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KOMÖDIE: Elvis und Nixon – Gipfeltreffen der besonderen Art

Der weltberühmte Sänger und der einstige ­amerikanische Präsident: «Elvis & Nixon» erzählt sehr unter­haltsam und glänzend gespielt von deren einziger Begegnung.
Peter Mosberger
Es entsteht das Foto, auf welchem der Film basiert: Elvis Presley (Michael Shannon, rechts) besucht Richard Nixon (Kevin Spacey) im Oval Office. (Bild: Ascot Elite/PD)

Es entsteht das Foto, auf welchem der Film basiert: Elvis Presley (Michael Shannon, rechts) besucht Richard Nixon (Kevin Spacey) im Oval Office. (Bild: Ascot Elite/PD)

Peter Mosberger

Das Treffen fand am 21. Dezember 1970 statt, und die Initiative war dabei von Elvis Presley ausgegangen. Der Bürgerschreck der 1950er-Jahre hatte sich ­inzwischen zum besorgten Bürger gewandelt, der die aktuelle Gegenkultur – Studentenproteste, Vietnam-Demonstrationen, Bürgerrechtsbewegung – als gesellschaftliche Bedrohung empfand und einen persönlichen Beitrag zum Wohl des Landes leisten wollte. Sein Ziel: Vom Staat als FBI-Agent vereidigt zu werden und eine Dienstmarke zu erhalten. Ohne seinen Angehörigen etwas zu sagen, fliegt Elvis zusammen mit seinem langjährigen Freund Jerry Schilling (Alex Pettyfer) nach Washington und übergibt am Eingangstor zum Weissen Haus den verdutzten Wachleuten persönlich einen an Nixon gerichteten Brief mit seinem patriotischen Anliegen. Zwei junge, von Elvis begeisterte Berater Nixons leiten das Schreiben tatsächlich an den Präsidenten weiter, der zuerst nichts davon wissen will.

Hervorragendes Schauspielerduo

Die Aussicht auf einen möglichen Popularitätsgewinn sowie auf ein Autogramm für seine Tochter lassen ihn aber einlenken. Elvis Presleys Bewerbung um einen Agentenposten nimmt schliesslich entgegen allen protokollarischen Vorsichtsmassnahmen einen ebenso überraschungsreichen wie amüsanten Verlauf. Spritzig und mit viel Ironie inszeniert, hat «Elvis & Nixon» seine spektakulärsten Momente zweifellos während des «Gipfeltreffens» im Weissen Haus – dies vor allem dank der beiden hervorragenden Hauptdarsteller. Den «Politiker» Kevin Spacey kennen viele schon aus der TV-Serie «House Of Cards», und sein Nixon – grimmig, schwadronierend, manipulierend – repräsentiert eine weitere faszinierende Politikerinkarnation dieses chamä­leonhaften Schauspielers.

Von einem Presley-Song kein Pieps

Der Theater- und Filmschauspieler Michael Shannon («Revolutionary Road», «Take Schelter») ist beim breiten Publikum dagegen noch wenig bekannt, trotz des regelmässigen Kollegen- und Kritikerlobs, das er für seine Darstellungen erhält. Ihm gelingt es, mit sparsamen sprachlichen und mimischen Gesten aus dem überlebensgrossen Klischee Elvis einen anrührenden Charakter mit Licht- und Schattenseiten zu formen. Dass er dem Sänger nicht gleicht, spielt dabei keine Rolle.

Unterstrichen wird diese erstaunliche Leistung geschickt noch dadurch, dass auf der Tonspur zwar viel populäre Musik, aber kein Pieps von einem Presley-Song zu hören ist. So kommt dem gezeigten Menschen Elvis die «Marke» Elvis gar nicht erst in die Quere.

Ein leichter Sommerfilm

«Elvis & Nixon» mag letztlich einfach nur eine fein erzählte Anekdote um die Schrullen eines Superstars sein, die wenig Stoff zum Nachsinnen bietet. Solange der leichtfüssig inszenierte «kleine Film» von Liza Johnson dauert, unterhält er jedoch glänzend – und leistet damit mehr, als man von manchen «grossen Kisten» dieses Kinosommers erwarten darf.

Bewertung: 4 von 5 Sternen

Hinweis

«Elvis & Nixon» startet morgen in den Kinos Bourbaki (Luzern), Cinepol (Sins).

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