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KUNST: Erhellendes zu Max von Moos

Eine Publikation bietet einen neuen Blick auf das Schaffen von Max von Moos.
Düster und bedrohlich sind seine Werke: der surrealistische Maler Max von Moos. (Bild: Lisa Meyerlist/Archiv LZ)

Düster und bedrohlich sind seine Werke: der surrealistische Maler Max von Moos. (Bild: Lisa Meyerlist/Archiv LZ)

Max von Moos ist ein Künstler von nationaler Bedeutung, doch ein populärer Künstler ist er nicht. Auch nicht in Luzern, wo er 1903 geboren, aufgewachsen und 1979 gestorben ist, wo er mit kurzen Ausnahmen zeitlebens gewohnt und als Künstler und Lehrer der Kunstgewerbeschule gearbeitet hat – und nicht wie wir in der gestrigen Ausgabe fälschli­cher­weise geschrieben haben als Direktor dieser Schule. Die mangelnde Wertschätzung seines umfangreichen künstlerischen Schaffens gründet zum ­einen in seinem Werk, das nicht leicht ­zugänglich ist und dessen Ausstrahlung jegliches unbeschwert Heitere und Liebliche fehlt.

Im Gegenteil: Tod, Gewalt und Zerstörung sind zentrale, wiederkehrende Themen seiner Werke. Das Dunkle und Bedrohliche lauert in Gemälden und Zeichnungen und schreckt den Betrachter zuweilen mit expressiver, höllischer Wucht. Zum anderen hat die mangelnde Akzeptanz des Künstlers auch mit seiner politischen Überzeugung zu tun. Max von Moos war Marxist.

Als schwer verständlich und ebenso schwer verdaulich gilt die Kunst von Max von Moos. Das ist insofern zutreffend, dass sie sich nicht auf einen ersten Blick in ihrer Komplexität erschliessen lässt. Vieldeutig und vielschichtig fordert sie intensivere Auseinandersetzung vom Betrachter. Unterstützung dafür bietet die Publikation «Max von Moos, der Zeichner» von Peter Fischer. In der reich bebilderten Monografie führt der Kunsthistoriker und ehemalige Direktor des Luzerner Kunstmuseums und des Zentrums Paul Klee in Bern durch die Bilderwelt des Künstlers.

Gescheit und gut geschrieben

Dabei verzichtet der Autor auf «Erklärungen». Er zeigt vielmehr anhand der Biografie des Künstlers und der kritischen Analyse des zeichnerischen Werks auf, welche Entwicklung das künst­lerische Œuvre genommen hat, wie sich das Formenvokabular ­innert zehn Jahren herausgebildet hat, mit welchen zentralen Problemstellungen und Inhalten sich der Künstler in seinem Schaffen auseinandergesetzt hat. Dabei untersucht er auch, wieweit die persönliche Lebens- und Krankheitsgeschichte sich auf sein Werk ausgewirkt hat.

Über die Analyse der Elemente und Triebkräfte, die in und hinter der Kunst von Max von Moos stecken, ordnet Peter Fischer dessen Werk ein, indem er auch Parallelen und Gemeinsamkeiten mit Arbeiten von Pablo Picasso, Paul Klee, Louise Bourgeois, Salvador Dalí, Hans Erni, Jackson Pollock und Henry Moore aufdeckt. Gerade auch diese Verortung in der Kunst­geschichte des 20. Jahrhunderts trägt wesentlich dazu bei, das Schaffen von Max von Moos besser zu verstehen, ihn als wichtigen Exponenten der Moderne und nicht als isolierten Sonderfall zu begreifen.

Peter Fischer eröffnet mit seiner Monografie einen neuen, kunsthistorisch fundierten Blick auf Max von Moos und sein Schaffen, er bringt auch dessen nicht einfache Persönlichkeit dem Leser nahe – und dies faktenreich, gescheit und in einer verständlichen Sprache, welche die Lektüre leicht und spannend macht.

Kurt Beck

kultur@luzernerzeitung.ch

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