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Das Kunstwerk von Jo Achermann auf 2262 Metern Höhe

Wer die Vernissage von Jo Achermanns Skulptur «Ort 4» miterleben möchte, muss erst einen 90-minütigen Fussmarsch zurücklegen. Belohnt wird man durch einen atemberaubenden Ausblick auf die Obwaldner Landschaft.
Romano Cuonz
Die Skulptur «Ort 4» von Jo Achermann, aufgestellt im Abgschütz im Kanton Obwalden neben der SAC-Schutzhütte. (Bild: PD)

Die Skulptur «Ort 4» von Jo Achermann, aufgestellt im Abgschütz im Kanton Obwalden neben der SAC-Schutzhütte. (Bild: PD)

«Ursprünglich wollten wir Jo Achermanns 700 Kilo schweres Kunstwerk aus 25 Einzelteilen in einer Schwitzaktion, Balken für Balken, zur Abgschütz-Schutzhütte hinauftragen lassen», sagt Toni Durrer, Projektleiter des Vereins Landschaft und Kultur Obwalden. Damit aber hätte man die äusserst aktiven Helfer des «Steinmanndli-Klubs» in allzu grosse Gefahr gebracht.

Und so schwebte denn die sitzbankähnliche Skulptur am 6. Juli per Helikopter vom Mittelpunkt der Schweiz (Älggialp) hinauf ins Abgschütz zur auf 2262 Meter über Meer errichteten SAC-Schutzhütte. Morgen Mittwoch soll sie nun eingeweiht werden. Viele prominente Vernissage-Gäste werden den Fussmarsch antreten. Nicht ohne einen Gipfelwein im Rucksack!

Da ist der Obwaldner Regierungsrat Josef Hess, damaliger «Vater» der genial konstruierten SAC-Schutzhütte. Da sind Niklaus Oberholzer als Kunstkenner und Redner auf dem Berg, Komponist André von Moos, ein ganzer Jodlerklub und auch Alphornbläser. Es wird für einmal hoch zu- und hergehen an diesem sonst so einsam stillen Ort.

Alles begann im Panoramazimmer

«Bei einer Ausstellung in der Sarner Galerie Hofmatt wollte ich im Panoramazimmer, mitten im Raum, etwas platzieren, von wo aus man das berühmte Wandbild bequem betrachten konnte», sagt der Künstler Jo Achermann. Mit dieser Idee aber fing ein Kunstabenteuer über mehrere Etappen an. Achermann kam jetzt nämlich auf die Idee, den Raum zu verlassen. Sich draussen mit der realen Obwaldner Landschaft zu beschäftigen.

«Vorerst schuf ich beim Schiffssteg am Sarnersee einen ‹Ort› zum Ausruhen und Betrachten», erzählt der Künstler. In den folgenden Jahren wählte er dann auf der Sichtachse von Talseite zu Talseite zwei weitere markante Landschaftspunkte in Obwalden aus: Die Kapelle St. Wendelin auf dem Ramersberg und die alte Kapelle St. Niklausen. «Ort 2» und «Ort 3» nannte er sie. Die Skulpturen gleichen sich. Alle sind gut 50 Zentimeter hoch und geschichtet aus vierkantigen Eichenholzbalken. Interaktive Kunstwerke letztlich, die man gut auch als Sitzbänke nutzen kann. Achermann dazu: «Meine Skulpturen sind gleichermassen Verbindungslinien wie Orientierungspunkte, sie schlagen eine Brücke zwischen Kunst, Natur und Öffentlichkeit, laden dabei zum Innehalten ein. Der Betrachter soll Ruhe finden in sich selber.»

Warum auf einem so hohen Berg?

Der vierte – und wahrscheinlich letzte – «Ort» ist nicht mehr über eine Sichtachse mit den drei andern verbunden. Schon der Name des Standorts «Abgschütz» verrät es: Dieser «Ort» ist weit abgelegen und das Biwak selber in der Bergwelt gut geborgen und verborgen. Jo Achermann hat jedoch seine Gründe für die Wahl. «Die markante Talflanke mit wunderschönem Blick auf das Obwaldnerland mit seinen Seen und Bergen ist geradezu prädestiniert für den vorläufigen Höhepunkt des Gesamtprojekts ‹Orte›», betont er. Wie an den drei anderen Orten prägt auch im Abgschütz die Landschaft die Ausmasse und die Form der Skulptur. Geradezu zurückhaltend wirken die 25 zusammengefügten Balkenteile in ihrer Ausgestaltung. Geschickt eingepasst in die Topografie ist das Objekt. Umso mehr entfaltet es sich in der Landschaft. Hat seine eigene Rhythmik und einen eigenwilligen Akzent. Wie bei einem Echo tritt die Skulptur in Wechselwirkung zur mächtigen Bergwelt. Spürbar für diejenigen, die dort nach beschwerlichem Aufstieg innehalten.

Rein geografisch ist «Ort 4» der Höhepunkt der Kunstaktion. Doch wenn es nach Jo Achermann ginge, wäre es noch nicht der Endpunkt. «Ich möchte zum Abschluss gerne wieder an den Ausgangspunkt in die Sarner Hofmatt zurückkehren und die ganze Arbeit – zusammen mit den jeweils beteiligten Kulturschaffenden – nochmals dokumentieren», sagt er.

Abgschütz-Melchsee-Frutt: 15. August um 11 Uhr, Einweihung der Skulptur «Ort 4» von Jo Achermann. Treffpunkt zum Abmarsch: Hotel Posthuis Melchsee-Frutt, um 9 Uhr.

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