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Spoken Word Festival: Eine Wucht

Eine geradezu schrille Vielfalt an Spoken Word Performances war am Donnerstagabend beim Woerdz im Südpol zu erleben: vom Brainstorm zum Hip Hop.
Pirmin Bossart
Überzeugten mit ihrem Auftritt am Woerdz: Isa Wiss (Musik) und Martina Clavadetscher (Text). (Bild: PD)

Überzeugten mit ihrem Auftritt am Woerdz: Isa Wiss (Musik) und Martina Clavadetscher (Text). (Bild: PD)

Die Gedanken geraten schon bald ins Zwirbeln, als Severin Perrig seine Rauschkunde der Laute vorträgt, ein souverän artikulierter Brainstorm durch die geisteswissenschaftlichen Gefilde sprachlicher Wahrnehmung. Er ist im neusten Band «Wohin geht die Sprache?» der Reihe «essaies agités» zu lesen. Das gleiche Buch enthält auch Jens Nielsens Text, der – mit lyrischen Fantastereien durchsetzt – in der Live-Performance faszinierend Gestalt annimmt und von der Wort-Wucht und berückenden Imagination dieses Autors zeugt.

Der Gegensatz zu diesen erhellenden Gedankenschweren hätte mit dem anschliessenden Auftritt von Gülsha Adilji nicht krasser sein können. Die Moderatorin und Autorin plaudert aus dem Nähkörbchen ihrer Dating-Erfahrungen, plaudert über die perfekte Frau und den perfekten Mann und erreicht mit ihrem Erfahrungsbericht über das «brazilian waxing» (totale Körperhaarentfernung) einen Tiefpunkt an Belanglosigkeit, der nicht einmal wehtut.

Da lässt sich beim Auftritt von Martina Clavadetscher (Text) und Isa Wiss (Musik) geradezu ­literarisch durchatmen. Das Duo beginnt mit der fulminant geschriebenen Liebesszene aus «Knochenlieder» und zeigt dann erste Facetten eines neuen Programms, in denen sich Text-Songs und Wort-Musik so poetisch wie expressiv durchdringen. «Leg dich hin, sei endlich still, ich esse deine Seele auf. Leg dich hin, sei bitte still, sei bitte du» («Schwarze Sonne»).

Die Sprache der Zukunft

Ein Vergnügen ist die Werkstatt-Performance über «die Zukunft der Sprache – die Sprache der Zukunft» von Gerhard Meister und Corinna Virchow. Die literarische Wissenschafts-Dialog-Collage beamt uns durch archaische und futuristische Zeitalter, bleibt dabei immer inspirierend und unterhaltsam. Den coolen Schlusspunkt setzt das Luzerner Hip Hop Trio GeilerAsDu, dessen einer Satz das Dilemma heutiger Hipness auf den Punkt bringt: «Ech ha no nüt erläbt, aber alles scho gseh.»

Das Woerdz Spoken Word Festival im Südpol Luzern geht heute Samstag weiter und endet morgen Sonntag. Weitere Infos: www.woerdz.ch

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