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KUNST: Kleine Interventionen zu globalen Themen

«Rumoren» ist das Thema der Ausstellung in der Kunsthalle: Eine Schau mit Klängen und Störgeräuschen.
Konferenz der Welten: das Werk «Rumori» der Zuger Künstlerin Barbara Mühlefluh. (Bild: PD)

Konferenz der Welten: das Werk «Rumori» der Zuger Künstlerin Barbara Mühlefluh. (Bild: PD)

Der Zentralschweizer Berufsverband der Kunstschaffenden Visarte ist regelmässiger Gast in der Luzerner Kunsthalle. In der aktuellen Austellung zeigen acht Künstlerinnen und Künstler Arbeiten, die sich mit dem artfremden Thema Geräusche auseinandersetzen. Speziell ist die Auswahl der beteiligten Künstler. Die drei arrivierten Kunstschaffenden Pia Frey (58), Barbara Mühlefluh (53) und Franziska Lingg (66) waren als Fixstarter gesetzt und konnten einen Vertreter oder eine Vertreterin der jüngeren Generation einladen. Ausgewählt wurden das Künstlerduo Matter/Lüchinger (26/34), die Künstlerin Zoë Dowlen (36) und der Künstler Timo Müller (35).

Metaphorisches Rumoren

Die Ausstellung trägt den lautmalerischen und viel sagenden Titel «rumoren». Wer nun lauter Klanginstallationen erwartet, sieht sich vorerst enttäuscht. Die Werke im grossen Ausstellungsraum beziehen sich auf den übertragenen, metaphorischen Sinn des Begriffs.

«Rumori» heisst das eine Werk, das Barbara Mühlefluh ausstellt. Fünf Puppen stecken ihre Weltkugelköpfe zusammen und bereden als Vertreter unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen die Weltenlage. In ihrer Arbeit «ww» spielt die Künstlerin auf das Internet an. Wenn es irgendwo auf der Welt rumort, erfahren wird das meist übers Internet. Barbar Mühlefluh hat mit dem begehbaren Notebook und Tablet aus Plastikplanen nicht nur die Dominanz dieses Mediums sichtbar gemacht, sie ermöglicht einen beunruhigenden Perspektivenwechsel und die Sicht aus dem Computer auf die Welt.

Um neue Technologien geht es auch in den beiden Arbeiten von Pia Frey. Mehr als 160 Selfies zeigt uns die Künstlerin. Allerdings sind diese nicht mit dem Smartphone fotografiert, sondern mit dem Filzstift gezeichnet. Die ironisch-witzigen Zeichnungen verdeutlichen die Absurdität der Selfiemanie.

Goldenes Maiskorn

Ein Witz ist das Werk «Eternal Pop – Corn» von Matter/Lüchinger. Man kann noch so vieles in das auf einem roten Sockel präsentierte goldene Maiskorn hineininterpretieren oder aus ihm herauslesen, es ist die schwächste Arbeit der Ausstellung – dicht gefolgt von Zoë Dowlens «Please Rock the World Gently».

Eindrücklich hingegen ist die Installation «Unter Deck oder der Lärm des Wartens» von Franziska Lingg und Timo Müller im Untergeschoss der Kunsthalle. Steigt man die Wendeltreppe hinunter, findet man sich im dunklen Raum auf einer schiefen Ebene wieder, die mit der Geräuschkulisse und dem schiffsrumpfartigen Einbau nicht nur Platzangst, sondern auch erste Anzeichen von Übelkeit hervorruft. Der Bezug zur aktuellen Flüchtlingstragödie im Mittelmeer ist offensichtlich.

Schwieriger Raum

Die Ausstellung macht wieder einmal deutlich, wie schwierig die Kunsthalle zu bespielen ist. Die Glasfront und der offene Raum machen es den Kunstwerken schwierig, sich zu behaupten. Mit Ausnahme der grossen Objekte von Barbara Mühlefluh wirken die Werke verloren. Sie kommen kaum zur Geltung, geschweige denn zur Entfaltung. Die Werke scheinen bloss parkiert und nicht mit Bedacht inszeniert.

Kurt Beck

Hinweis

Kunsthalle, Löwenplatz 11, Luzern. Di, Mi, Fr, Sa, So 1418 Uhr, Do 14–20 Uhr. Bis 12. Juli.

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