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Kolumne

Künzlis Playlist: Pop- und Rock-Meilensteine von Miles Davis

Vor 50 Jahren nahm Jazzstar Miles Davis sein Kult-Album «Bitches Brew» auf. Unser Kulturredaktor zeigt in seiner Kolumne auf, welche Ereignisse den Musiker zu seinem Meisterstück inspiriert haben.
Stefan Künzli
Kurz nach Woodstock nahm Miles Davis sein Album «Bitches Brew"» auf. Bild:

Kurz nach Woodstock nahm Miles Davis sein Album «Bitches Brew"» auf. Bild:

Das Festival von Woodstock vor 50 Jahren hat nicht nur die Rock- und Popwelt nachhaltig erschüttert. Auch für den Jazz bedeutete es zumindest indirekt einen Wendepunkt. Denn am 19. August 1969, also nur drei Tage nach dem Ende des Open Air, ging Miles Davis ins Studio und nahm «Bitches Brew» auf. Das epochale Album mit Wayne Shorter, Joe Zawinul, Chick Corea, John McLaughlin, Billy Cobham und vielen anderen gilt als die Initialzündung für die Fusion von Rock und Jazz. Wie Miles Davis in seiner Autobiografie bestätigt, war er bei den Aufnahmen inspiriert von Woodstock und vor allem von Jimi Hendrix und Sly Stone.

Der stilistische Bruch erfolgte aber nicht von heute auf morgen. In Stücken wie «Stuff», «Frelon Brun» und «In A Silent Way» deutete der grosse Erneuerer den Richtungswechsel schon zuvor an. Eine entscheidende Rolle in dem Prozess spielte Model und Sängerin Betty Mabry. Miles und Betty lernten sich 1967 kennen und heirateten im September 1968. Auf dem Album «Filles de Kilimanjaro» (1968) ist sie nicht nur auf dem Cover, sondern auch im Song «Mademoiselle Marby» verewigt. Die blutjunge, wilde Betty verdrehte Miles den Kopf, führte ihn in die Mode- und Pop-Trends ein, brachte ihm James Brown nah und stellte ihm Jimi Hendrix und Sly Stone vor. Sie habe bei ihm «die Früchte seiner künftigen musikalischen Ausrichtung gesät», schrieb Miles und würdigte sie als Initiatorin seiner Rock- und Pop-Phase. Die Ehe hielt nur ein Jahr. Pikanterweise ging sie zu Bruch, weil Miles ihr vorwarf, sie betröge ihn mit Jimi Hendrix.

Länger als die Liebe zu Betty hielt bei Miles Davis die Liebe zu Rock, Funk und Pop. Nach seiner sechsjährigen, krankheitsbedingten Pause wurde die Musik von Miles sogar noch eingängiger und poppiger. Vor allem bei Anhängern des traditionellen Jazz ist diese Dekade deshalb umstritten. Tatsächlich wechselten Licht und Schatten. Musiker kamen und gingen – und nicht alle waren wirklich gut. Meilensteine gab es trotzdem: «Tutu» und «Amandla» (von Marcus Miller) oder «Jean Pierre» (von Miles Davis) sind Klassiker. Dazu sorgten Extrakönner wie die Gitarristen Mike Stern und John Scofield sowie die Saxofonisten Bill Evans und Kenny Garrett immer wieder für solistische Glanzlichter.

Meine Playlist:

> Stuff (1968)

> Frelon Brun (1968)

> Mademoiselle Marby (1968)

> In A Silent Way (1969)

> Bitches Brew (1969)

> Miles Runs The Voodoo Down (1969)

> Right Off (1970)

> It’s About Time (1970)

> Sivad (1970)

> What I Say (1970)

> Dark Magus – Moja (1974)

> Dark Magus – Wili (1974)

> Jean Pierre (1981)

> Star People (1983)

> Fast Track (1981)

> What Is It (1983)

> Human Nature (1985)

> Tutu (1986)

> Amandla (1989)

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