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Klub der jungen Dichter:
Zu früh enttäuscht

Leonie Christen aus Buochs erzählt im "Klub der jungen Dichter" von einem Casting, das ganz anders verläuft als erwartet.
Leonie Christen

Hey, ich bin Helen Davies und bin gerade 14 Jahre alt geworden. Im letzten Jahr hat sich mein Leben extrem verändert.

Leonie Christen, Buochs, 2. Kollegi.

Leonie Christen, Buochs, 2. Kollegi.

Es fing an, dass ich in eine neue Klasse, die 8b an der St. Peter School, gekommen bin. Ich betrat also das Klassenzimmer und setzte mich an den Platz, auf dem der Name Helen stand. Neben mir sitzt Liza, eigentlich Elizabeth Wilson. Der Junge vor mir heisst George Evans und ist extrem süss. Mit seinen dunkelbraunen Haaren und den hellblauen Augen könnte er glatt der Prinz aus meinem Lieblingsbuch sein.

Nach der Vorstellungsrunde ging es auch schon los. Wir lernten die neuen Lehrer kennen, nahmen Schulbücher in Empfang und erkundeten das Schulhaus. Meine Klasse ist eigentlich ganz nett, bis auf Giorgia Jones, die mir gleich am ersten Tag sagen musste, dass meine neue, feuerrote Jacke nicht zu meinen rotblonden Haaren passen würde. Giorgia fühlt sich extrem toll, da sie bereits in einem Werbespot für eine grosse Supermarktkette mitgespielt hat und seit zwei Jahren Schauspielunterricht nimmt. Ihre beste Freundin Mel-Cathrin läuft ihr eigentlich nur hinterher und ist deshalb ihre beste Freundin.

Nach dem ersten Schultag ging ich mit dem Bus nach Hause. Zu Hause entdeckte ich einen Brief auf meinem gelb-grün gepunkteten Lieblingskissen, der an mich adressiert war. Ich öffnete ihn. Als ich ihn gelesen hatte, rannte ich zu meiner Mutter und erzählte ihr, was für ein toller Brief für mich gekommen ist.

Nun fragt ihr euch bestimmt, was denn in dem Brief geschrieben war. Nun, es war eine Einladung zum Casting der Verfilmung meines Lieblingsbuches «Feuer und Flamme». Ich habe mich vor ungefähr einem Jahr für die Rolle der Prinzessin Niara beworben. Prinzessin Niara ist die weibliche Hauptrolle, zusammen mit Prinz Nicolas rettet sie das Königreich ihrer Eltern. Niara ist so was wie ein Vorbild für mich. Dass ich tatsächlich zum Casting eingeladen würde, hätte ich nie gedacht. Beinahe hätte ich es sogar vergessen. Ich freute mich extrem und lernte gleich die Szene auswendig, die ich vorbereiten sollte.

Nach zwei Wochen war das Casting endlich. Doch neben mir waren noch 24 Mädchen aus meiner Schule und etwa 200 andere beim Casting. Dass sich so viele dafür bewerben, hätte ich nicht gedacht. Meine Stimmung sank auf den Tiefpunkt, als ich erblickte, wer zu den 24 Mädchen meiner Schule gehörte, es waren tatsächlich Giorgia und Mel-Cathrin. «Na toll!», dachte ich. Ausgerechnet gegen diese Zicken muss ich mich durchsetzen. Als ich endlich dran war, musste ich einmal meinen Text spielen und wurde wieder weggeschickt. Ich dachte schon, ich wäre draussen. Zu allem Überfluss durfte Giorgia sich sogar vorstellen. Einem anderen Mädchen namens Lee haben sie Niaras Diadem angezogen, und zu Susan, die in die Parallelklasse geht, haben sie gesagt, dass ihre hellgrünen Augen wunderbar zu der Rolle passen würden. Enttäuscht fuhr ich nach Hause. Meine Stimmung war auf dem Nullpunkt. Ich schloss mich in meinem Zimmer ein und weinte. Meine Hoffnung war verschwunden.

Um etwa 18 Uhr klingelte das Telefon, es war der Regisseur des Films. Nun, ihr braucht bestimmt nicht lange, um zu erraten, was er mir mitteilte. Er sagte mir tatsächlich, dass ich in «Feuer und Flamme» mitspielen sollte. Ich, das Mädchen mit der feuerroten Jacke, welche nicht zu den Haaren passt. Glücklicher konnte ich nicht sein, dachte ich jedenfalls.

Heute ist die Premiere des Films, und ich bin wohl das glücklichste Mädchen der Welt. Die Premiere ist nur das eine Highlight, das andere, welches ich noch nicht verraten habe, ist, dass der Junge, der den Prinzen spielt, doch tatsächlich George Evans aus meiner Klasse ist. Ja, ich gebe zu, ich habe mich in ihn verliebt. Wer weiss, vielleicht wird mal irgendwann etwas aus uns.

Jetzt muss ich mich fertig machen, denn in einer Stunde muss ich schon mit George und all den anderen auf dem roten Teppich stehen. Mein Kleid ist hellblau und knielang. An der Taille hat es silbernen Glitzer. Jetzt muss mir Jeanne, die Maskenbildnerin, die Haare hochstecken und mich etwas schminken. Von Tom, dem Regisseur, Sybille, der Kostümassistentin, Lauren, die im Film meine grosse Schwester Yasmin spielt, und vielen anderen habe ich grosses Lob für mein Schauspiel bekommen. Ich möchte später einmal hauptberuflich Schauspielerin sein, das steht fest.

Entscheidet mit, welche Geschichte den Spezialpreis gewinnt

Nicht weniger als 5123 Geschichten sind für den «Klub der jungen Dichter» 2018 eingegangen. Zur Auswahl standen das Thema «Feuer und Flamme» sowie ein Textanfang. Wir publizieren die Texte in der Print- sowie in der Onlineausgabe unserer Zeitung. Neu ist, dass ihr, liebe Leserinnen und Leser, mitvoten können. Wir vergeben nämlich einen Publikumspreis für den Text, der auf unserer Homepage am meisten angeklickt worden ist. Hat euch also ein Text gefallen, könnt ihr ihn auch etwa via Facebook weiterempfehlen und so die Klickzahlen noch erhöhen.

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