten Waldarbeiters bilden. Das Spiel auf der Bühne wird mehrmals mit live übertragenen Videoszenen aus dem Aussenraum angereichert. Die eingespielten Videobilder erinnern an die Vergangenheit des Theaters als Tele-Café und lassen Möglichkeiten erahnen, die dereinst eine Salle Modulable bieten könnte.

Hinweis

Weitere Aufführungen heute und morgen 20 Uhr im Kleintheater Luzern. www.kleintheater.ch

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