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KUNST: Grobe Malerei treibt prachtvolle Blüten

Musikerfotos, serielle Malerei und präzise Bildhauerarbeiten: drei coole Sommer-Ausstellungen in Luzerner Galerien.
Kurt Beck
Galerie Tuttiart, Luzern: Blütenbild der Luzerner Künstlerin Sabina Gmür. (Bild bec)

Galerie Tuttiart, Luzern: Blütenbild der Luzerner Künstlerin Sabina Gmür. (Bild bec)

Bis zur Eröffnung des diesjährigen Blue Balls Festival am 22. Juli in Luzern dauert es noch ein paar Tage. Doch bereits jetzt kann man sich auf den internationalen Musikevent einstimmen. Nicht akustisch zwar, aber optisch. Die Galerie Vitrine Luzern hat in Zusammenarbeit mit dem Festival eine Fotoausstellung aufgebaut, die Arbeiten von international renommierten Fotografen zeigt, die in den vergangenen Jahren das Plakat für Blue Balls fotografierten und während des Festivals im KKL mit einer persönlichen Werkschau vorgestellt wurden.

Angenehm unspektakulär

Die aktuelle Ausstellung in der Galerie Vitrine vereinigt Aufnahmen von Danny Clinch, Kevin Westenberg (USA), Olaf Heine (D), Ben Watts (GB), Ward Ivan Rafik (F), Fanny Latour-Lambert, Rico & Michael und Georg Gatsas (CH). Mit wenigen Ausnahmen porträtieren alle Bilder bekannte Musiker, darunter auch Weltstars wie David Bowie, Bob Dylan, Björk, Patti Smith, Elvis Costello, Johnny Cash, Nick Cave, Keith Richards und Lenny Kravitz. Doch so hochkarätig diese Bildergalerie auch bestückt ist, die Ausstellung bietet mehr als eine Glamour-Parade, bei der sich die Stars in Pose und bestes Licht stellen. Die Musikerinnen und Musiker verzichten vor der Kamera auf Spektakel und albernes Getue, sodass sich die Fotografen aufs Wesentliche konzentrieren und Aufnahmen machen konnten, welche Charakteristik und Persönlichkeit der Musiker und Musikerinnen zumindest ansatzweise wiedergeben.

Zu der angenehmen inszenatorischen Zurückhaltung passt auch, dass die meisten Porträts Schwarz-Weiss-Aufnahmen sind und Farbe nur eingesetzt wird, um Kontraste (wie bei Björk im pink-violetten Pullover) zu betonen oder eine besondere Atmosphäre zu schaffen (wie bei der Aufnahme von Patti Smith). Die ausgestellten Bilder sind alles Unikate, die zwischen 2700 (Ghostface Killah) und 5400 Franken (Johnny Cash) kosten. Ergänzt wird die Ausstellung mit Musikbildern des Luzerner Fotografen Heinz Pal, die im Seitengang der Galerie gezeigt werden.

Zwei Luzerner Künstlerinnen

In ihrer Sommerausstellung zeigt die Luzerner Galerie Tuttiart bis 23. Juli Werke der beiden Luzerner Künstlerinnen Sabina Gmür und Graziella Berger. Eine Gemeinsamkeit verbindet die beiden Künstlerinnen: Beide zeigen Arbeiten in der Ausstellung, die auf seriellen Prinzipien beruhen. Sabina Gmür zeigt eine Folge von 36 Fensterbildern, Graziella Berger eine Serie von Notizheften, die sie seit 1972 nutzt.

Die Fenster in Sabina Gmürs Arbeiten geben eigentlich nur eine geometrische Struktur vor für die abstrahierende Malerei, die sich hinter den Streben und Sprossen Raum schafft. Der Rahmen bleibt die durchgehende Konstante, der Ausblick in die «Landschaften» dahinter ändert sich von Bild zu Bild. Die Künstlerin pflegt eine eigenartige grobe Malweise, die besonders in den sechs Blütenbildern zur Geltung kommt, die sie neben den Fensterbildern zeigt.

Konzeptioneller angelegt sind die Arbeiten von Graziella Berger, deren auffallendstes Werk in der Ausstellung das Objekt «Schichten» ist, das aus 42 weissen Gipsformen besteht, die einen Stuhl vollständig ummanteln. Der Aufbau des Objektes hat die Künstlerin fotografisch dokumentiert und in einem 70-teiligen Rekonstruktionsplan verarbeitet.

Weniger spektakulär ist die Serie der «Indizes», die sich thematisch mit Bereichen des Archivierens, des Festhaltens und Erinnerns auseinandersetzt. Die bildnerische Umsetzung des Themas ist so einfach wie überzeugend. Die Künstlerin fertigt Farbstiftzeichnungen von den Covers ihrer Notizhefte an und versieht sie mit wenigen Stichworten zum Inhalt. Einerseits zeigt die Künstlerin damit, wie wichtig die Notizhefte sind, indem sie sie zu Kunstwerken macht, andererseits versperrt sie dem Betrachter so den konkreten Zugang zum Inhalt der Hefte.

Präzision und Eleganz

Die Galerie Im Zöpfli, Luzern, hat den Solothurner Bildhauer und Maler Marc Reist eingeladen, eine Auswahl seiner Werke in den Galerieräumen zu präsentieren. Klare, oft kristalline Strukturen bestimmen die abstrakten plastischen Arbeiten des Künstlers. Beängstigend ist, wie der Künstler sein Material ausreizt und vor allem bei den Marmorarbeiten bis an die Grenzen des Möglichen geht. Kühle Ästhetik und rationale Eleganz prägen seine Objekte. Vor allem beeindruckt die hochprofessionelle Präzision, mit der der Künstler ans Werk geht.

Kurt Beck

Hinweis

Galerie Vitrine, Stiftstrasse 4, Luzern. Sommeröffnungszeiten: Mi/Do 17–21, Fr 14–18.30, Sa 12–16 Uhr. Bis 20. August.

Galerie Tuttiart, St.-Karli-Quai 7, Luzern. Do/Fr 15–18, Sa 11–16 Uhr. Bis 23. Juli.

Galerie Im Zöpfli, Im Zöpfli 3, Luzern. Do/Fr/So 13–16, Sa 10–16 Uhr. Bis 31. Juli

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