Leseprobe aus dem Roman «Schildkrötensoldat»

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(…) «Wie ein Mehlsack bin ich damals vom Motorrad gefallen, mein Vater ist ohne mich weitergefahren, hat eine ganze Weile nicht gemerkt, dass niemand mehr da war, hinter seinem Rücken, ich lag auf der Strasse, in meiner Umhängetasche steckte ein frisches Brot.

trrrrrrrr

so kam mein Vater wieder angefahren, das habe ich genau gehört, obwohl ich bewusstlos war, wie sie später alle sagten, mein Vater kam angefahren, in meiner Welt, die orange war, rot, türkis und violett, die Blumen steckten in allen Ecken und an den Rändern meiner Welt, und sie rochen nach Brot, nach dem Weissbrot, das neben mir lag, im Staub, und ich hörte meinen Vater, wie er meinen Namen rief, und ich hörte seine Stimme, sie sprudelte über die Blumen, rüttelte an meiner Schulter, Zoli! Zoli!, und ich habe meinem Papa eine Heuschreckenplage geschickt, pfeifende Mäuse, die ihm das Schlottern in die Kniekehlen jagen, ich habe den Hund der Nachbarin gerufen, damit er ihm die Waden leckt – was er auf den Tod nicht ausstehen kann –, was habe ich nicht alles gedacht, damit er mich in Ruhe lässt

warum er das hätte tun sollen? Das werde ich Ihnen sicher noch erzählen, wenn Sie Geduld haben, und das haben Sie doch bestimmt» (…)