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KUNST: Ein Best-of der Zentralschweizer Kunst

37 von insgesamt 198 eingereichten Werken haben es dieses Jahr in die Jahresausstellung des Zentralschweizer Kunstschaffens geschafft. Eine Auswahl an Arbeiten, die beim Rundgang durchs Kunstmuseum Luzern besonders aufgefallen sind.
Julia Stephan
Im Vordergrund: Simon Ledergerbers Bodenskulptur, rechts: Teil der Werkgruppe von Chalet5. (Bild: Marc Latzel/PD)

Im Vordergrund: Simon Ledergerbers Bodenskulptur, rechts: Teil der Werkgruppe von Chalet5. (Bild: Marc Latzel/PD)

Julia Stephan

julia.stephan@luzernerzeitung.ch

Rebekka Steiger

Rebekka Steiger (*1993) darf nach dem Gewinn des Ausstellungspreises 2016 einen eigenen Raum bespielen. Der Titel «Sykomore» ihrer Kabinettausstellung spielt an auf einen Laubbaum, dessen Rohstoff die alten Ägypter einst für kultische Objekte verwendet haben und der auch in der Bibel eine Rolle spielt. Die Überführung profaner Motive ins religiös Mythische ist ein grosses Thema bei Rebekka Steiger. Ihre grossflächigen Ölbilder und Monotypien malt sie nach fotografischen Zufallsfunden. Durch ständige Übermalung, die Wiederholung der Motive und das Aussparen physiologischer Details kommt über ihren farbigen Bildflächen ein bunter Märchenschleier zu liegen. Im Kunstmuseum machen Reiterfiguren und in die Farbflächen eingearbeitete Baumkronen das Tor auf in die Ikonografie der Kunstgeschichte. Ein Faksimile ihres Skizzenbuches, das ihre Suchbewegungen zwischen Mai und September 2017 dokumentiert, erscheint parallel zur Ausstellung.

Simon Ledergerber

Der diesjährige Ausstellungspreis geht an Simon Ledergerber (*1977). Der in Brunnen geborene Künstler überzeugte die Jury mit seiner Arbeit «Still in Eile versunken». Seine Bodenskulptur besteht aus schweren Stahlplatten, die er dergestalt auf dem Boden montiert hat, dass sie für den Betrachter trotz ihrer kilostarken Massigkeit zu schweben scheinen. Ledergerber hatte die Platten im Vorfeld an der freien Luft dem Korrosionsprozess ausgesetzt. Über die rostüberzogene Oberfläche der Platten zog er im Kunstmuseum einen schweren Steinquader, dessen Schleifspuren nun fast eine malerische Komponente ins Werk bringen. Die neben der Bodenskulptur zu liegen kommenden Rostpartikel erinnern an den Entstehungsprozess.

Hansjürg Buchmeier

Es gehört zum viel geteilten Schicksal studentischer Architekturmodelle, dass sie im Müll landen, statt realisiert zu werden. Die des Studenten Hansjürg Buchmeier (*1956) bilden da eine Ausnahme. Buchmeier hat für seine Arbeit «Contingentia» mehrere Bronzeplastiken aus studentischen Architekturmodellen geschaffen, die er vor dem Guss auf hölzerne Baugerüste setzte. Weil er die Innenräume der Modelle mit einem im Bau zur Abdichtung verwendeten Montageschaum ausgekleidet hat, der durch alle Ritzen dringt, sind die einst nach strengen Regeln aufgebauten Modelle auf unvorhersehbare Weise verformt. Für seine hochphilosophische Auseinandersetzung mit dem Zufall in der Kunstproduktion erhält Buchmeier den Preis der Zentralschweizer Kantone.

Max Bühlmann

Den seit Jahren in Wien lebenden Luzerner Künstler Max Bühlmann (*1956) kennt man für seine mehrfarbigen Bildkompositionen, seine begehbaren Bilderrahmen und Bildräume und seine Forschungen an der Schnittstelle von Kunst und Musik. In Luzern zeigt er «Klangskulpturen». Es handelt sich dabei um Objekte aus Holz und Metall, die formal Musikinstrumenten nachempfunden sind, zugleich in ihrer Farbwahl und den Formen, aus denen sie sich zusammensetzen, auch an Bühlmanns Bildkompositionen erinnern.

Livia Salome Gnos

Wie eine der Bildtafeln aus einem Rorschachtest sehen die beiden nebeneinander gehängten, aufwendig gefertigten Tuschezeichnungen von Livia Salome Gnos (*1977) aus. Auf der Papierarbeit «Illumination» bewegt sich eine weisse Linie vieldeutig über die schwarze Fläche. Weil sich die Linie aus mehreren gestaffelten Grautönen zusammensetzt, entsteht von weitem ein faszinierender Flimmer­effekt.

Johanna Näf

Die in Stans und Luzern lebende Künstlerin Johanna Näf (*1944), bekannt für ihre Interventionen am Bau und ihre Installationen im öffentlichen Raum, hat aus Dachlatten ein abstraktes Objekt geschaffen, das dank des Werk­titels «Wheelbarrow» als Schubkarre identifiziert werden kann.

Chalet5

Das Kollektiv Chalet5, bestehend aus Guido Reichlin (*1959) und Karin Wälchli (*1960), hat mit «Evidence for Evolution», einer Serie aus sechs immer kleiner werdenden schwarz-weissen ­Acrylbildern und einem Mixed-Media-Objekt eine unheimliche Evolutionsgeschichte geschaffen, in der sich Albrecht Dürers Kupferstich «Der Sündenfall» und allerlei undefinierbare organische Strukturen vor dem Betrachter düster auftürmen.

Hinweis

Jahresausstellung Zentralschweizer Kunstschaffen. Kuratiert von Heinz Stahlhut. Kunstmuseum Luzern. Die Videoarbeiten findet man an der Fassade der Box des Luzerner Theaters, wo sie täglich von 17.30 bis 20.30 Uhr gezeigt werden. Bis 7. Januar 2018.

www.kunstmuseumluzern.ch.

Hansjürg Buchmeiers Arbeit «Contingentia». (Bild: Marc Latzel/PD)

Hansjürg Buchmeiers Arbeit «Contingentia». (Bild: Marc Latzel/PD)

Johanna Näfs himmelblaue Schubkarre. (Bild: Marc Latzel/PD)

Johanna Näfs himmelblaue Schubkarre. (Bild: Marc Latzel/PD)

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