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KONZERT: Französischer Violinist setzt Konzertabend im KKL die Krone auf

Französische Musik mit dem französischen Geiger Renaud Capuçon – das ergab im Abonnementskonzert des Luzerner Sinfonieorchesters eine ideale «Connection».
Fritz Schaub
Konzert des Luzerner Sinfonieorchesters mit Renaud Capuçon an der Violine. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 18. Januar 2018))

Konzert des Luzerner Sinfonieorchesters mit Renaud Capuçon an der Violine. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 18. Januar 2018))

Fritz Schaub

kultur@luzernerzeitung.ch

Zwar bezog sich die Überschrift «French Connection» im Abonnementskonzert des Luzerner Sinfonieorchesters auf das Programm, das einen Bogen schlug über drei aus Frankreich stammende Komponisten. Aber eine Verbindung ergab sich auch ganz persönlich bei der Symphonie ­espagnole d-Moll op. 21 für Violine und Orchester von Edouard Lalo (1823–1892). Mit Renaud Capuçon und James Gaffigan spannten dabei Musiker zusammen, die sich offensichtlich gut verstehen.

Der französische Geiger ist ja bereits ein guter Bekannter in Luzern, einerseits als Kon­zertmeister des Gustav-Mahler-Jugend­orchesters, dem er drei Jahre lang angehörte und mit dem er auch in Luzern gastierte, andererseits durch sein Début beim Luzerner Sinfonieorchester 2011. Auf Platte hat Capuçon, der nach der Aufgabe der Konzertmeister-Stelle erstaunlich rasch in die erste Garde der Geigen­virtuosen vorrückte, das Konzert bei Erato schon vor ein paar Jahren mit dem Orchestre de Paris eingespielt. Es gilt vorab als grosses Virtuosenkonzert, und trotzdem begegnet man ihm im Konzertsaal eher selten. In Wahrheit steht eben die Geige doch nicht so sehr im Zentrum, sondern teilt das musikalische Geschehen mit dem Orchester, das wie in einem Sonatensatz mit dem Soloinstrument im Dialog steht – und das über fünf Sätze.

Mit Schmelz und Leichtigkeit

Es spricht für Capuçon, dass er sich nicht ausruht auf dem bisher Geleisteten, sondern nach Neuem strebt. Er wolle vermehrt den französischen Klangcharakter hervorstreichen, meinte er jüngst im Interview. Das ist ihm schon dadurch gelungen, dass er nie das Virtuose in den Vordergrund rückte, sondern sich in erster Linie auf die melodische Linie konzentrierte und sie von Schwülstigkeit fernhielt, die durchaus drohen kann. Wie er im ersten Satz von der g-Moll-Saite auf die hohen Lagen wechselte und dabei die Melodie mit innerer Spannung erfüllte und bis in die äussersten Pianissimo-Spitzen trieb, war ein Charakteristikum der Wieder­gabe insgesamt.

Da auch das Orchester unter James Gaffigan am gleichen Strick zog, ergab sich ein wunderbares Wechselspiel zwischen den dunklen, von spanischem Kolorit erfüllten Abschnitten und den leichten, transparenten franzö­sischen Partien, bei denen die Geige, eine Guarneri del Gesu «Panette», einen hauchzarten Schmelz verströmte. Auch in ­tänzerischen Abschnitten und ­rasenden Accelerandi wie in der Habanera des dritten Satzes befanden sich Solist und Orchester im Gleichschritt. Wie eine Fortsetzung von Capuçons feinsinnigem Spiel klang die tonlich ebenso schlank und zart wiedergegebene Zugabe des «Reigens der seligen Geister» von Gluck in einem Arrangement von Fritz Kreisler für Solovioline.

Die Franzosen als Spanier

Dass die Franzosen eigentlich die beste spanische Musik komponiert haben, bewahrheitete sich auch beim zweiten grossen Werk des Abends, bei den «Images pour Orchestre» von ­Claude Debussy, von denen man meist nur das längste, das dreisätzig angelegte Mittelstück «Iberia», hört. Klar, hier kommt das spanische Ko­lorit am stärksten zum Ausdruck, und Gaffigan liess sich dabei mit dem mit vollem Einsatz beteiligten Orchester keinen Effekt entgehen. Auch wenn man sich da einiges noch durchsich­tiger und aufge­lockerter in den Farbenmischungen vorstellen könnte.

Umso mehr freute man sich an dem selten gehörten ersten Satz «Gigue» (mit der traurig klingenden «Oboe d’amore») und dem dritten «Rondes de printemps», der mit den Variationen eines französischen Volkslieds wieder nach Frankreich zurückführt. Da die beiden Stücke, die jeweils den Hauptwerken vorangestellt waren, «Tuning up» Edgar Varèses und Scherzo d-Moll von Edouard Lalo, zwar spektakulär und berstend vor Klangreichtum und rhythmischer Spannung, aber denkbar kurz waren, fügten sich die vollständigen «Images» nahtlos ins Gesamtgefüge der «French Connection».

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