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KRIMI: «Fast jeder hatte schon mal eine Mordswut»

Der Zürcher Krimiautor und Psychiater Kaspar Wolfensberger schreibt bereits an den «Gommer-Frühling» und «Gommer Herbst»-Krimis. Am Ende bringt er es auf ein Dutzend Morde.

Was reizt einen Psychiater wie Sie am Krimischreiben?

Die Lust am Schreiben, am Erfinden von Figuren und spannenden Geschichten. Dazu gehört das Interesse an inneren und äusseren Regungen der Menschen. Glücks- und Liebesgefühle und andere Emotionen interessieren mich genauso wie Seelennot.

Man hat den Eindruck, Zara, eine Hauptfigur sei schizophren. Etwa in den Szenen, als sie in den Spiegel schaut.

Zugegeben, diese Romanfigur hat ziemlich auffällige Charakterzüge. Vielleicht kann man sie als gestört bezeichnen – sie leidet zum Beispiel an einem Waschzwang. Aber schizophren ist sie nicht. Auch normale Menschen führen manchmal Selbstgespräche vor dem Spiegel. Diese Szenen sind ein Stilmittel, durch die Augen einer Frauenfigur einen Blick auf Ereignisse zu werfen.

Sigmund Freud fällt als Name erst sehr spät im Roman bei der Deutung eines Traums über eine Gottesanbeterin, die bekanntlich ihre Liebespartner verschlingt. Wirkt Traumdeutung so erhellend?

Bei der Eingebung des Ermittlers Kauz würde ich nicht von Traumdeutung reden; er hatte bloss im Fiebertraum einen Geistesblitz. Es mag Sie trotzdem überraschen, aber ich halte nichts von Traumdeutung. Es wäre Überheblichkeit und Besserwisserei, wenn ich einem Menschen weismachen wollte, was es bedeutet, wenn er von diesem oder jenem träumt. Ich halte es da mit den Gestalttherapeuten, die den Patienten in der Traumarbeit selber entdecken und erfahren lassen, was ihnen ihr eigener Traum sagen will.

Stimmt es, dass Sigmund Freud sich eine Gottes­anbeterin als Haustier hielt?

Keine Ahnung. Aber zuzutrauen wäre es ihm. Sie merken, ich bin kein Freud-Experte.

Hatten Sie in Ihrer Praxis schon Klienten mit bedrohlichen Mordfantasien?

Mit Fantasien sicher. Die kennen ja die meisten von uns, oder nicht? Fast jeder hatte schon mal eine Mordswut. Bedrohlich sind solche Fantasien vielleicht für den Patienten: Er erschrickt darüber, dass er etwas so Brutales denkt, sich vorstellt oder gar vorstellen muss. Nur in den wenigsten Fällen deuten Mordfantasien auf eine echte Gefahr hin.

Ein Psychiater wird im ­Roman ermordet. Ein gefährlicher Beruf?

Ich würde mich ja gern damit brüsten, in einem gefährlichen Beruf zu arbeiten. Ich kenne zwar keine Zahlen, aber ich vermute, dass Sozialarbeiterinnen oder Polizisten um ein Vielfaches gefährdeter sind.

Wie viele Morde werden in den vier Gommer-Krimis insgesamt geschehen?

Wenn es so weitergeht wie in den ersten beiden, dürften gut und gern ein Dutzend Morde zusammenkommen. (hak)

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