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KUNST: Überirdisches, gemalt und in Holz gehauen

Doppelausstellung in der Galerie Vitrine: Zwei Kunstschaffende gewähren Einblicke in irreale Welten.
«Frau mit Tulpen» von Pat Treyer. (Bild: PD)

«Frau mit Tulpen» von Pat Treyer. (Bild: PD)

Sie scheinen einem längst vergangenen Erdzeitalter entsprungen zu sein, so fremdartig und unwirklich sind die Wesen, die der Schwyzer Bildhauer Thomas Baggenstos in der Luzerner Galerie Vitrine ausstellt. Es ist, als ob eine urzeitliche Herde auf ihrem langen Marsch durch die Zeit im Galerieraum kurz innegehalten hat, bevor sie in eine ferne Zukunft weiterzieht.

Fische auf Beinen

Die eigenartigen Tiere sind keine Irrläufer der Evolution, sondern Geschöpfe der Fantasie des Künstlers. Die «Flussläufer», deren grössere Exemplare eine Schulterhöhe von über einem Meter aufweisen und auf langen dünnen Beinen stehen, sind Mischwesen, die an Rehe mit Alieneinschlag erinnern. Für den Künstler sind es fischartige Kreaturen, obwohl die weiblichen Tiere Zitzen aufweisen und damit den Säugetieren zuzuordnen wären. Die Fische auf Beinen sind zwar keine aggressiven Räuber, sondern eher friedliche Vegetarier, wecken aber dennoch ein Unbehagen. Dies vor allem wegen ihres technoiden, spacigen Designs. Die «Fischläufer» wirken nicht gewachsen, sondern konstruiert. Sie sind mehr Maschine als Organismus.

Jenseitige Geistwesen

Gänzlich irdischer Abkunft scheinen auch die Figuren der Künstlerin Pat Treyer nicht zu sein und passen deshalb zu den Arbeiten von Baggenstos. Doch die Figuren der in Adligenswil lebenden und arbeitenden Künstlerin sind keine Technokonstrukte, sondern märchenhafte Geistwesen. Sie erinnern an ­Kobolde und Feen, die mehr durch anatomische Abnormitäten und Unmöglichkeiten auffallen als durch Menschenähnlichkeit.

Selbst wenn der Bildtitel «Metzgerin» verkündet, bleibt die Figur mit rotrandiger Schürze ein bleicher, armloser Kobold mit Mondgesicht. Ein Opfer des Schabernacks ist das Rotkäppchen, das hier vulgär als «Koträppchen» veralbert wird. Eine eindrückliche Erscheinung ist hingegen die «Frau mit Tulpen», die mit ihrer wilden roten Mähne an die Rote Zora, die Heldin aus Kurt Helds gleichnamigen Roman, erinnert.

Kurt Beck

Hinweis

Galerie Vitrine, Stiftstrasse 4, Luzern. DiFr 14–18.30, Sa 12–16 Uhr. Bis 13. August. www.galerie-vitrine.ch

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