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Klub der jungen Dichter:
Auf zur untergehenden Sonne

Lenn Tscholitsch aus Stans erzählt im "Klub der jungen Dichter", wie eine grosse Reise zu einem überraschenden Ziel führt.
Lenn Tscholitsch

Nachts um halb vier schreckte ich hoch. Und mir wurde klar, dass ich tief im Schlamassel steckte. Vorgestern Abend lag ein Brief auf meinem Kopfkissen. Ein nicht wirklich guter Brief, im Gegenteil, er war sehr mysteriös. Ich wusste nicht genau, was derjenige, der mir den Brief geschrieben hatte, von mir wollte. Ich wollte ihn erst gar nicht fertig lesen. Doch als ich am Ende des Briefes die Unterschrift las, wurde ich blass. Es war mein lieber Freund Vincent, der mit mir so manche Abenteuer erlebt hatte.

Lenn Tscholitsch, Stans, 5. Primar.

Lenn Tscholitsch, Stans, 5. Primar.

Ich drehte den Brief um, und siehe da: Hintendrauf war eine Skizze, eine Art Landkarte, wie ich sie zuvor noch nie gesehen hatte. Daneben standen folgende Worte: «Wenn du mich finden willst, folge der untergehenden Sonne, sie wird dir den Weg zeigen.» Also stand ich auf, zog mich an und ging leise nach draussen. Die Sonne kam gerade hinter den Bergen hervor. Ich nahm ein Taxi, das nach Westen fuhr. Ich fuhr mehrere Tage, bis ich das Meer erreichte. Mit dem nächsten Frachtschiff folgte ich der Sonne Richtung Westen. Ich fuhr fünf Tage, und als ich wieder festen Boden unter den Füssen hatte, nahm ich den Bus. Der Weg führte durch Felder und Steppen. Als ich erneut das Meer erblickte, brachte mich ein Segelschiff weiter.

Am anderen Ufer angekommen, stieg ich in den nächsten Zug. Ich fuhr und fuhr und fuhr der untergehenden Sonne nach. Dann lief ich weit, sehr weit, Tag und Nacht. Und ich wollte nie eine Pause machen, denn ich wusste, ich durfte auf keinen Fall zu spät kommen. Doch eines Tages kam ich in eine Gegend, die mir irgendwie bekannt vorkam. Ich schaute auf die Karte und stutzte. Ich lief weiter und kam in einen Wald, den ich auch von irgendwoher kannte. Nach etwa zehn Minuten Marsch kam ich aus dem Wald und erblickte ein Dorf, das ich nur zu gut kannte. Schlussendlich rannte ich zu meinem Haus und ging hinein.

Als ich in mein Zimmer trat, sass Vincent auf meinem Bett. Plötzlich ergriff mich ein Gefühl zwischen Wut und Erleichterung. Die Wut, weil er mich die ganze Zeit an der Nase herumgeführt hatte, und die Erleichterung, dass ihm nichts passiert war. Schliesslich sagte er zu mir: «Na, das war ein tolles Abenteuer, nicht wahr, mein lieber Freund?»

Entscheidet mit, welche Geschichte den Spezialpreis gewinnt

Nicht weniger als 5123 Geschichten sind für den «Klub der jungen Dichter» 2018 eingegangen. Zur Auswahl standen das Thema «Feuer und Flamme» sowie ein Textanfang. Wir publizieren die Texte in der Print- sowie in der Onlineausgabe unserer Zeitung. Neu ist, dass ihr, liebe Leserinnen und Leser, mitvoten können. Wir vergeben nämlich einen Publikumspreis für den Text, der auf unserer Homepage am meisten angeklickt worden ist. Hat euch also ein Text gefallen, könnt ihr ihn auch etwa via Facebook weiterempfehlen und so die Klickzahlen noch erhöhen.

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