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Künzlis Playlist: Fly Me To The Moon

Stefan Künzli
Ein Wandbild von David Bowie in Süd-London. (Bild: Keystone)

Ein Wandbild von David Bowie in Süd-London. (Bild: Keystone)

Die bemannte Raumfahrt hat die Popmusik seit ihrem Start Mitte der 1950er-Jahre inspiriert. Im Wettlauf zum Mond hatten die Sowjets aber zunächst die Nase vorn. Während sich konservative Country-Musiker wie Ray Anderson bedroht fühlten, verwandelten rebellische Rock ’n’ Roller wie Jerry Engler die sowjetischen Raketen in Spassmobile. Und Bluesmusiker Roosevelt Sykes («Listen Mr. Khrushchev!») prahlt sogar mit seinem «Satellite Baby».

Ironisch begleitet wurde der Kalte Krieg im Weltall auch vom Schauspieler Peter Sellers und dem Komiker Spike Milligan als The Goons. Ihr «Russian Love Song» war eine klingende Abrechnung mit dem Kalten Krieg, die mächtig Staub aufwirbelte.

Von der Raumfahrteuphorie so richtig erfasst wurde die internationale Popmusik erst mit der amerikanischen Apollo-Mission der 60er-Jahre. Gus Backus besang den Mann im Mond, «Fly Me To The Moon» forderte Frank Sinatra, und The Byrds definierten mit «Mr. Spaceman» nicht nur das Genre Space-Rock, sondern auch den Country-Rock. Sehr futuristisch klang das aber noch nicht. Das änderte sich mit der Entwicklung des Synthesizers. Es waren Bands wie Pink Floyd und später Hawkwind, die massgeblich zur Weltraumklangästhetik der Pop- und Rockmusik beitrugen.

Für die Mondlandung am 21. Juli 1969 wurde bei Maestro Duke Ellington sogar ein Song bestellt. Der Song zur Mondlandung wurde aber klar David Bowies «Space Oddity». Inspiriert von Stanley Kubricks Film «2001: Odyssee im Weltraum», lancierte er die berühmte Geschichte des Astronauten Major Tom, der den Kontakt zu Mutter Erde verliert. 46 Jahre lang nimmt Bowie die Geschichte in Songs wie «Hello Spaceboy», «Ashes To Ashes» und «New Killer Star» immer wieder auf. Auch in «Blackstar»kommt Major Tom vor. Er ist zwar tot, aber wird hoch verehrt. Zwei Tage nach dem Release stirbt auch Bowie.

Noch abgehobener war da nur noch der Jazz-Avantgardist und Afro-Futurist Sun Ra. Er nannte seine Musik Cosmic Jazz, bezeichnete sich als Kunstfigur vom Planeten Saturn und baute seine ganze Kunst auf bizarren, kosmischen Philosophien auf. «Space Is the Place» heisst ein 85-minütiger Science-Fiction-Film von 1972 mit einem Soundtrack von Sun Ra und seinem Arkestra.

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