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KONZERT: «West Side Story» ohne Hausorchester

Der Konflikt zwischen dem 21st Century Orchestra und dessen Produzenten ist noch nicht bereinigt. Aber hinter den Kulissen wird versucht, den Streit zu schlichten.
West Side Story mit dem 21st Century Orchestra im KKL. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 23. Januar 2015))

West Side Story mit dem 21st Century Orchestra im KKL. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 23. Januar 2015))

Livemusik zum Kinofilm im KKL: Da denkt man sogleich an das 21st Century Orchestra, das aus Luzerner Berufsmusikern zusammengesetzt ist und unter der Leitung von Ludwig Wicki schon auf der halben Welt Erfolge feiern konnte. Doch am Wochen­ende, wenn gleich zweimal der legendäre Film «West Side ­Story» (1961) aufgeführt wird, ist das Orchester nicht dabei. Stattdessen spielt das Orchestra ­Sinfonicas di Milano unter der Leitung von Ernst van Tiel den Sound zu den bewegten Bildern (siehe Hinweis).

Schon letztes Jahr wurden einzelne Filmvorführungen nicht mehr vom 21st-Century-Orchestra-Dirigenten Ludwig Wicki, sondern von Gastdirigenten geleitet. Das ist das Resultat eines Konfliktes zwischen Wicki und dem Produzenten Pirmin Zängerle, der im Herbst 2017 öffentlich wurde («Luzerner Zeitung», 15. September 2017). Seitdem tritt Zängerle unter dem Label «21concerts» als selbstständiger Veranstalter für Filmmusikprojekte auf.

Beide haben ihren Anteil am Erfolg

Ursprung des Zerwürfnisses war, dass sich das Orchester zumindest teilweise vom Produzenten emanzipieren und vermehrt auch selber Projekte realisieren wollte. Dabei geht es auch um Macht und Urheberrechte. Dass jeder der beiden Protagonisten von sich behauptet, er habe das Anrecht auf die Marke «21st Century ­Orchestra», hat seine Gründe: Wicki hat den Namen, das Orchester und das Format in Luzern lanciert, während Zängerle das «Produkt» mit seinen Ideen und seiner Vernetzung international erfolgreich gemacht hat.

Sollte sich die Auseinandersetzung verhärten, gäbe es nur Verlierer. Das KKL Luzern profitiert von den äusserst erfolg­reichen Kinofilmprojekten: Die Produktionen des 21st Century Orchestras tragen rund 10 Prozent des Umsatzes bei. Gleich­zeitig wird die Konkurrenz mit ähnlichen Projekten im Hallenstadion Zürich oder in der Samsung-Halle Dübendorf grösser. Umso bedauerlicher, wenn sich die Originalmarke im KKL Luzern mit dem quasi hauseigenen Orchester selber destabilisieren würde.

«Ziel ist, dass es weitergehen kann»

Trotz der schwierigen Ausgangslage besteht aber Grund zur Hoffnung. Auf Anregung der KKL-Direktion laufen zurzeit Mediationsgespräche, wie Andy Weymann, Präsident des 21st Century Orchestras, auf Anfrage bestätigt. «Wir sind in die Mediation involviert. Ich denke, das ist der rich­tige Weg.» Wieweit sich inzwischen die beiden Parteien einander angenähert haben oder ob sie noch immer weit auseinanderliegen, dazu wollte Weymann nichts verlauten lassen. «Das ist ein laufender Prozess. Wir hoffen, dass wir in nützlicher Frist zu einer ­Lösung kommen können.»

Das Projekt sei über Jahre aufgebaut worden, sagte Weymann. «Und es kann sich auch weiterentwickeln. Ziel ist, dass es weitergehen kann. Ich denke, das ist im Interesse aller Beteiligten.» Pirmin Zängerle war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Pirmin Bossart

kultur@luzernerzeitung.ch

Hinweis

«West Side Story» mit Orchestra Sinfonicas di Milano unter der Leitung von Ernst van Tiel am Freitag und Samstag jeweils um 19.30 Uhr im KKL, Luzern. Tickets: www.kkl-luzern.ch

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