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KUNST: Kleine Werke entfalten grosse Kunst

Die Sommerausstellung im Kunstmuseum Luzern ist eröffnet. Sie bietet dem Publikum künstlerische Kostbarkeiten, die weit mehr sind, als sie scheinen.
Adrian Rast vor eingemachten Lebensmitteln. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Adrian Rast vor eingemachten Lebensmitteln. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Kurt Beck

Diamanten sind nicht nur die besten Freunde der Frauen, sie tauchen auch immer nur in kleinen Mengen auf. So jedenfalls besagt es ein südafrikanisches Sprichwort. «Diamonds Always Come In Small Packages», behauptet und illustriert auch die aktuelle Ausstellung im Kunstmuseum Luzern. Kleines, aber Feines hat Museumsdirektorin Fanni Fetzer für die grosse Sommerschau zusammengestellt mit Werken von insgesamt 17 internationalen und Luzerner Kunstschaffenden und Künstlerduos sowie sakralen Objekten aus einer Luzerner Privatsammlung.

Gegen Lebensmittelverschwendung

Der sprichwörtliche Titel ist wegweisend für die Ausstellung, in der Besucherinnen und Besucher vergeblich nach dem Masslosen und Überformatigen suchen, sondern dem Bescheidenen, den kleinen Gesten und den stillen Gedanken begegnen.

Irrig wäre es allerdings anzunehmen, dass da bloss kleine Kunst zu sehen wäre. Das Gegenteil ist der Fall, im Kleinen entfaltet sich Grosses, das inhaltlich den geschützten Rahmen des Museums sprengen und von globaler gesellschaftlicher Bedeutung sein kann.

Beispielhaft dafür ist das Projekt «In Gärung» des Luzerner Künstlerduos Adrian Rast und Valentin Beck. Sie verarbeiten Lebensmittel, die keine Verwendung mehr finden, weil sie den Normen der Lebensmittelindustrie nicht mehr genügen, und machen sie durch Gärung haltbar und füllen sie in Gläser ab. Jeweils dienstags sind die Künstler vor Ort an der Arbeit und bieten die Gelegenheit, ihr Eingemachtes im Tausch, gegen Geld oder gratis samt Informationen zu Food-Waste und zum integralen Verwertungszyklus von Lebensmitteln zu erhalten. Das Konzept der beiden ist bestechend, die bildhafte Präsentation beeindruckend.

Skurrile Alltäglichkeiten

Die Gruppenausstellung, die sich über 10 Säle ausbreitet, hat reichlich Preziosen aufzuweisen. Nicht nur Alicja Kwades hundert, in Diamant-Formen geschliffene gewöhnliche Kieselsteine, die zehn aus Bronze gefertigten Nägel von Clare Kelly oder die sakralen Werke aus einer Luzerner Sammlung sind wahre Kleinode. Da gibt es auch die zu Bündeln und Päckli geschnürten Alltagsgegenstände der Luzerner Künstlerin Eva Zwimpfer, die witzigen Minuten-Skulpturen des österreichischen Bildhauers Erwin Wurm oder die mit verwirrlichen Piktogrammen tapezierten Wände von John Wood & Paul Harrison und der auf einem Tisch installierte, mit Porzellan bestückte Miniaturgarten des Japaners Michiro Tokushige sind feine Kostbarkeiten.

Dass nicht alles so gut ist, wie es klein ist, zeigt unter anderen die prätentiöse Arbeit «Das Manuskript» von Swantje La Moutte, die zwei Stapel Papier (einer geordnet, einer durchgeblättert) präsentiert oder die karge Installation «Melodie Interdit» der Baslerin Edit Oderbolz.

Weitere Highlights

Überzeugend und beeindruckend ist hingegen die Arbeit von Marcus Coates. In seinem Film «The Trip» macht er sich stellvertretend für einen ehemaligen Anthropologen im Amazonasgebiet auf die Suche nach dem Glück. Was der Filmer gefunden hat, ist nur aus dem Off zu vernehmen.

Versteckte Manipulationen

Auch die Arbeiten der beiden Luzerner Künstlerinnen Loredana Sperini und Susanne Hofer gehören zu den Highlights der Ausstellung. Surreal und etwas beängstigend wirken Sperinis Objekte, die aus Abgüssen von menschlichen Gliedmassen zusammengesetzt sind. Hofers Videos konfrontierten die Betrachter mit Manipulationen, die allerdings nur bei genauem Hinsehen zu entdecken sind.

Cafeteria in Betrieb

Rechtzeitig zur Eröffnung der Sommerausstellung ist auch die Umgestaltung des Foyers des Kunstmuseums abgeschlossen. Der Eingangsbereich ist nun grosszügiger und dank den Holzelementen freundlicher geworden. Das vom Luzerner Künstler Urs Lüthi gestaltete Foyer beherbergt neu auch ein Café mit grossartigem Ausblick über Altstadt und See sowie einen grösseren Museumsshop. Das Café ist seit Freitag in Betrieb und öffentlich zugänglich.

Hinweis

Ausstellung «Diamonds Always Come In Small Packages», Kunstmuseum, Europaplatz 1, Luzern (KKL, 4. Stock). Sommeröffnungszeiten: DiSo 10–18, Mi 10–20 Uhr. www.kunstmuseumluzern.ch

Entenbündel von Eva Zwimpfer. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Entenbündel von Eva Zwimpfer. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Eine Videoarbeit von Susanne Hofer. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Eine Videoarbeit von Susanne Hofer. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

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