Kultur

Corona-Stories aus und um Luzern

Die zweite Lockdown-Kurzfilmreihe ist da. Die Zentralschweiz ist gleich doppelt vertreten.

Regina Grüter
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Dick eingepackt sitzen sie im Fussballstadion (Swisspor-Arena), erst einer (Andreas Stäuble), dann zwei (Jonas Raeber) – der Platzwart mäht vor dem Spiel die Rasenkanten –, dann drei (Edwin Beeler). Die Kamera bleibt starr auf sie gerichtet. Sie machen die Welle, einmal, zweimal… Ein Stadion im Fanrausch? Jonas Raeber skizziert die Filmidee auf Anfrage in einem Satz:

«Ein Film über die Sehnsucht nach Normalität, die Anstrengung des Wellenzählens und die Wichtigkeit eines gepflegten Rasens.»

Der fein-ironische Fünfminutenfilm «Die dritte Welle», in dem die Innerschweizer Filmemacher selbst auftreten, wurde neben Thaïs Odermatts «Dilemmas» (zehn Minuten) für die «Collection Lockdown by Swiss Filmmakers – 2nd Wave» ausgewählt.

Filmemacherin Thaïs Odermatt.

Filmemacherin Thaïs Odermatt.

Bild: PD

Odermatts zwei Sätze gehen so: «Eine Partybesucherin, eine Kirchengängerin und ein Jodler kehren an die Schauplätze zurück, wo sie in ein Dilemma geraten waren. Ein Film über menschliche Geschichten, innere Konflikte, gesellschaftliche Dilemmas in Zeiten von Covid-19.» Gedreht wurde in Luzern, in der St.-Karli-Kirche und im Neubad-Klub, sowie im Pilatussaal Kriens, Odermatts Wohngemeinde.

Die Figuren tragen Masken, aber keine Hygienemasken

Wenn viele Menschen an einem Ort zusammenkommen, braucht es nur einen sogenannten Superspreader, um besonders viele andere anzustecken. «Jo, es esch passiert. I mer», sagt die Kirchgängerin stellvertretend; auf der Suche nach Schutz und Trost oder aus dem Bedürfnis heraus, einfach einmal alles rundherum zu vergessen. Das könnte jeder und jedem passieren, oder? Die Regisseurin lässt die Figuren (Nina Langensand, Irina Lorez, Samuel Zumbühl) eine Maske tragen, die neben den Augen nur das freilässt, was sonst verborgen bleiben muss: Nase und Mund.

«Collection Lockdown – 2nd Wave», bei Play Suisse einzeln abrufbar.