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KUNST: Schriftbilder wörtlich in Kunst umgesetzt

Ernst Buchwalder (1941–2014) zeichnete und malte mit Schrift. Wie viel­seitig seine Kunst ist, zeigt eine Retrospektive.
Verkapptes Selbstporträt: «Buchwalder-Buch» von Ernst Buchwalder. (Bild: PD)

Verkapptes Selbstporträt: «Buchwalder-Buch» von Ernst Buchwalder. (Bild: PD)

In Selbstporträts befragen Künstler sich selbst und zeigen sich je nach Antwort in selbstbewusster Pose oder nachdenklicher Haltung. Anders ist das bei Ernst Buchwalder. Für den letztes Jahr verstorbenen Luzerner Künstler, dem nichts ferner lag als selbstgefällige Inszenierungen, stand stets das Werk und nicht seine Person im Vordergrund. So sucht man in der aktuellen, rund einhundert Arbeiten umfassenden Werkschau vergeblich Selbstporträt des Künstlers. Jedenfalls kein konventionelles.

Beharrlicher Künstler

Ernst Buchwalder war ein ernsthafter, beharrlicher Künstler, der seine Arbeit konsequent vorantrieb, er hatte auch Humor und Witz, die in seinen Arbeiten immer wieder aufblitzten. Diese kommen auch im Werk zum Ausdruck, das man als verkapptes, wortverspieltes Selbstporträt bezeichnen könnte: das «Buchwalder-Buch». Das 1987 entstandene Werk besteht aus einem Buchenholzklotz, der in vier Teile aufgespalten wurde. Die einzelnen Spalten sind mit Fantasie-Schriftzeichen beschrieben und bemalt und so mit Scharnieren verbunden, dass sie sich wieder zu einem Klotz zusammenfalten lassen.

Das «Buchwalder-Buch» aus Buche verweist nicht nur durch Namen und Material auf den Künstler. Es vereinigt auch auf kleinem Raum die wesentlichen Gedanken und formalen Elemente, die allen seinen Arbeiten zugrunde liegen.

Das Buch ist ein Schlüssel zum Gesamtwerk des Künstlers, das in der aktuellen Ausstellung in seinen verschiedenen Facetten gezeigt wird. Das gesamte Oeuvre dreht sich um Buchstaben, Worte und Schrift, um konkrete Poesie und Sprachbilder, die er als Zeichnung, Objekt, Installation, Fotografie und selbst als Malerei umsetzte.

Magische Wirkung

Er war ein Sprachkünstler, der zwar keine Romane schrieb, sondern die Geheimnisse des Lebens, aber auch alltägliche Erfahrungen, Träume und Gefühle in Schriftbildern festhielt, die nur schwer oder überhaupt nicht zu entziffern sind. Denn Ernst Buchwalder war ein äusserst kreativer Erfinder von Zeichen, Symbolen und innovativen Kalligrafien, die sich in den letzten Jahren zu abstrakten Liniengespinsten entwickelte. Um die poetischen Schriftbilder von Ernst Buchwalder lesen und begreifen zu können, braucht es kein alphabetisches Wörterbuch, keinen Dictionnaire. Die Magie, die in ihnen steckt, wirkt auch ohne rationale Begrifflichkeit. Selbst in den Werken «Schweigen», «Nacht» und «Hoffnungen» oder in den letzten «Schwarzarbeiten», die von Erstarrung und vom Ende künden.

Kurt Beck

Akku, Gerliswilstrasse 23, Emmenbrücke. Mi–Sa 14–17, So 10–17 Uhr. Bis 20. Dezember.

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