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KUNST: Grosses nah herangezoomt

Das Jubiläumsjahr der Luzerner Kunst- und Designhochschule ist fast um. Zum Abschluss rücken das Kunstmuseum und die Kunstplattform Akku das kreative Potenzial von Prozessen und Zwischenräumen in den Fokus.
Deborah Keller
Anton Egloff, «Club 17», 2017, Installation und Videos – zu sehen derzeit im Kunstmuseum Luzern. (Bild: Marc Latzel/PD)

Anton Egloff, «Club 17», 2017, Installation und Videos – zu sehen derzeit im Kunstmuseum Luzern. (Bild: Marc Latzel/PD)

Deborah Keller

kultur@luzernerzeitung.ch

«Buchstaben durchdringen mich mehr als Pinsel- oder andere Striche! Auch Musik scheint mir ohne Umwege in mein Seelchen zu finden! Wieso bin ich denn Maler? Oder bin ich gerade deswegen Maler?» Diese Zeilen sind in schwarzer Tusche und krakelig kleiner Schrift auf einer Malerei von Filib Schürmann (*1976) zu lesen, die derzeit im Kunstmuseum Luzern ausgestellt ist. Nur wer nahe an das Blatt von rund 3,5 Metern Breite und 1,5 Metern Höhe herantritt, sieht, dass die abstrakt ungestümen malerischen Gesten da und dort solche Botschaften bergen, in denen der Künstler über Persönliches und Existenzielles sinniert. Nicht selten verleiten die Notizen zum Schmunzeln.

Die Entscheidung zwischen Überblicksbetrachtung und Zoom, die bei Schürmanns Werken zentral ist, prägt auch das Ausstellungsformat, innerhalb dessen das hier zitierte Gemälde gezeigt wird: Der 140. Geburtstag der Hochschule Luzern – Design & Kunst wird heuer bekanntlich begangen, und zwar mit insgesamt sechs Präsentationen, die unter dem Titel «Fortsetzung folgt ...» seit Anfang September im Kunstmuseum Luzern und in der Kunstplattform Akku Emmen stattfinden.

Zoom als Konzept für die Ausstellungen

Nun läuft die letzte Etappe dieses Unterfangens, das sich wage­mutig einer umfangreichen, bedeutungsvollen Historie annimmt – es ist eine der längsten Geschichten, die eine Schweizer Kunstschule bisher geschrieben hat. Weise hat man auf den Zoom als Konzept für die Ausstellungen gesetzt: Man fokussiert auf noch lebende Absolventen der Kunsthochschule und auf ihr aktuelles Schaffen, auf bildende und keine angewandte Kunst.

Nur zwanzig ausgewählte Positionen insgesamt haben somit das Jubiläumsfest bestritten. Den Abschluss bilden im Akku vier Kunstschaffende aus drei Generationen, was eine erstaunlich homogene Schau ergibt: Die spannungsvoll gepressten Schaumstoff-Gips-Skulpturen von Martina Lussi (*1987) korrespondieren mit den Materialerkundungen bei Jonas Etter (*1981). Seine mit gebranntem Zucker verpackten Neonröhren hinterlassen zufällige Tropfspuren auf dem Hallenboden. Runde Farbwirbel beleben die grossformatigen, in sichtbarer Schichtung entstandenen Malereien von Peter Roesch (*1950). Ihre Dynamik findet ein Pendant in Roman Signers (*1938) irrwitzig poetischen Aktionen, die vis à vis auf Monitoren ablaufen. Verbunden wird alles durch einen ungewöhnlichen Klangteppich, den Lussi für den Ausstellungsraum komponiert hat, und von der Prozesshaftigkeit, die allen Werken inhärent ist.

Nicht vordergründig Zentrales als Leitmotiv

Auch das Kunstmuseum versammelt drei Künstlergenerationen, wobei das Gemeinsame hier verschlüsselter ist. Man passiert zunächst vier hölzern gezimmerte Kugelsegmente, die bei der Vernissage noch ein Ganzes waren und mit Christoph Rütimann (*1955) im Innern vor dem Haus über den Zebrastreifen rollten. Am Eingang rechts zeigt Anton Egloff (*1933), der als Lehrkraft die HSLU D&K wesentlich mitgeprägt hat, eine Installation, die mit Leerstellen in Texten und Satzzeichen Suggestivkraft entfaltet. Weiter hinten erblickt man Katharina Anna Wiesers (*1980) massives Holzobjekt, das verbindend zwischen dem Fenster rechts und der Türe links eingekeilt ist. Schürmanns grosse und doch intime Blätter komplettieren die Schau. Zwischenräume, Hohlräume, der Fokus auf nicht vordergründig Zentrales kristallisiert sich als Leitmotiv dieser Ausstellung heraus.

Beide Präsentationen erinnern daran, welch vielfältige Welten kreativ geschulte Sinne uns im scheinbar Banalen und Flüchtigen offenbaren. Immerwährende Fortsetzung ist zu erhoffen ...

Hinweis

«Fortsetzung folgt ...» Jubiläumsaustellung der Hochschule Luzern – Design & Kunst im Akku und im Kunstmuseum Luzern. Bis 7. Ja­nuar 2018. Im Akku findet am 7. Januar eine Führung statt mit der Kuratorin Lena Friedli.

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