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KRIMI: Tourismus mit Leichen

Der bretonische Kommissar Dupin ermittelt wieder. Diesmal geht es um Austern und Sandraub. Aber auch um Wein und Essen. Natürlich gibt es auch einen Mord.
Wer hinter dem Pseudonym Jean Luc Bannalec steckt, ist nur inoffiziell bekannt. Pasquale Aleardi spielt Kommissar Dupin in den TV-Verfilmungen. (Bild: ARD)

Wer hinter dem Pseudonym Jean Luc Bannalec steckt, ist nur inoffiziell bekannt. Pasquale Aleardi spielt Kommissar Dupin in den TV-Verfilmungen. (Bild: ARD)

Michael Graber

Oder vielleicht sogar zwei Morde. So genau weiss man das lange nicht. Aber eigentlich sind bei Jean-Luc Bannalec (vermutlich Pseudonym des deutschen Verlegers Jörg Bong, was der Verlag nicht bestätigen mag) die Kriminalfälle nur Mittel zum Zweck, um von der Bre­tagne zu schwärmen.

Es wird auch im vierten Fall von Kommissar Dupin viel gegessen und über Landschaften geschrieben. Dass es eben auch noch einen Toten gibt, vergisst man beim Eintauchen in die skurrile bretonische Welt öfter diesmal erfährt man auch viel über die ebenfalls kauzigen «Brudervölker», die zusammen mit den Bretonen so ziemlich die ganze Welt nachhaltig geprägt haben.

Wasser im Mund

Zudem taucht der Kommissar tief in die Welt der Austern ein. Die Delikatessen werden gleich von mehreren Seiten bedroht. So könnte ein tödliches Bakterium ganze Bestände ausrotten, was die ganze Region ins Unglück stürzen würde. Mindestens so spannend wie die eigentliche Aufklärung des Falles ist dabei, was man über Austernzucht und deren Veredlung erfährt. Da schreibt Bannalec in solchem Detailreichtum, dass einem unweigerlich das Wasser im Mund zusammenläuft. Runterspülen will man die Austern anschliessend mit einem der zahlreichen Weine, die ebenfalls angepriesen werden.

Den Kaffeekonsum musste Dupin auf Anraten des Arztes reduzieren, dafür wird das Glück in der Liebe kompletter. Seine Freundin zieht von Paris ebenfalls in die Bretagne und wird dort eine Stelle als Kardiologin antreten. Dass dann alles etwas komplizierter wird, liegt in der Natur der Sache.

Kurbelt Tourismus an

Bannalec ist ein guter Erzähler. Man fliegt locker durch die Seiten und merkt erst nach und nach, wie der Fall immer mehr Fahrt aufnimmt und sogar abseitige Nebenstränge (es geht um Sandraub!) plötzlich einfliessen. Das Buch verliert nie die Leichtigkeit und ist eine ideale Strandlektüre. Wer unter Buch und Sonne wegdöst, träumt sicherlich von Austern, Wein und Bretagne. Ausser natürlich man döst in der Bretagne weg dann kann man nachher einfach in eines der nahe gelegenen Restaurants und das sofort alles geniessen.

Sowieso: Die Reihe um Kommissar Dupin dürfte den Tourismus in der französischen Region kräftig angekurbelt haben. Der wunderschöne Flecken Erde hat es aber wirklich verdient, entdeckt und genossen zu werden.

Jean-Luc Bannalec: Bretonischer Stolz. Kiepenheuer & Witsch, 384 Seiten, zirka Fr. 20..

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