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KRIENS SÜDPOL: Hier wird mehr als geprobt

Das Luzerner Sinfonieorchester hat Grosses vor. Mit einem Neubau will es dafür sorgen, dass Luzern einen Musik-Campus erhält.
So soll das Probehaus des Luzerner Sinfonieorchesters beim Südpol aussehen. (Bild: Visualisierung: PD)

So soll das Probehaus des Luzerner Sinfonieorchesters beim Südpol aussehen. (Bild: Visualisierung: PD)

Hugo Bischof

hugo.bischof@luzernerzeitung.ch


Beim Südpol Kriens soll ein Probenhaus für das Luzerner Sinfonieorchester (LSO) entstehen. Der Neubau ist auf dem Parkplatz vor dem bestehenden Südpol-Gebäude geplant. Das Gebäude wird auf Stützen gestellt, damit die Parkplätze erhalten bleiben. Im Juli stellten die Verantwortlichen des LSO ein entsprechendes Projekt in Aussicht, gestern gaben sie Näheres dazu bekannt.
Gemäss LSO-Intendant Numa Bischof wird der Neubau die Probensituation «entscheidend verbessern». Zurzeit probt das LSO im Untergeschoss des Kultur- und Kongresszentrums Luzern (KKL). «Dort sind wir räumlich eingeengt, zudem ist es relativ dunkel, die Luft ist schlecht und auch die Akustik unbefriedigend», so Bischof.


Dreimal so gross wie der heutige Probenraum im KKL

Der Neubau hat vier unterschiedlich hohe Stockwerke. Im ersten Obergeschoss sind Einzelprobenräume (Raumhöhe: 3,5 Meter) geplant, im zweiten OG drei Registerprobenräume (Raumhöhe: 4,8 Meter). Der grosse Probensaal belegt das dritte OG. «Mit 370 Quadratmetern Fläche und 3900 Kubikmetern Volumen ist er dreimal so gross wie unser heutiger Probenraum», freut sich Bischof. Auch die Raumhöhe ist imposant: 10,5 Meter (gegenüber 4,5 Metern im KKL).
Die Atelier- und Probenräume können auch andere Musiker und Ensembles nutzen. «Wir haben schon viele Anfragen», sagt Bischof. Das neue Gebäude soll zudem zum Zentrum der Kinder- und Jugendprojekte des LSO werden – ausgestaltet mit einem «kinder- und familienfreundlichen Ambiente». Auch eine Partnerschaft mit diversen Playern der Alternativkultur werden angestrebt. Zudem soll das Gebäude «eine Art Kompetenzzentrum inklusive Musikvermittlung» werden, so Bischof. Was das neue Gebäude aber nicht werden soll, ist ein Konzerthaus – einzig Kinder- und Jugendkonzerte soll es darin geben sowie «das Erlebnis Proben mit dem LSO».


8 Millionen teuer – finanziert durch Private

Der Bau des LSO-Probenhauses soll 8 Millionen Franken kosten und weitestgehend privat finanziert werden. «5 Millionen Franken wurden bisher von privater Seite zugesichert», sagt Numa Bischof. «Mäzene, Gönner und Stiftungen haben das Projekt von Anfang an stark unterstützt.» Eine Crowdfunding-Kampagne im Frühling 2018 und ein Benefizkonzert am 8. Juni 2018 sollen weitere Gelder beschaffen. Bauherrin und künftige Eigentümerin des Neubaus ist die Stiftung Luzerner Sinfonieorchester. Sie übernimmt einen Teil der Betriebskosten, so dass dem LSO wie auch der öffentlichen Hand keine weiteren Kosten anfallen. Der Rest des Betriebs wird durch Vermietungen an den Trägerverein LSO und weitere Nutzer finanziert. Ende dieser Woche wird der Baurechtsvertrag mit der Stadt Luzern unterschrieben. Diesen Dezember will man das Baugesuch einreichen. Im Frühjahr 2018 soll der Baustart erfolgen. Ende 2019 soll das neue Gebäude eröffnet werden, nur wenig später als die neue Musikhochschule, die zurzeit in unmittelbarer Nähe gebaut wird.

Interessant sind die Möglichkeiten, die sich mit dem Neubau ergeben. Sie eröffnen gemäss Bischof «Synergien»: zum einen mit dem bestehenden Kulturzentrum Südpol, in dem die Musikschule und Probenräume des Theaters untergebracht sind, zum anderen mit der Musikhochschule. Auf dem Südpol könne so ein Musik-Campus entstehen, «bei dem die Grenzen zwischen ernster und Unterhaltungsmusik verwischen», so Bischof.

Fast doppelt so hoch wie das Kulturzentrum Südpol

Realisiert wird das LSO-Probenhaus durch ein Architektenteam von Enzmann Fischer & Büro Konstrukt AG, Luzern, vertreten durch Martin Bucher und Fabian Kaufmann. Sie haben sich in einem Wettbewerb gegen sieben Mitbewerber durchgesetzt. Das Gebäude soll 24 Meter hoch werden (gleich hoch wie der Neubau der Musikhochschule, der ebenfalls die Handschrift von Enzmann Fischer & Büro Konstrukt AG trägt, und fast doppelt so hoch wie das bestehende Kulturzentrum Südpol). «Der Neubau markiert als prägnantes, bauliches Zeichen den Ort des wachsenden Kulturareals am Rand der Stadt», sagt Architekt Martin Bucher. Eine Sheddach-ähnliche Dachkonstruktion soll eine gute Oblicht-Situation schaffen und gleichzeitig «den Charakter von Industriebauten in diesem Gebiet aufnehmen», so Bucher.

Die primäre Tragstruktur des Neubaus besteht inklusive dem zweiten OG aus Ortsbetonstützen respektive Wänden und Geschossplatten. Das darüber liegende Tragwerk sowie die Dachkonstruktion sind als Stahlbau konzipiert. Aussen wird das Haus mit einer Metallverkleidung versehen. Die Fassade soll «textilen Charakter» erhalten, «ähnlich einem Bühnenvorhang», sagt Bucher. Vor dem Neubau gibt es eine Grünfläche mit Sitzbänken.

Der künftige Probensaal des Luzerner Sinfonieorchesters. (Bild: Visualiesierung: PD)

Der künftige Probensaal des Luzerner Sinfonieorchesters. (Bild: Visualiesierung: PD)

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