Leise im Einsatz für eine bessere Welt: Michel Comte in der Galerie Meile Luzern

Der Künstler Michel Comte stellt in der Galerie Meile Luzern aus. Berühmt für Modefotografie, macht Comte nun die Umwelt zum Thema.

Susanne Holz
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Die Werkserien Drifts und Erosion.
9 Bilder
Aus der Serie Erosion.
Aus der Serie Erosion.
Aus der Skulpturengruppe Untitled.
Die Werkserien Drifts und Erosion.
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Die Werkserien Drifts und Erosion.
Aus der Serie Erosion.
Aus der Skulpturengruppe Untitled.

Die Werkserien Drifts und Erosion.

Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 18. November 2020)

«Wir müssen lernen zu entschleunigen», ist sich Michel Comte sicher. Der 66-jährige Künstler und frühere Modefotograf sagt auch: «Die Botschaft meiner Arbeit ist, auf unseren Körper und die Natur zu hören.» Die Natur erhole sich, wenn sie atmen dürfe, das habe der Lockdown im Frühjahr gezeigt, als man in Venedig plötzlich wieder Vögel zwitschern hörte und in den Kanälen Fische sah.

Der 1954 in Zürich geborene Michel Comte ist vielen als Modefotograf ein Begriff, der einst Carla Bruni in Szene setzte oder auch George Clooney. Der für Armani und Lagerfeld fotografierte, für Chloé und Chanel. Was Comte im Gespräch in der Galerie Urs Meile Luzern, wo heute seine Ausstellung Erosion I startet, jedoch betont, ist: Grundsätzlich sei er zu dem zurückgekehrt, was er immer machen wollte: Kunst.

Fotografie und Kunst seien beide visuell, so Michel Comte, aber:

«Kunst ist leiser.»

Als «sanfte Erinnerungen an die Realität» bezeichnete Michel Comte einmal seine Arbeiten, mit denen er auf den Klimawandel aufmerksam macht.

Als Trump Präsident wird, verlässt Comte die USA

Speziell in den letzten drei Jahren setzte sich der Schweizer, der seine Karriere als Restaurator für zeitgenössische Kunst begann, in Einzelausstellungen mit dem Klimawandel auseinander – in Rom, Mailand, Peking, Istanbul. Im Bildband «Light» (2016, Verlag Gerhard Steidl) versammelt Comte Fotografien von Gletschern und Bergmassiven und deren Transformation infolge der globalen Erwärmung.

In der Galerie Meile Luzern erklärt Michel Comte vergangenen Dienstag beim Aufbau seiner Ausstellung, dass das Thema Nachhaltigkeit ihn schon seit 40 Jahren beschäftige: «Eigentlich schon immer.» Der Künstler ist der Ansicht, dass jetzt, inmitten der Corona-Krise, eine gute Zeit sei, einen Wandel herbeizuführen:

«Wir können eine bessere Gesellschaft gründen.»

40 Jahre lebte der gebürtige Zürcher in den USA, in Los Angeles. Er hatte es schön dort, war befreundet mit Menschen aus der Kunst- und Musikszene, lebte abgeschieden in den Bergen. Als Trump Präsident wurde, kehrte Michel Comte zurück in die Schweiz. Nun hofft der Künstler auf mehr Klimaschutz unter Joe Biden.

Die Erosion, drastische Folge des Klimawandels, bildet Titel und Leitmotiv der zwei Ausstellungen von Michel Comte, die heute in der Galerie Meile Luzern und im Dezember im Atelier des Künstlers in Uetikon am See starten.

Eine fast schon sakrale Anmutung

Comtes Werke, bestehend aus Glas, Granit, Holz, Keramik, haben eine fast schon sakrale Anmutung. «Drifts» nennt sich eine Installation aus 14 gegossenen Glasskulpturen, die aus der Ferne wie rohes Gestein wirken und aus der Nähe wie lichte Kristalle. An den Wänden: 22 Keramikarbeiten, denen Salz und Steinmehl ihre Farbe verleiht.

Michel Comte: Erosion I. Galerie Urs Meile Luzern. Bis 29. Januar 2021. Eröffnung heute, Samstag, 11 bis 17 Uhr. Die Galerie ist generell geöffnet Di-Fr von 10-17 Uhr. An Samstagen nach Vereinbarung. www.galerieursmeile.com Die Ausstellung Erosion II ist vom 5.12. bis 29.1. im Atelier Michel Comte zu sehen, Bergstrasse 295, 8707 Uetikon am See. Geöffnet Di-So von 13-19 Uhr nach Vereinbarung. Kontakt: contact@studiomichelcomte.com