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Die Bieler Band Puts Marie ist laut, skurril und wandelbar

Im alternativen Musikschaffen der Schweiz sind Puts Marie ein Gütesiegel. Das bestätigt die Bieler Band mit ihrem neuen Album, das vom Hip-Hop beeinflusst ist.
Pirmin Bossart
Frontmann Max Usata schreibt die Texte von Puts Marie, am Sound wird zu fünft getüftelt. (Bild: PD)

Frontmann Max Usata schreibt die Texte von Puts Marie, am Sound wird zu fünft getüftelt. (Bild: PD)

Schlecht gelaunt sei er, sagt Frontmann Max Usata, als wir ihn – unterwegs nach Lausanne ins Radiostudio – telefonisch erreichen. Es ist Montag nach dem Abstimmungssonntag, und der Umstand, dass die Volksinitiative für Ernährungssouveränität verworfen wurde, gibt ihm zu denken. Immerhin: Musikalisch seien er und seine vier Mannen von Puts Marie glücklich unterwegs. «Wir sind auf Promotour und können das neue Album vorstellen. Das macht Freude.»

Seit dem letzten Album «Masoch I-II» sind drei Jahre vergangen. Lange Zeit waren Puts Marie mit den Songs unterwegs gewesen und hatten zahlreiche Konzerte gegeben. «Erst danach konnten wir uns endlich mal hinsetzen und konzentrierter an neuem Material arbeiten.» Usata schreibt die Texte, die Musik wird gemeinsam entwickelt. Da fliessen die verschiedenen Backgrounds aller Mitglieder mit ein. Alles wird verworfen, erneuert und gespielt, bis es für alle stimmt.

Seit 18 Jahren zusammen unterwegs

Puts Marie ist seit 18 Jahren in der gleichen Besetzung zusammen. Zwei Jahre lang waren die Musiker in einem Bus durch Europa unterwegs und spielten auf Strassen, Plätzen und in kleinen Clubs. Heute sind alle Bandmitglieder gelegentlich mit musikalischen Nebenprojekten oder Studiojobs beschäftigt, um über die Runden zu kommen. Frontmann Max Usata sagt: «Die Musik und das Zwischenmenschliche halten uns zusammen. Weiterzugehen und sich neu zu erfinden, bleibt eine spannende Herausforderung.

Schon mit dem ersten Song auf dem neuen Album «Catching Bad Temper» wird der Hip-Hop-Einfluss deutlich, der das neue Werk prägt. Er äussert sich vor ­allem im Flow des Sängers Max Usata, der sich zu einem dunklen Basspuls und vibrierenden Gitarrenriffs mehr sprechsingend als songmodulierend durch die Tracks bewegt. Auch Tracks wie «The Waiter», «Loveboat» oder «Rhapsody» leben von diesem Modus. Aber natürlich haben Puts Marie nicht einfach ein Hip-Hop-Album gemacht. «Indian Girl» ist ein atmosphärisch-langsamer Song mit einer schlaftrunkenen Stimme und diesem kurzen Erwachen eines magischen Sogs, wie das nur Puts Marie zu Stande bringen. Und «Garibaldi», mit über sieben Minuten der längste Track, ist ein Höhepunkt des Albums.

Grosses melodisches Spektrum von Rock bis Surf

Es gehört zur Qualität dieser Band, dass sie auch den Hip-Hop souverän und wunderbar eigenwillig mit ihrem bisherigen Klanguniversum verschmelzen kann. Die Musiker generieren Sounds und Stimmungen, die immer noch das melodische Spek­trum von Rock, Soul-Surf, Folk-Noir, Melodram und Cabaret anklingen lassen, das sich die Band über Jahre erspielt hat. Es hat jetzt mit dem Hip-Hop einfach einen neuen Fokus bekommen, der es vielleicht weniger verspielt und skurril, aber immer noch dunkel-schön und abgründig macht.

«Wir hatten schon immer Freude am Hip-Hop, aber haben das musikalisch noch nie so konkret umgesetzt. Das war wohl die einzige Grundidee, die wir anpeilten», bestätigt Usata. Gleichzeitig wurde gemeinsam die Soundästhetik erarbeitet, zu der jeder einzelne mit seinen Fähigkeiten und Vorlieben beitrug. «Wenn wir neues Material erfinden, sind wir möglichst offen. Geredet und analysiert wird später.»

Hinweis: Puts Marie: Catching Bad Temper (Two Gentlemen) Konzerte: 19.10. Südpol Luzern, 8.12. Palace St. Gallen

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