Vor dem Bundesratsentscheid

Kultur fühlt sich vom Bundesrat nicht ernst genommen und fordert einfachere Hilfe in der Corona-Not

Künstler und Kulturbetriebe fürchten sie vor einer Art Wachkoma. Nun setzen sie ein SOS ab und fordern einfache sowie rasche Coronahilfe.

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Sendepause in einem Theater in Luzern.

Sendepause in einem Theater in Luzern.

Nadia Schärli / Luzerner Zeitung

(dfu) Das Powerplay um mehr staatliche Unterstützung wegen der coronabedingten Ausfälle ist in vollem Gang. Während Gewerbe- und Gastroverbände den Druck auf den Bundesrat hochhalten, wird nun auch die Kulturbranche für ihre Verhältnisse laut.

In einem offenen Brief an die Landesregierung haben die in einer «Taskforce Kultur» zusammengeschlossenen Verbände vor der Bundesratssitzung am Mittwoch eine Art letzten Hilferuf abgesetzt. Sie warnen davor, dass aus dem Winterschlaf, in dem sich die Kultur wegen der Coronamassnahmen befinde, bald ein komatöser Zustand wird und der Tod droht.

Rosmarie Quadranti, Alt-­Nationalrätin und Sprecherin der Taskforce, sagt auf Anfrage: «Die Kultur fühlt sich ungenügend einbezogen bei den Entscheiden über die Massnahmen.»

«Sie darf nicht vergessen werden neben anderen Branchen wie der Gastronomie.»

Quadranti geht es besonders um die Härtefallregelung. Auch Kulturbetriebe und Kunstschaffende sollen von ihr profitieren, was bisher nicht der Fall war. Ansonsten drohe grossen wie kleinen Betrieben der Konkurs.

Schleppende Verfahren und föderales Massnahmenpuzzle

Generell fordert die Taskforce Kultur eine raschere und einfachere Hilfe. Die Unterstützungsmassnahmen seien derart unübersichtlich geworden, dass die Betroffenen nicht mehr erkennen könnten, «was und wie viel sie für welchen Zeitraum zugute haben», steht im Brief an den Bundesrat. Hinzu kämen die schleppende Auszahlung der Hilfsgelder und die grossen kantonalen Unterschiede.

Den Kulturverbänden geht es auch um eine Zukunftsper­spektive. Sie fordern Hilfe bei der Planung «einer geordneten Wiederaufnahme des Kulturlebens», wenn das die Lage dereinst wieder erlaubt.