«Lebensqualität, die einem niemand geben kann»: Hansruedi Willisegger feierte seinen 85. Geburtstag

Die Grüsse zum 85. Geburtstag des bedeutenden Chorleiters Hansruedi Willisegger kamen wegen der Coronakrise nur per Post.

Urs Mattenberger
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Willisegger in einer Aufnahme aus dem Jahr 2000.

Willisegger in einer Aufnahme aus dem Jahr 2000.

Bild: P. Fischli

Der Coronakrise fällt der öffentliche Geburtstagsgruss an den Luzerner Musiker Hansruedi Willisegger, der am 22. April 85 Jahre alt geworden ist, zum Opfer. Der Schweizer Jugendchor, der 1994 auf Initiative des Chorleiters, Komponisten und Pianisten gegründet wurde, hätte am 23. Mai dessen Marien-Messe gesungen. Immerhin konnte Willisegger noch intensiv den mehrstündigen Proben in Luzern beiwohnen. Denn trotz seiner Parkinson-Erkrankung bleibt für Willisegger die Musik prioritär.

Willisegger gab mit den Luzerner Singern der Chorszene nachhaltige Impulse, seine Volksliedarrangements sind Repertoireklassiker geworden. Dass beides unvermindert nachwirkt, bestätigten viele Geburtstagsgrüsse. Bei «Schönste Abendstern» kämen ihm noch immer die Tränen, meinte ein Gratulant. Seine Musik lasse etwas von dem erahnen, «was das Leben ausmacht,» ein anderer. Ein Beispiel dafür, das Klavierstück «Sakura» gespielt von Hiroko Sakagami wurde zum Geburtstag auf Radio SRF2 ausgestrahlt und ist auf Youtube verfügbar.

Willisegger und seine Frau Marie Rose Mülhauser versuchen die Coronakrise nicht nur negativ zu erleben, sondern als Gelegenheit, sich auf das zu «besinnen, was einem wichtig ist». Sie schätzen die Solidarität von jungen Menschen, die für sie Besorgungen erledigen. Und erleben beim Lesen (etwa von Rüdiger Safranskis «Zeit – Was sie mit uns macht und was wir aus ihr machen») oder im kleinen Garten «eine Lebensqualität, die einem niemand geben kann.»

Hinweis:
Link zum Klavierstück «Sakura»