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KUNSTBUMMEL: Da sprühen magische Teilchen

Erotischer Schabernack, Ausflüge ins Unlesbare und Reflexionen über Kunst und Künstlichkeit. Vier sehenswerte kleine Ausstellungen in der Zentralschweiz.
Andrea Portmann
Doppelausstellung «Beige-Metal» von Martin Chramosta und Samuli Blatter (Graphitzeichnungen rechts) in der Produzentengalerie Alpineum in Luzern. (Bild: Samuli Blatter/PD)

Doppelausstellung «Beige-Metal» von Martin Chramosta und Samuli Blatter (Graphitzeichnungen rechts) in der Produzentengalerie Alpineum in Luzern. (Bild: Samuli Blatter/PD)

Gabriela W., Luzern: Monika Feucht

Im Luzerner Concept Store Gabriela W., der auch eine Minigalerie ist, treiben zurzeit clowneske und burleske Figuren erotischen Schabernack. Da sprüht und spritzt es magische Teilchen, eindeutig zweideutige Blüten öffnen sich lasziv, und Alice aus dem Wunderland hat für einmal eine Eichel als Kopf. Die Luzerner Künstlerin Monika Feucht (*1956) lässt sich in der Serie «Caprice» wortwörtlich von den Kapriolen der Fantasie verführen, verleiht ihnen durch einen feinsinnigen Strich sowie kraftvolles Rot und Blau poetisch-erotische Sprühkraft.

Die Radierungen sind 2012 auf Milchtüten entstanden, eine Druckvorlage, auf der sich besonders gut intuitiv arbeiten lässt. Im vergangenen Jahr hat die Künstlerin die Drucke wieder entdeckt und u. a. in Blau von Hand koloriert. Das Ergebnis hat eine berührende Haptik – die feinen, leuchtend roten Linien sehen aus wie ein aufgenähter, dünner Faden. Und die nachträgliche Bearbeitung macht sichtbar, wie dasselbe gedruckte Motiv durch wenige Striche oder Farbflächen eine andere Wirkung bekommt und was für Erzählpotenzial in winzigen Veränderungen steckt. Die nackte Frau auf dem penisbestückten Skateboard zum Beispiel flitzt zweimal durch die Gegend. Auf einem Blatt sind Linien sichtbar, die einen Raum andeuten, auf einem anderen Blatt formieren die Linien sich zu einem Zickzack, das keck aus der Ferse der Frau wächst.

Andrea Portmann

Concept Store Gabriela W., Alpenstras- se 1/Seite Töpferstrasse, Luzern. Di bis Fr, 14 bis 18 Uhr, Sa 12 bis 16 Uhr, oder nach Vereinbarung. Bis 7.4. www.gabrielaw.ch

Alpineum Produzentengalerie: Samuli Blatter und Martin Chramosta

Ist «Beige-Metal» ein Musikstil? Zeigt Martin Chramostas rundes Gipsrelief ein Jesus-Konterfei oder doch eher Eddie, das berühmte Maskottchen der Metalband Iron Maiden? Sind Samuli Blatters mäandernde Grafit-Linien gar Amplituden, welche Schwingungen in den Ausstellungsraum aussenden?

Einem Rhythmus folgt die Doppelausstellung «Beige-Metal» in der Produzentengalerie Alpineum allemal. Sowohl der zum Team der Produzentengalerie gehörige Samuli Blat­ter (*1986) als auch Martin Chramosta (*1982) arbeiten seriell und konsequent mit einer Technik – Blatter malt mit Grafit auf Papier, Chramosta schafft in eine Tonvorlage gegossene Reliefs. Während auf Chramostas Reliefs – zerkratzte und ausgehöhlte ­Negativ-Abgüsse aus Gips und Wachs – antikes und fantastisches Figurenpersonal herumwuselt, das sich jeder Epochenzuordnung entzieht, entziehen sich Blatters in harter Bleistiftarbeit auf dünnes Papier gebannte, wie kalligrafische Kunstwerke ausschwingende Linien ­jeder semiotischen Lesbarkeit.

Julia Stephan

Alpineum Produzentengalerie, Hirschmattstr. 30A, Luzern. Do/Fr 16 bis 19 Uhr, Sa 11 bis 16 Uhr. Bis 14.4.
www.alpineum.com

o. T. – Raum für aktuelle Kunst: Sabrina Labis und Josse Bailly

Als wäre ihr mit dem lateinischen Wort labium (Lippe) möglicherweise verwandter Nachname Programm, kreist Sabrina Labis im Video «Personal Color Correction» mit einem grellpinken Lippenstift die Konturen ihrer Lippen nach – und malt über deren Ränder hinaus. Auf einem Polyesterbanner im Raum prangt eine Make-up-Tube namens «Ultra HD» – wer sich das Zeug ins Gesicht schmiert, ist gewappnet vor hohen ­Kameraauflösungen, die kleinste Poren sichtbar machen. Bei Labis geht es um Kunst und Künstlichkeit und darum, wie sich Bildbearbeitungstechnologie und Kosmetikindustrie gegenseitig bedingen. Das Kontrastprogramm dazu bietet ein ungeschliffener Josse Bailly. Inspiriert von einem halbjährigen Berlin-Aufenthalt, zeigt der Künstler wilde Tierbilder.

Julia Stephan

o. T., Kunstpavillon, Sälistrasse 24, Luzern. Do/Fr 16 bis 19 Uhr, Sa 14 bis 17 Uhr. Bis 7.4. www.ot-raumfueraktuellekunst.ch

Brigitte Moser Schmuck, Baar: Anna Werkmeister

Die reichen Strukturen von Landschaft und Natur reduziert Anna Werkmeister mit den Mitteln der Malerei formal auf klare Linien. Dabei legt sie den Fokus auf die Wirkung des Lichts. Basis für ihre ­aktuelle Werkgruppe ist die Malerei der Spätromantik, im Falle der ausgestellten Arbeiten in der Galerie von Brigitte Moser in Baar ist es insbesondere das Schaffen Ferdinand Hodlers. Statt der Leinwand ist es bei Werkmeister Plexiglas, welches als Grundträger dient. Sie gliedert die Strukturen von Hodler-Gemälden in abstrakte Formen und trägt sie mit Ölfarben auf das Glas auf. So adaptiert die Künstlerin über abstrahierende Prozesse die Gemälde von Hodler und lotet die Darstellbarkeit unterschiedlicher ­Aspekte des Ursprungsmotives aus.

Andreas Faessler

Brigitte Moser Schmuck Galerie, Dorfstrasse 27, Baar. Mi bis Fr, 10 bis 12 sowie 14 bis 18 Uhr, Sa 10 bis 12 Uhr. Von 15.3. bis 28.4. www.brigitte-moser-schmuck.ch

Kapriolen der Fantasie: eine Arbeit aus Monika Feuchts Serie «Captrice». (Bild: PD)

Kapriolen der Fantasie: eine Arbeit aus Monika Feuchts Serie «Captrice». (Bild: PD)

Josse Bailly’s bunte und ziemlich verrückten Tierbilder, die der Westschweizer Künstler auf allerhand Oberflächen malt, gibt es derzeit im Kunstpavillon Luzern zu sehen. Zur Konzeptkunst von Sabrina Labis setzt er ein starkes Kontrastporgramm. (Bild: PD)

Josse Bailly’s bunte und ziemlich verrückten Tierbilder, die der Westschweizer Künstler auf allerhand Oberflächen malt, gibt es derzeit im Kunstpavillon Luzern zu sehen. Zur Konzeptkunst von Sabrina Labis setzt er ein starkes Kontrastporgramm. (Bild: PD)

Josse Bailly's bunte und ziemlich verrückten Tierbilder, die der Westschweizer Künstler auf allerhand Oberflächen malt, gibt es derzeit im Kunstpavillon Luzern zu sehen. Zur Konzeptkunst von Sabrina Labis setzt er ein starkes Kontrastporgramm. (Bild: PD)

Josse Bailly's bunte und ziemlich verrückten Tierbilder, die der Westschweizer Künstler auf allerhand Oberflächen malt, gibt es derzeit im Kunstpavillon Luzern zu sehen. Zur Konzeptkunst von Sabrina Labis setzt er ein starkes Kontrastporgramm. (Bild: PD)

Reliefarbeit von Martin Chramosta: Jesus oder Iron Maiden-Cover? (Bild: S. Blatter/PD)

Reliefarbeit von Martin Chramosta: Jesus oder Iron Maiden-Cover? (Bild: S. Blatter/PD)

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