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Opernpremiere in St.Gallen lässt Puppen lebendig werden

Ulrich Wiggers inszeniert die Oper «L’elisir d’amore» am Theater St. Gallen in einem riesigen Kinderzimmer. Hier nun wird Adina zur wahren Liebe bekehrt.
Rolf App
Belcore (Shea Owens) will imponieren. Was also tut jetzt die schöne Adina (Tatjana Schneider)? (Bild: Iko Freese)

Belcore (Shea Owens) will imponieren. Was also tut jetzt die schöne Adina (Tatjana Schneider)? (Bild: Iko Freese)

Zwei Wochen nur: So lange hatten der Komponist Gaetano Donizetti und sein Librettist Felice Romani 1832 Zeit, um eine neue Oper aus dem Hut zu zaubern. Das Resultat, «L’elisir d’amore» («Der Liebestrank»), ist zauberhaft. «Sehr lustig, aber auch mit viel Drama drin», sagt Ulrich Wiggers, der die Oper am Theater St. Gallen inszeniert, wo er schon mit der Theaterfassung von «Anna Karenina» und mit dem Musical «Tanz der Vampire» gezeigt hat, wozu er fähig ist.

Für «L’elisir d’amore» nun taucht er ein in die Welt der Kindheit. Leif-Erik Heine stellt ein ­riesiges Kinderzimmer auf die Bühne, in dem die Darsteller als Puppen agieren, die zum Leben erwachen. «Wir haben ja damals auch geglaubt, dass unsere Puppen lebendig sind», sagt Wiggers. «So ist es hier.» Die Adina ist an Barbie angelehnt, Nemorino an Lucky Luke, und mit der Giannetta taucht auch eine Heidi auf.

Nemorino glaubt an die eine, grosse Liebe

In dieser Kinderzimmer-Welt nun entfaltet sich die Geschichte vom armen und schüchternen Nemorino, der um die schöne und reiche Adina wirbt. Er träumt von der grossen Liebe, sie vom Abenteuer. Er hat nur diese Eine im Kopf, sie scheut die Bindung und gibt deshalb auch dem Werben des eitlen Offiziers Belcore nur widerwillig nach.

Nemorino glaubt alles, was man ihm erzählt, auch die Geschichte von Tristan und Isolde und vom Liebestrank, die Adina den Dorfbewohnern vorgelesen hat. Und obwohl das Gebräu, das ihm der Quacksalber Dulcamara verkauft, ihn nur betrunken macht, flösst es ihm doch auch Mut ein. «‹L’elisir d’amore› handelt davon, dass man an das glauben sollte, an was man glaubt», sagt Wiggers. «Darin liegt der tiefere Sinn dieser Oper und ihrer grossartigen Musik.» Nemorino aber sei der schönste Charakter dieses Stücks, «weil er eine so ehrliche Figur ist».

Eine Familienoper

Die Idee mit dem Kinderzimmer hat unter Sängern und beim Dirigenten rasch gezündet, sie macht «L’elisir d’amore» zur Familienoper, auch wenn sie natürlich eine Oper für Erwachsene bleibt. Ulrich Wiggers hat seine erste Oper mit zwölf gesehen, «das war Wagners ‹Parsifal›». Und er hofft, dass die bunte Kinderzimmer-Welt seiner Inszenierung auch Kinder anlockt. Sie verzaubert, so wie sie die Sänger verzaubert hat. Die Stimmung, sagt er, sei «traumhaft» gewesen. «Wenn sich davon etwas überträgt, dann ist es schön.»

Hinweis

Premiere: morgen Samstag, 19.30 Uhr, Theater St. Gallen

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