KUNST: In seinen Werken lebt Rolf Brem weiter

Werke von Rolf Brem begeistern auch Menschen, die mit Kunst nicht so vertraut sind. Am Freitag ist der populäre Luzerner Künstler 88-jährig verstorben.

Kurt Beck
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Rolf Brem vor seinen Porträtköpfen, die an der Weltausstellung in Sevilla zu sehen waren. Fotografiert im Jahr 2011. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

Rolf Brem vor seinen Porträtköpfen, die an der Weltausstellung in Sevilla zu sehen waren. Fotografiert im Jahr 2011. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

Kein anderer Künstler in der Zentralschweiz genoss so grosse Popularität und Bekanntheit auch ausserhalb der Kunstszene wie der Luzerner Bildhauer und Plastiker Rolf Brem. Selbst asiatische Touristen, die mit der abendländischen Kunsttradition wenig vertraut waren, liessen sich von Brems Werken begeistern – vor allem von der Schäfergruppe, der lebensgrossen Bronzeplastik, die vor dem Luzerner Theater steht. Für Luzerner ist der «Hirt mit Schafen» ein Inbegriff des künstlerischen Schaffens von Rolf Brem.

Arbeiten in der ganzen Schweiz

Der öffentliche Raum war seine bevorzugte Bühne, die der Künstler mit seinen Werken über Jahrzehnte hinweg bespielte. Allein in Luzern sind 13 Plastiken zu finden, darunter auch der Pöstler mit Fahrrad bei der Bahnpost 2. 14 seiner Plastiken und Skulpturen stehen in der Gemeinde Meggen, wo Brem seit 1961 sein Atelier in der Orangerie der St. Charles Hall in Meggen hatte. Seit rund einem Jahr sind mehr als 100 Plastiken im Restaurant Barbatti in Luzern dauerhaft ausgestellt. Brems Werke fanden jedoch nicht nur lokal Anerkennung und Gefallen, seine Arbeiten sind in der Schweiz von Bad Ragaz bis Genf und von Brig bis Magliaso an öffentlichen Plätzen zu finden.

Rolf Brem, 1926 geboren, entstammt einer Handwerkerfamilie und ist in Luzern aufgewachsen. Nach sechs Gymnasialjahren wechselte er in die Bildhauerklasse an der Kunstgewerbeschule Luzern. Von 1948 bis 1957 arbeitete er im Zürcher Atelier von Karl Geiser, der den jungen Künstler Brem stark beeinflusst hat.

Frühe Auszeichnungen

In den frühen 1950er-Jahren erhielt Brem zwar dreimal das eidgenössische Stipendium und weitere Auszeichnungen. Mit seinem lyrisch-poetischen Realismus gehörte er allerdings nie zum Mainstream der Kunstszene und wurde von den Museen und Kunsthallen kaum je für Ausstellungen berücksichtigt. Ein künstlerisches Highlight erlebte Rolf Brem jedoch 1992, als Harald Szeemann 136 seiner Porträtköpfe als Installation an der Weltausstellung in Sevilla zeigte. Eine späte Genugtuung für den bescheidenen Künstler.

Respekt von Menschen und Natur

Menschen standen immer im Zentrum seines Schaffens. Ihnen und der Natur begegnete er stets mit grossem Respekt. Doch Brem hatte nicht nur eine Vorliebe für das idyllisch Genrehafte, in seinen Arbeiten finden sich durchaus auch Witz und Humor.

Am Freitag ist der grosse Künstler im Alter von 88 Jahren gestorben. Rolf Brem hinterlässt ein imposantes und umfangreiches künstlerisches Œuvre.